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Poe, Edgar Allan: Visionen (Hörbuch)

Edgar Allan Poe
Visionen
Sprecher: Christopher Lee, Ulrich Pleitgen, Iris Berben u.a.
Lübbe-Audio, 2006, 2 CDs, 19,95 EUR, ISBN: 3-7857-1480-7

Von Ulrich Blode

Spielen sich Edgar Allen Poes Seelenqualen in seinen Geschichten und Gedichten wieder? Das wird in dem beigelegten Büchlein zu musikalischen Interpretationen seiner Gedichte gefragt

1809 in Boston, Massachusetts, geboren, wurde Poe früh ein Waisenkind. 1827 veröffentlichte er anonym seinen ersten Gedichtband. Der Erzählband „Tales of the Grotesque and Arabesque“ enthält Poes berühmtestes Werk „Der Untergang des Hauses Usher“. Und die 1845 veröffentlichten gesammelten Gedichte „The Raven and Other Poems“ brachten ihm zwar Ruhm ein, doch keinen finanziellen Reichtum ein.

Auch wenn der Albumtitel „Visionen“ lautet und das an lichte Augenblicke erinnert, die CDs enthalten düstere oder melancholische Texte. Und vielleicht gibt es zahlreiche Anspielungen auf Poes Leben. Doch auch ohne dieses Wissen, ergibt sich ein faszinierender Klanggenuß. Die Texte passen zu nächtlichen Gewittern, Stürmen und winterlichen Abenden.

„Saruman” trägt Gedichte Edgar Allan Poes vor? Nicht ganz unmöglich! Christopher Lee spricht unverwechselbar „Ein Traum in einem Traum“ und „The Raven“. Für manche mag es auch interessant sein, wenn der „Dracula“- und „Saruman“-Darsteller auf der zweiten CD bei „Elenore“ anfängt zu singen. Aber so stimmig scheint Lees Gesang nicht zu sein. Der Genuss ist eher zweifelhaft.

Höhepunkt der ersten CD sind ohne Zweifel „Der Rabe“ und „The Raven“. Sowohl Ulrich Pleitgen als auch Christopher Lee tragen auf ihre eigene Weise die Gedichte vor, so dass es einen unheimlich packt und erstarren lässt. Ob nun das deutsche „nimmermehr“ oder das englische „nevermore“, jedes Mal jagt es den Hörer einen kalten Schauer über den Rücken. Ulrich Pleitgen inszeniert Poes „Der Rabe“ auf Deutsch. Unheimlich gruselig geht es dabei zu, mit rabenartiger Stimme, ein packendes Krächzen. Jedoch stört zuweilen die musikalische Untermalung.

Auf der zweiten CD fällt Katharina Francks Erzählung von Poes Kurzgeschichte „Ligeia“ auf, eine einfach bezaubernd dunkle Geschichte über die Liebe und dem dazugehörigen Schmerz. Auch die anderen Sprecher, wie Iris Berben oder Kai Wiesinger, zeigen beeindruckende Leistungen, so dass „Visionen“ ein sehr empfehlenswertes Album geworden ist. Gewiss gibt es hier und da Schwächen, aber darüber ist hinwegzuhören. Und nicht nur Poe-Liebhaber dürften die „Visionen“ mögen.

hinzugefügt: July 22nd 2006
Tester: Ulrich Blode
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