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Hohlbein, Wolfgang & Heike: Das Buch (Buch)

Das Buch, Wolfgang und Heike Hohlbein

Ueberreuther, Hardcover, 860 Seiten, EUR 24,95, ISBN 3-8000-2997-9

Von Oliver Naujoks

(Kleine Spoiler!)

Dieser Band gehört zu einer Reihe von Fantasy-Jugendbüchern, die Wolfgang Hohlbein, zusammen mit seiner Frau Heike, seit 1983 (seit "Märchenmond") pünktlich im Jahrestakt im Verlag Ueberreuther veröffentlicht. Sie zeichnen sich alle durch einen schwarzen Umschlag aus, sind gebunden und haben oft hübsche Ideen.

Die Grundidee des "Buch"es ist ungewöhnlich faszinierend und so werden etwaige Hemmungen einem 860-Seiten-Wälzer gegenüber schnell überwunden, wenn man einen Klappentext liest, der von einer Welt von Bücherlabyrinthen erzählt, in denen Scriptoren, kleine Gnome, penibel Buch über das Schicksal jedes einzelnen Menschen führen.
Diese Bücher verleihen unendlich viel Macht, denn wenn man in ihnen Änderungen vornimmt, ändert man das Schicksal, ändert man die Realität, ändert man die ganze Welt...
Einige Menschen, so auch die Hauptperson, die fünfzehnjährige Leonie, haben die Gabe und können Veränderungen an der Realität erkennen und so ist es an Leonie, eine aus den Fugen geratene Realität wieder zu richten und gleichzeitig dem Herrn dieser Bücherwelt, dem Archivar und seinen Häschern zu entgehen...

Ein Buch mit viel Licht und viel Schatten und beide Seiten der Medaille resultieren hauptsächlich aus den Möglichkeiten und Fallstricken, die dieses Genre, das Fantasy-Äquivalent zu einer SF-Zeitreisegeschichte, in welcher die Wirklichkeit verändert werden kann, mit sich bringt.
(Kurz nebenbei: Manchmal gibt der Autor versteckte Kommentare ab und erwähnt z.B. J.K. Rowling und Jason Dark nebenbei, interessant ist ein Statement, dass er an einer Stelle der Hauptperson in den Mund legt, nämlich, dass SF out sei und Fantasy in. Es wäre hier interessant zu klären, ob der Autor damit die momentane Potter- und Tolkienmania, den Erfolg seiner Bücher oder die Tatsache meint, dass immer noch drei "Charity"-Romane von ihm ausstehen. ;-) )

Die Möglichkeiten liegen darin, dass man der erzählerischen Fantasie, entfesselt von den Vorgaben der Realität, freien Lauf lassen kann und das tut der Autor auch. Mit teilweise an Kühnheit grenzender Leichtigkeit nimmt er abrupte Szenenwechsel teilweise mitten im Satz vor und führt die Leserschaft durch eine Reihe von faszinierenden Schauplätzen, wobei der Höhepunkt sicher die Abstecher in die dunkle Unterwelt der Bücherlabyrinthe sind.

In die Fallstricke dieser Gattung tappt der Autor aber leider auch und das nimmt einem teilweise nicht unbeträchtlich das Vergnügen an der Lektüre. Wenn in einem Roman die Wirklichkeit verändert werden kann, hat das immer eine gewisse erzählerische Willkür zur Folge, denn man muss sich kaum an Regeln halten und wenn man das nicht muss, kann man seine Protagonisten schwerlich in Gefahr bringen und damit Spannung erzeugen, da diese ja immer "cheaten bzw. betrügen" können, wenn sie wollen.

Teilweise umgeht der Autor dieses Problem auch nur dadurch, dass er diese Prämisse schlicht absichtlich vergisst, eine leider recht billige Lösung. Insbesondere einige Handlungswendungen um eine Person, die im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Federstrich Probleme lösen kann, sei hier erwähnt: Diese Person bedient sich teilweise recht "umständlicher" Methoden, damit überhaupt eine "normale" Handlung voran schreiten kann ohne ständig die Realität zu verändern.

Fernerhin sind die geschaffenen Welten, trotz aller Losgelöstheit von Regeln, teilweise alles andere als stimmig und der Autor verstößt manchmal gegen seine eigenen Regeln, damit die Handlung weitergehen kann.
Hilft einen darüber oft das hohe Tempo des Romans hinweg, sind einige Löcher in der Handlung so groß oder einige Wendungen so gequält, dass man schon Schwierigkeiten hat, diese Misslichkeiten zu überlesen.

Am schlimmsten ist hierbei, dass die Handlung auf den ersten 400-500 Seiten nur deshalb vorwärts kommen kann, weil die Heldin ob der seltsamen Ereignisse nicht einmal ihre Eltern mit Fragen konfrontiert und je weiter die Handlung voranschreitet, desto verzweifelter und hilfloser wirken die Versuche des Autors, dieses klärende Gespräch glaubwürdig zu vermeiden, wobei er den Bogen der Glaubwürdigkeit viel zu weit überspannt; so weit, dass es ärgerlich wird und der Verfasser dieser Zeilen mehrfach mit dem Gedanken gespielt hat, dass Buch wegzulegen, nachdem die Heldin zum x-ten mal, statt ihre Eltern zu fragen den Mund hält oder sich auf ihr Zimmer zurückzieht.
Wo wir gerade bei Ärger sind: Einige Szenen hätten so nicht im Roman verbleiben dürfen, beispielsweise eine verblüffend dämliche Szene, in welcher die Protagonistin des Nachts von ihrem Vater dabei erwischt wird, wie sie eine Maus mit Milch in einem Napf füttert und um dieses dann zu tarnen selbst aus dem Napf trinkt (sic!). Hat der Autor sich diese Szene nie bildlich vorgestellt? Sie wirkt so völlig lächerlich und unpassend.
Auch Sachen wie eine Person, die sich mal so eben in das Katasteramt eine Stadt "einhackt", heben nicht gerade die Laune bei der Lektüre und wirken schludrig, genauso wie einige Erklärungen, die der Autor nach der Lektüre des Romans schuldig bleibt.

Der Stil des Bandes wirkt teilweise auch etwas wie aus einer anderen Realität. So "schreiten" beispielsweise Charaktere oft "aus", ein Verb, das zumindest in dieser Realität in dieser Form: "ausschreiten", eher selten Verwendung findet.
Fernerhin machen zumindest mir schnoddrige Verben wie sich "trollende" Charaktere oder "reingedonnerte" Rückwärtsgänge nicht so viel Spaß.

Auch benutzt der Autor teilweise reichlich unschöne Bilder und Metaphern, wie Protagonisten, die "innerlich die Augen verdrehen" oder ungeduldig von einem Fuß auf den anderen treten, was zumindest der Verfasser dieser Zeilen in dieser Realität noch nie beobachtet hat, wenn es nicht um ein gewisses Bedürfnis geht.

Ein besonders scheußlicher Satz sei hier als abschreckendes Beispiel zitiert (S. 422): "...und ihr Herz machte einen jähen Satz bis in den Hals hinauf, wo es zu einem stacheligen Klumpen aus Eis zu erstarren schien, der ihr den Atem abschnürte." Zumindest in dieser Realität findet so einen Satz wohl niemand ansprechend; was für ein schiefes, schwülstiges Bild. Schrecklich. Da verdreht man innerlich die Augen.

All dieses stört aber erstaunlich wenig, denn - und damit sind wir nun bei den positiven Seiten - die Handlung ist äußerst temporeich, spannend und wartet mit vielen, sehr vielen guten Ideen auf.
Der trotz allem schön flüssige Stil des Autors, immer neue Handlungswendungen und ein atemloses Tempo sorgen dafür, und das kann man gar nicht hoch genug loben, dass man sich auf nicht einer der immerhin 860 Seiten langweilt, eine nicht zu unterschätzende und nicht gering zu lobende Leistung des Autors.

Noch zwei Warnungen:
Wer von diesem Roman philosophische Ausführungen zu den Themen Schicksal und verschiedene Realitäten erwartet, ist hier fehl am Platze, ein anspruchsvoller Roman schwebte Wolfgang Hohlbein nicht vor, derartige Ausführungen halten sich dementsprechend sehr in Grenzen. Der Autor wollte spannend und flott unterhalten und so gibt es statt Komplexität und reflektierender Passagen reichlich Aktionsreichtum und die Action-Szenen sind so zahlreich und teilweise so lang, dass sie sogar drohen, redundant zu werden. Sie langweile so zwar nicht, in der Nachbetrachtung ist aber festzustellen, dass dem Roman einige Kürzungen vermutlich nicht geschadet hätten, denn einiges wiederholt sich schon und ist somit überflüssig.
Die zweite und letzte Warnung geht an Eltern, denen zu raten ist, die Altersvorgabe "ab 12 Jahre" ernst zu nehmen. Zugegeben, nur wenige Kinder unter 12 werden sich an einen so langen Roman wagen, aber einige Szenen sind für ein Jugendbuch erstaunlich düster ausgefallen.

Was bleibt als Fazit?
Aufmerksame Leser werden sich somit an vielen Unsorgfältigkeiten in Stil und Handlungsführung stören, nichtsdestotrotz handelt es sich hier aber um einen sehr unterhaltsamen Roman.
Es mehren sich die Stimmen, die bei Wolfgang Hohlbein meinen, seine Bücher verkaufen sich eh "von selbst", aber das ist ja nunmal nicht so ohne Grund:
Ich möchte den deutschen Phantastik-Autoren sehen, der über eine Langstrecke von 860 Seiten ohne Durchhänger zu unterhalten weiß und das Tempo konstant hoch halten kann. Das schaffen nur wenige. Ganz wenige.

Trotz aller Schwächen habe ich den Roman durchaus gerne gelesen und wenn ein Roman über 860 Seiten so temporeich und kurzweilig unterhält, dann soll die Lektüre des "Buch"s hier auch empfohlen werden.

Diese Rezension entstand aus freien Stücken und wurde nicht von einem Scriptoren auf Geheiß des Archivars umgeschrieben.

hinzugefügt: July 13th 2004
Tester: Oliver Naujoks
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