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Steal Moon 1 (Comic)

Makoto Tateno
Steal Moon 1
(Japan, 2006)
Aus dem Japanischen von Costa Caspary
EMA, 2010, Taschenbuch, 172 Seiten, 6,50 EUR, ISBN 978-3-7704-7157-7

Von Irene Salzmann

Als Straßenkämpfer ist Nozomi ungeschlagen – bis er Coyote begegnet. Da der Verlierer dem anderen als Sklave dienen soll, verkauft Coyote den bewusstlosen Nozomi an Digital Angels, eine Internet-Peepshow. Nozomi kommt erst dann wieder frei, wenn er genügend Klicks erhalten und somit Geld eingespielt hat, um sich auslösen zu können.
Allerdings denkt Nozomi gar nicht daran, seinen lüsternen Beobachtern den Gefallen zu tun und ihnen eine deftige Show zu bieten, selbst wenn er die nächsten Jahre in seiner Zelle schmoren muss. Zwei Kollegen, Soma und Gyokuto, die kaum mehr als Kinder sind, warnen ihn, dass er sich Ärger einhandeln wird, wenn er nicht mitspielt, und dieser lässt tatsächlich nicht lange auf sich warten.
Nach dieser neuerlichen Bewährungsprobe erfährt Nozomi endlich, weshalb er bei Digital Angels ist. Hermes, der Chef des Unternehmens, und Coyote erzählen ihm, dass die Erde vom Mond beziehungsweise dem lunaren Zentralcomputer Isis aus beobachtet wird und es so gut wie keinen Ort gibt, an dem die Menschheit vor Spionage sicher ist. Genauso wie Soma und Gyokuto schreibt Nozomi seinen Namen mit Zeichen, die auch für den Mond stehen. Jeder von ihnen verkörpert einen Aspekt der Mondphasen und der Mondgöttin als Trinität: Artemis, Hekate und Selene. Die vereinten Kräfte von Nozomi, Soma und Gyokuto werden benötigt, um über die irdischen Terminals von Isis Zugriff auf den Muttercomputer zu erhalten.
Nozomi willigt ein, mit den anderen zusammen gegen die mysteriösen Beobachter vorzugehen. Es gelingt, den Computer zu aktivieren, aber was dann passiert, haben offenbar nur Hermes und Coyote gewusst und vor den anderen geheimgehalten …


Die totale Überwachung war schon öfters ein Thema in der SF, wobei George Orwells „1984“ der Klassiker schlechthin ist. Nun bedient sich auch Makoto Tateno in „Steal Moon“, der Schwesterserie zu „Blue Sheep Dream“ (bislang drei Bände in Japan), dieses Motivs.
Es ist schwer zu sagen, ob die Handlung wirklich so geplant war oder sich eher zufällig in diese Richtung entwickelt hat. Sie beginnt mit einer anderen Form der Beobachtung, der Peep-Show. Als wenig später die ‚wahren’ Ziele von Digital Angels enthüllt werden – der Kampf gegen die Spione auf dem Mond -, wird es wirklich utopisch und vor allem wirr, denn Elemente aus der SF und der Mythologie (griechisch, ägyptisch, chinesisch, japanisch) werden munter gemischt zu einer arg konstruiert wirkenden Erklärung.
Diese liefert den Rahmen für ein Wiedersehen mit Protagonisten aus der anderen Reihe sowie für einige Action- und erotische Szenen. Zum Ende hin erfährt die Handlung eine Steigerung, alles wird noch komplizierter, und ein Cliffhanger setzt den vorläufigen Schlusspunkt. Was wirklich los ist, welche Pläne Hermes und Coyote verfolgen, wird erst der zweite und letzte Band verraten.
Wer Makoto Tateno durch ihre anderen Titel („Cute x Guy“, „Hero Heel“, „Yellow“ etc.) kennt, ist mit ihrem Stil vertraut und weiß, worauf er sich einlässt: attraktive junge Männer mit den für die Künstlerin typischen Gesichtern, kleine Schwächen bei der Anatomie und Perspektive, einige erotische Szenen als Würze.

Hat man „Blue Sheep Dream“ gelesen und ist auf den Geschmack gekommen, wird man sicherlich auch zu Steal Moon“ greifen, denn BL und SF ist eine eher seltene Kombination, die für willkommene Abwechslung sorgt. Leider wirkt die Story des Zweiteilers ziemlich hanebüchen und kann die Erwartungen nicht erfüllen. Geht es einem mehr um erotische Szenen, kommt man durchaus auf seine Kosten und wird sich auch den Abschlussband nicht entgehen lassen.

hinzugefügt: February 21st 2010
Tester: Irene Salzmann
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