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Tillmanns, Andrea: Drachenfeuer (Buch)

Andrea Tillmanns
Drachenfeuer
Titelillustration von Christel Scheja
Crago-Verlag, 2006, A6 Heft, 32 Seiten, 3,00 EUR, ISBN 3-937440-32-1

Von Irene Salzmann

Nach „Der 3. Armreif“, Bd. 10 der Edition Heikamp, Format A6, ist mit der Nr. 14 ein weiterer Band der Autorin Andrea Tillsmann erschienen. Handelte es sich bei ihrer ersten Kurzgeschichten-Sammlung um märchenhafte Fantasy zu verschiedenen Themen, so dreht sich diesmal alles um Drachen, wie bereits der Titel verrät.

„Nach langem Schlaf“ erwacht ein alternder Drache, um einmal mehr seinem Feind, dem Zauberer, zu begegnen. Ein Fluch verhindert, dass das Tier endlich sterben kann, und so muss es immer wieder kämpfen. Der Drache versucht, das Leben eines Kindes zu retten, und das Schicksal nimmt seinen Lauf – ungnädig oder doch gnädig, das hängt von der Perspektive ab.
„Drachenfeuer“: Schon öfters hat die junge Kira einen Drachen gesehen. Eigentlich ist sie enttäuscht, wie klein und hässlich diese legendären Tiere in Wirklichkeit sind. Wider Willen ist sie von diesem alternden Drachen jedoch fasziniert, der wie ein Symbol für ihr heruntergekommenes Dorf, für ein zu Ende gehendes Zeitalter erscheint. Dann geschieht etwas, dass das alte Drachenfeuer wieder erweckt. Obwohl der junge Ritter nicht will, wird er vom König als „Drachentöter“ ausgesandt. Zu seiner Verwunderung sind alle Jungfrauen, die im Laufe der Jahre in die Höhle geschickt wurden, noch am Leben. Sie haben gelernt, sich selbst zu versorgen, und kein tyrannischer Mann dominiert sie. Das Einzige, das den resoluten Frauen jetzt noch fehlt, hat die fürsorgliche und emanzipierte Drachin diesmal angefordert…
Für seine „Geliebte Cindra“, die schwer erkrankt ist, würde Rogan alles tun. Wenn die Schuppe eines Drachen sie tatsächlich heilen kann, dann will er das Wagnis auf sich nehmen und dem Monstrum mit dem Schwert gegenübertreten. Es kommt jedoch nicht zum Kampf, denn der Drache überlässt Rogan freiwillig eine seiner Schuppen, warnt ihn aber auch vor Cindra. Zu Hause erlebt Rogan eine unangenehme Überraschung.
„Die Tage des Drachen“ sind vorbei, doch manchmal kehrt er zurück, um die Menschen zu beobachten – so lautet die Sage, die Miko seiner Frau Adira erzählte. Seither will sie jede Nacht den Drachen sehen, da sein Anblick ihr das langsame Sterben erträglicher macht. Ob es sich bei dem Drachen um eine Metapher für eine (atomare) Katastrophe handelt, bleibt den Spekulationen des Lesers überlassen.

Alle Geschichten sind dem Fabeltier Drache gewidmet, und Andrea Tillmanns beweist, wie abwechslungsreich an das Thema herangegangen werden kann; sattsam bekannte Motive müssen sich nicht wiederholen.
Nicht immer ist der Drache die Hauptfigur, nie ist er böse oder verhält sich so, wie es die Menschen von ihm erwarten. Eher erscheinen die Menschen als die wahren Monster, da sie ihn und sein ganzes Wesen nicht begreifen. Aus Unwissenheit oder anderen Motiven misshandeln oder töten sie ihn. Trotzdem wirken die Drachen immer wieder Gutes, und sei es für oder wegen des einen Menschen, der anders ist.
Die Stories sind von der Grundstimmung her eher nachdenklich. Allein „Geliebte Cindra“ fällt durch die Pointe und „Drachentöter“ durch die Parodie eines Klischees aus dem Rahmen. Diese beiden Geschichten sind am gefälligsten und besonders unterhaltsam. Die Autorin schreibt routiniert und ohne überflüssige Schnörkel.
Die Titelillustration von Christel Scheja ergänzt passend den kleinen Band, der sich vor allem an Fantasy-Leser, die des Mainstreams überdrüssig sind, und an Drachen-Fans wendet.

Bezug: Crago-Verlag, Michael Schneider-Braune, P.F. 1248, 97990 Weikersheim, Tel.: 0 79 34 – 9 93 78 90, Fax: 0 79 34 – 9 93 78 89

hinzugefügt: July 15th 2006
Tester: Irene Salzmann
Punkte:
Hits: 2062
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