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Hobb, Robin: Der wahre Drache (Buch)

Robin Hobb
Der wahre Drache
(Fools Fate, Part 2)
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Rainer Schumacher
Titelillustration: Romas Kukalis
Bastei-Lübbe, 2005, Hardcover, 572 Seiten, 14,95 EUR, ISBN 3-404-28348-1

Von Carsten Kuhr

Im für die Übersetzung in zwei Bücher gesplitteten dritten Band der zweiten Weitseher-Trilogie kommt es auf der fest dem ewigen Eis ausgelieferten Insel des Drachen zum Aufeinandertreffen von Fitz und der »Bleichen Frau«. Als selbsternannte Prophetin sucht sie ihre Weissagung vom Untergang der Zivilisation und ihrer anschließenden Herrschaft wahr werden zu lassen. Doch dazu muss sie Fitz zwingen, den letzten männlichen Drachen zu töten. Als die Bleiche Frau Fitz und seinen Freund, den Narren gefangen nimmt, scheint sie ihrem Ziel nahe zu sein. Um die Folterung am Narren zu beenden, um zu verhindern, dass das Wesen seines geliebten Narren in einen Steindrachen einfließt gibt Fitz dem Drängen zunächst nach. Mit Sprengpulver sucht unsere Expedition das ewige Eis rund um den schlafenden Drachen aufzusprengen: Die Zeit drängt, denn die Gefährtin des eingeschlossenen Drachen ist auf dem Weg zu Insel. Doch selbst als die Queste erfolgreich beendet ist, ist das Buch noch lange nicht zu Ende.

Über die Jahre der Lektüre ist mir Fitz, wie ein guter Freund, ans Herz gewachsen. Robin Hobb nimmt sich den Raum, ihre losen Enden, ihre »Biographie« von Fitz und seines Freundes, dem Narren zu einem befriedigenden Ende zu führen. Es gibt viele Geheimnisse aufzuklären, und sie sorgt für ein in sich logisches Happy End, ohne dass dieses kitschig oder aufgesetzt wirkt. Zwar bleiben immer noch einige Entwicklungen deren Lösung nicht detailliert beschrieben wurde, Problemkreise und Schicksale, die schnell und kurz abgehandelt werden, doch die Geschichte von Fitz wird zu einem runden Ende gebracht.

Marcel Reich-Ranitzki hat einmal sinngemäß gesagt, dass ihn Bücher fesseln, in denen die Personen leiden. Fitz hat über die insgesamt 6 - in der deutschen Ausgabe 7 - Bände mehr gelitten, als die meisten Protagonisten moderner Romane. Dabei hat Robin Hobb es verstanden uns die Gründe dafür, dass er zwar oft angesichts der Fährnisse, die das Schicksal für ihn bereit hielt verzweifelte, aber dennoch nie aufgab wahrhaftig zu machen. Diese nachvollziehbare Nähe gepaart mit der aufgezeigten Entwicklung des Charakters vom Jungen zum gereiften Mann machten diese Bücher zu etwas ganz Besonderem. Nur folgerichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Mysterien um den Narren nicht vollständig aufgeklärt wurden. Der Zauber der den Narren seit seiner Einführung im Text umgab bleibt dadurch gewahrt.

Ein paar Worte noch zum Buch selbst. Vorliegender Band schließt die kleine, aber wohlfeile Hardcoveredition der »Bibliothek der Phantastischen Literatur« der Bastei-Lübbe Taschenbücher ab. Leider weist der Text selbst diesmal ungewöhnlich viele Rechtschreibfehler auf, und auch die Übersetzung holpert manches Mal ein wenig. Unnötig hier insbesondere, dass englische Eigennamen eingedeutscht wurden.
Stefan Bauer hat es verstanden in der abwechslungsreichen Reihe dem Leser herausragende Romane zu präsentieren, die abseits der ausgetretenen Pfade wandelten. Nicht allein deshalb ist es zu bedauern, dass die kleinen aber feinen Hardcover zukünftig aus dem Buchhandlungen verschwinden werden. Auf jeden Fall sind die abschließenden Fitz Romane ein würdiger Abschluss der Edition.

hinzugefügt: March 18th 2006
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
zugehöriger Link: Lübbe
Hits: 1961
Sprache:

  

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