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Koontz, Dean R. & Anderson, Kevin J.: Frankenstein - Das Gesicht (Buch)

Dean R. Koontz und Kevin J. Anderson
Frankenstein - Das Gesicht
(Prodigal Son)
Aus dem amerikanischen übersetzt von Ursula Gnade
Heyne Verlag, 2006, Taschenbuch, 382 Seiten, 7,95 EUR, ISBN 3-453-56504-5

Von Carsten Kuhr
Ein Serienmörder sucht New Orleans heim. Immer wieder findet die Polizei Leichen, denen Organe, ja ganze Körperteile fehlen. Dabei stellt die ermittelnde Beamtin der Mordkommission zwei unterschiedliche Vorgehensweisen fest. Während einige der Opfer, allesamt Frauen vor dem Mord und der Entnahme der allesamt außen liegende Organe wie Hände, Brüste, Nasen, Lippen und Augen mit Chloroform betäubt wurden, weisen andere, männliche Opfer denen innen liegende Organe entnommen wurden, keine Rückstände von Chloroform auf. Sind mehrere Serientäter unterwegs, gibt es gar Trittbrettfahrer?
Alles wird noch mysteriöser, als ein Opfer aufgefunden wird, das medizinisch ungewöhnliche Züge aufweist. Zwei Herzen, ein konstruiertes Nerven- und Verdauungssystem, das gibt es doch gar nicht, sind Aliens am Mississippi gelandet?
Als sich dann ein riesenhafter Mann bei Detective Carson O´Connor melde, und ihr offenbart, dass es sich bei ihm um niemand anderen als Frankensteins Monster handelt und sein Schöpfer als respektabler Honoratior in New Orleans residiert kann es sich doch eigentlich nur um Wahnvorstellungen oder einen sehr schlechten Scherz handeln - oder?

Mary Shelleys „Frankenstein“-Mythos hat Leser seit seiner Entstehung in ihren Bann gezogen. Angesichts Genmanipulationen, Klonversuchen und der Debatte um die ethischen Zulässigkeit entsprechender Versuche ist die im Roman aufgeworfene Frage aktueller denn je. Darf sich der Mensch anmaßen, um den medizinischen Fortschritts wille, oder auch aus reinem Machtdünkel heraus Gott zu spielen, Leben zu verändern zu kreieren?
So tief aber steigt vorliegender erster Band einer Trilogie in die Materie - noch - nicht ein.
Im Vordergrund stellen die beiden versierten Autoren zunächst einmal eine durchaus kurzweilig zu lesende Handlung um die Ermittlung einer Mordserie. Was aber als krimiähnlicher Plot beginnt, das gleitet bald ins Übernatürliche ab. Geschickt bauen die Autoren Mysterien auf, schaffen Geheimnisse, nur um diese dann zögerlich zu lüften und so den Leser mit ermitteln zu lassen und bei der Stange zu halten.
Dabei ist der Plot selbst sehr oberflächlich auf den Punkt geschrieben. Das feuchtheiße New Orleans bleibt konturlos, die Handelnden bislang zumindest weitestgehend ohne Leben. Natürlich sind der verrückte, aber geniale Wissenschaftler, die vereinsamte Polizistin oder der gelangweilte Psychopath allesamt abgegriffene Versatzstücke, die aus anderen, besseren Romanen bekannt sind, und denen es daher an Faszination, an Glaubwürdigkeit mangelt. Dass das Autorengespann es besser kann beweisen sie bei der Darstellung des autistischen Bruders der Polizistin und bei der Beschreibung der Schöpfungen des übersteigerten Genies. Hier gelingt es den Autoren die Gefühlswelt der Personen glaubhaft zu machen, einfühlsam die Einsamkeit, die Furcht und die Ohnmacht der Geschöpfe zu portraitieren. Im Vordergrund aber steht, wie so oft in letzter Zeit eine große Verschwörung, die Jagd nach den Tätern, die sich zwar spannend und kurzweilig liest, von der ich mir aber doch ein wenig mehr erhofft hatte.

hinzugefügt: May 8th 2006
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
zugehöriger Link: Heyne Verlag
Hits: 2580
Sprache: german

  

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