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Prophet 3: Pater Tenebrarum (Comic)

Prophet 3
Pater Tenebrarum
(Prophet: Infernum in Terra)
Text & Zeichnungen: Mathieu Lauffray
nach einer Idee von Xavier Dorison & Mathieu Lauffray
Übersetzung: Tanaj Krämling
Lettering: Delia Wüllner-Schulz
Splitter, 2010, 56 Seiten, 13,80 EUR, ISBN 978-3-86869-064-4

Von Frank Drehmel

Jack Stanton, der Mann, der die Zukunft zerstörte, sowie die beiden Mutanten Athenais und Jahir haben auf der Suche nach Rettung der Welt das zerfallende New York einer apokalyptischen , dem Untergang geweihten Erden betreten. Doch in den düsteren, zertrümmerten Straßenschluchten lauern Gefahren – geisterhafte untote Menschen und eine Kreatur, die Jahir Heuler nennt -, welche die drei zwingen, die Stadt zunächst wieder zu verlassen.
Da sich Athenais Transformation in ein höllisches Wesen ihrer Vollendung nähert, beschließt Jack jedoch, nachdem er endlich die ihm vom Schicksal scheinbar zugedachte Rolle als Prophet akzeptiert hat, einen neuen Versuch zu wagen und zu dritt jene geheimnisvolle Stele zu suchen, die im Laderaum des Frachters „San Gabriel“ verborgen sein soll, denn diese Stele ist nicht nur der Schlüssel zum Tor der Hölle, sondern soll auch der Kerker des wahren Messias, Kalayeni Kania, sein.
Die Titanen jedoch, welche einst Höllenpforte entströmten, haben das vor langer Zeit im Zentrum New Yorks zerschellte Schiff zu einer riesigen Festung, einem Fanal ihrer dämonischen Macht, ausgebaut. Zudem streifen noch immer die Ghosts und der Heuler durch die sich auflösende Stadt. So sind die drei gezwungen, sich ihren Weg zum Messias durch die Schächte der ehemaligen Untergrundbahn sowie einer darunter liegenden Höhlenwelt zu bahnen, wobei am Ende des Weges nicht nur der Messias wartet, sondern auch jenes titanische Biest, das Jack Stanton seit seiner Ankunft in der zukünftigen Welt auf den Fersen war.


Während das kraftvolle, lebendige Artwork insbesondere in jenen Szenen, die innerhalb und unterhalb des zerfallenden New Yorks angesiedelt sind, sowohl von beeindruckender Dynamik als auch beängstigender, apokalyptischer Atmosphäre ist, kommt die Story selbst recht schwachbrüstig daher. Nicht nur dass der Konnex zwischen Stantons Expedition (vgl. „Ante Genesem“) und dem Untergang der Zivilisation nach wie alles andere als zwingend beziehungsweise einleuchtend ist, nicht nur dass die Figuren in ihrer wankelmütigen Psychologie und mit ihren pathetischen Erlöser-Plattitüden sehr einfach gezeichnet sind, auch insgesamt umgibt die Geschichte eine Aura plakativer Vordergründigkeit, wirken viele Szenen – wie etwa Athenais Errettung respektive Erlösung durch Jack – abgeschmackt. Es scheint, als wisse Luffray selbst nicht genau, wohin das Ganze steuern soll.
Ärgerlicher als diese Oberflächlichkeit ist die Tatsache, dass die Geschichte sprachlich nicht funktioniert beziehungsweise überzeugt. Der lockere Tonfall und die simple Ausdrucksweise im Angesicht der Gefahr konterkarieren den monumentalen, cthuloiden, verschnörkelten Horror der Bilder ein ums andere Mal regelrecht.
Nichtsdestotrotz ist die flache Geschichte unterm Strich hinreichend spannend, um den Abschlussband gleichsam zu einer Pflichtlektüre zu machen, auch wenn ziemlich sicher nicht jedes Rätsel gelöst und jeder Zusammenhang abschließend erläutert werden wird.

Fazit: Das monumentale Artwork vermag es nicht, die inhaltlichen Schwächen vollends zu kaschieren. Dennoch bleibt Prophet nicht nur visuell eine spannende Serie.

hinzugefügt: February 20th 2010
Tester: Frank Drehmel
Punkte:
zugehöriger Link: Splitter
Hits: 1899
Sprache:

  

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