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House of the Dead - Der Film (DVD)

House of the Dead – Der Film

DVD Code 1 (Nordamerika) vs. Code 2 (Deutschland)


(OT : House of the Dead) Kananda/USA/Deutschland 2003, Regie: Uwe Boll, Buch: Dave Parker & Mark A. Altman, nach einer Story von Mark A. Altman & Dan Bates, basierend auf den gleichnamigen Sega-Videospielen, Kamera (Panavision Super 35 in 2,35: 1): Mathias Neumann, Schnitt: David M. Richardson, Musik: Reinhard Besser.
Mit Ona Grauer, Jonathan Cherry, Enuka Okuma, Kira Clavell u.a., sowie Jürgen Prochnow und Clint Howard.
Laufzeit: 87 Minuten (ungekürzte, juristisch geprüfte Fassung ohne FSK-Freigabe), 82 Minuten (gekürzte Fassung mit FSK KJ-Freigabe).
Verleih: Kinowelt Home (Deutschland), Artisan (Nordamerika)


Von Oliver Naujoks

Vorbemerkung
Nach vielen Jahrzehnten fast völliger Abstinenz können deutsche Regisseure seit gut zehn Jahren durchaus auch in Hollywood reüssieren. Das gilt insbesondere für Wolfgang Petersen „(Air Force One“, „Troja“) und Roland Emmerich („Independence Day“, „The Day After Tomorrow“), die es jeder für sich geschafft haben, inzwischen zu den Top-Regisseuren in Hollywood zu zählen, die die großen Jahres-Blockbuster („Tentpole-Pictures“) für die Studios inszenieren dürfen.
Letztes Jahr traten zwei weitere deutsche Regisseure auf den Plan, beide mit harten Horror-Filmen. Der Video-Clip Regisseur Marcus Nispel, dessen Filmkarriere nach seinem Rausschmiss bei dem Schwarzenegger-Film „End of Days“ schon beendet schien, konnte letztes Jahr mit „Michael Bays Texas Chainsaw Massacre“ einen durchschlagenden Überraschungserfolg landen, der schon am Startwochenende praktisch seine Kosten wieder einspielte und insgesamt ein großer Erfolg wurde.
Der zweite Deutsche war Uwe Boll, der wahrlich kein Neuling im Geschäft ist und in seinen Credits bereits Filme wie „German Fried Movie“, „Barschel – Mord in Genf“ und „Das erste Semester“ nennen kann. Uwe Boll hat sich jetzt auf Computerspiel-Adaptionen spezialisiert und arbeitet im Zeitpunkt der Abfassung dieser Rezension gerade an der Post-Production von „Alone in the Dark“, inszeniert eine Adaption des Spiels „Bloodrayne“ mit T3-Aktrice Kristanna Loken und bereitet gleichzeitig auch eine Verfilmung des Videospiels „Far Cry“ vor.
Uwe Bolls Werk „House of the Dead – Der Film“ wurde nicht ein so erfolgreiches Schicksal wie dem Chainsaw-Remake zuteil, der 2002 gedrehte und Ende 2003 in den USA gestartete Film spielte insgesamt in den Kinos weltweit nur 14 Millionen Dollar ein, was sicher auch ein Grund dafür ist, dass Kinowelt ihn in Deutschland nicht im Kino, sondern seit August 2004 nur auf DVD auswertet. Ferner stieß er im Netz auf eine außergewöhnliche Vielzahl vernichtender Kritiken.

Nichtsdestotrotz soll der Anlass eines deutschen Regisseurs, der in Nordamerika Horror-Filme inszeniert, Grund genug sein für Phantastik.de, sich dem Film ausführlich zu widmen und die in Amerika und Deutschland erschienenen DVD-Ausgaben einer äußerst gründlichen Untersuchung zu unterziehen.


Der Film
Die Story kann man in einem kurzen Satz erzählen: Junge Leute reisen per Boot zu einer Insel, weil sie dort an einem Rave teilnehmen wollen, die Insel ist aber von Zombies bevölkert...

Ja, dies ist ein weiterer Film, in welchem hohle Teenies (oder besser gesagt Twens) aufgrund ihrer eigenen Dummheit in eine gefährliche bis tödliche Situation geraten. Einer der Gründe, warum der Film so viele negative Stimmen erhalten hat, dürfte sein, dass es schon sehr viele Teenie-Horror-Filme gibt, deren Charaktere praktisch nicht entwickelt sind, „House of the Dead“ dahingehend aber vielleicht einen neuen Rekord aufstellt: SO dünne Charaktere hat die Welt noch nicht gesehen. Von einigen erfährt man kaum die Namen, sie wurden nicht mal mit minimalistischen „Spleens“, Angewohnheiten oder Manierismen versehen, womit normalerweise Drehbuchautoren nicht ausgearbeitete Charaktere tarnen – und das fast bei allen Darstellern nicht vorhandene mimische Talent erledigt dann den Rest. Noch nie waren einem Charaktere so egal, zumal sie auch nicht mit einem Hintergrund versehen wurden, aber ein Hintergrund für Charaktere ist nach Meinung des Regisseurs im Audiokommentar auch „Scheißdreck“. Dadurch kann man nur leider keine Gefühle für die Personen aufbauen und auch nicht mit ihnen mitfiebern und so passieren dann so eigenartige Szenen wie die, dass ein Charakter, dessen Freundin gerade einen Kopfschuss empfangen hat, darauf nicht im geringsten reagiert.

Immerhin sorgt der Regisseur dafür, dass es dem Exploitation-Fan nicht langweilig wird: Schon in den ersten zwanzig Minuten, bevor die eigentliche Zombie-Geschichte richtig beginnt, haben schon drei Darstellerinnen ihre Brüste für die Kamera entblößt, das malaysische Model Penny Phang in kurzen Clips auf dem Rave (der aus Budget-Gründen eher wie eine kleine Gartenparty aussieht), die noch recht unbekannte Sonya Salomaa, die das blonde Dummchen spielen darf, gegenüber Clint Howard in einer amüsanten Szene und die Smallville-Darstellerin Erica Durance in einer ziemlich misslungenen „Der weiße Hai“-Hommage. Dazu mag man stehen, wie man will (nein, das soll kein Wortspiel sein), es hebt sich immerhin angenehm gegenüber der übertriebenen Prüderie in den „Scream“-Filmen und deren zahlreichen Epigonen Ende der 90er ab. Ehrliches Exploitation-Kino halt.

Nach diesem Anfang kippt der Film dann nach dem ersten Zombie-Angriff ziemlich schnell um – und zwar nicht in einen Horror-Film, sondern in einen Action-Film. Gruselig oder unheimlich will „House of the Dead“ nicht sein, sondern Action satt bieten, und die bekommt man auch geboten, denn es war, so weit es geht, eine Verfilmung der gleichnamigen Computerspiel-Serie intendiert.
Statt Spannung aufzubauen, wird jetzt für den Rest des Films geballert, was das Zeug hält und diese Szenen sind durchaus spektakulär und temporeich. Eine Action-Szene im Mittelteil des Films, die auf einem Friedhof spielt, will gar nicht mehr enden, geht weit über zehn Minuten und entwickelt fast den Charakter eines Happenings. Was da an Stunt-Action, Make-Up Effekten, Bullet-Time Set-Ups und ähnlichem aufgefahren wird, weiß durchaus zu beeindrucken und ist auch gekonnt in Szene gesetzt.
Und plötzlich empfindet man die Schwächen des Films nicht mehr so stark. Charaktere sind kaum vorhanden und alle können plötzlich mit Waffen umgehen? Natürlich ist das, wenn man es konventionell bewertet, unheimlich schlecht, es passt aber hervorragend dazu, wenn man an die Ästhetik eines Computerspiels mit seinen Protagonisten herankommen will. Die Protagonisten eines Ego-Shooters haben halt in der Regel keine Charaktereigenschaften, sondern „Skills“, hier insbesondere der Umgang mit der Waffe. Ja, das ist leer und hohl, aber eines kann man nicht abstreiten, es ist verdammt kurzweilig und teilweise durchaus spektakulär.

Weniger gelungen ist eine weitere Annäherung des Regisseurs an die Computerspiel-Serie, in dem er immer wieder Szenen aus dem Spiel „House of the Dead 2“ in den Film reinschneidet. Am Anfang wird es nur für filmische Übergänge benutzt und funktioniert als neue Idee noch ganz gut. Wenn es dann in der bereits erwähnten, zentralen Action-Szene im Übermaß eingesetzt wird, nervt es. Allerdings gibt es kurz vor Schluss noch mal eine Sequenz (in welcher die Darstellerin Enuka Okuma einen engen Gang in einer Miene hinunter läuft und beidhändig schießend einen Zombie nach dem anderen entsorgt, wobei die Kamera oft aus ihrer Perspektive das Geschehen begleitet), wo ebenfalls Szenen aus dem Spiel eingeschnitten werden und das ganze durch die visuelle Nähe zu einem Ego-Shooter eine erstaunliche Dichte erreicht.

Technisch ist der Film ordentlich, insbesondere Bildgestaltung, Lichtsetzung und Ton sind durchaus hochklassig, weniger gelungen ist allerdings, dass wohl aus Budget-Gründen einige der dicksten Continuity-Fehler der letzte Jahre (ständig Regen/kein Regen, die Darsteller haben oft andere Waffen in der Hand, ohne dass Zeit wäre, diese zu wechseln) zu bestaunen sind und der Regisseur teilweise noch kein Gespür dafür entwickelt hat, wann ein Mittel überstrapaziert ist oder nicht. Das gilt sowohl für die eben beschriebenen Computerspiel-Szenen, als auch für einen Turntable-Effekt, wo die Schauspieler auf eine runde Plattform gestellt werden und die Kamera mit über 100 KM/h um sie herumsaust, wobei eine Art Matrix-Bullet-Time-für-Arme Effekt entsteht, der durchaus was hermacht, aber nicht, wenn man ihn ständig einsetzt, wodurch der Rhythmus einiger Szenen etwas holpert. Die Ausstattung macht was her für das niedrige Budget, der Schnitt ist auf größtmögliche Schnelligkeit und Hektik getrimmt und die Musik, die aus einem orchestralen Score und Techno-Klängen besteht, durchaus gelungen. Die Make-Up Effekte sind größtenteils ebenfalls auf hohem Niveau, nur beim Bösewicht ist das Design der Maske selten dämlich.

Ein Manko an dem Film sind allerdings die Darsteller, die teilweise selten blass daherkommen. Dies gilt insbesondere für Will Sanderson, der wie im Koma spielt und zu dessen Auftritt es passt, dass er einmal mit Exkrementen beschmiert aus einem Dixi-Klo befreit wird.
Nur Ona Grauer macht im doppelten Sinne des Wortes eine gute Figur, denn sie lässt schauspielerisches Talent und in ihrem Charakter Entschlossenheit erkennen und darf des weiteren in der zweiten Hälfte des Films mit einem tief beeindruckenden Ausschnitt herumlaufen, der mit sichtlicher Entschlossenheit von der Kamera immer wieder prominent eingefangen wird. Ferner bleibt der aus „Final Destination 2“ bekannte Jonathan Cherry halbwegs im Gedächtnis, wie auch die Martial Arts-Künste von Kira Clavell, deren Charakter allerdings recht früh stirbt.
Schlimm erwischt hat es Jürgen Prochnow. Wenn der in seiner KaLeu-Montur aus „Das Boot“ rumrennen muss, Captain Kirk(!!) heißt und sich auch noch Mr. Spock-Witze anhören darf, dann ist das nur hochnotpeinlich. Der Arme. Immerhin erledigt er seinen Auftritt mit einer gewissen Coolness.

Was bleibt unterm Strich? Ein Regisseur, der mangels Gespür dafür seine Mittel nicht richtig einzusetzen weiß, eines der dünnsten Drehbücher der letzten Jahre, weitere Schwächen noch und nöcher und trotz dieser Anstrengungen schafft der Film es nicht, einem Exploitation-Fan das Vergnügen zu verleiden. Wer auf kurzweilige, harte Zombie-Action steht, wird voll auf seine Kosten kommen, ferner kann man dem Film nicht absprechen, dass er in seinem Bemühen, einem Computerspiel nahe zu kommen, weiter geht, als viele andere. Ob das zu begrüßen ist, steht auf einem anderen Blatt.

Ja, das ist insgesamt durchaus eine Empfehlung für den Film. Es soll nur keiner sagen, er oder sie wäre nicht gewarnt worden.


Die DVDs:

Code 1 (Artisan) vs. Code 2 (Kinowelt)

Das Bild:
Interessanter Weise differiert das Bildformat auf den DVDs.
Die Code 1-Disc ist matted in 1,85:1, während die Kinowelt-Fassung in Scope 2,35:1 abgetastet wurde. Was ist korrekt? Nach eindeutigen Angaben der Filmemacher war das Breitwand-Format intendiert, so dass die Kinowelt-Version den Film in 2,35:1 so wiedergibt, wie er gedacht war.
Allerdings fehlen in der US-Version keine Bildinformationen, im Gegenteil: „House of the Dead“ wurde von Mathias Neumann im Super 35-Format photographiert, was es aufgrund seiner hohen Auflösungseigenschaften erlaubt, einen Film so weit abzukaschen, dass auch eine Breitwand-Vorführung in guter Qualität möglich ist, ohne beim Dreh eine anamorphotische Linse benutzen zu müssen. Somit wurde, vereinfacht ausgedrückt, bei der US-Disc einfach weniger abgekascht als bei der deutschen Version, wodurch man gerade im unteren Bildbereich deutlich mehr sieht.
Und jetzt fängt das Rätselraten an:
Wenn tatsächlich das Scope-Format intendiert war, warum wirken einige Kadrierungen so eng und schneiden Dinge ab, die man normalerweise zeigen würde? Warum wird in einer Rückblende der untere Teil eines Schiffes dadurch abgeschnitten? Ferner, und das dürfte für viele Fans wichtig sein: Auch die für Exploitation-Filme so wesentlichen Nackt-Szenen leiden darunter: So verschwinden die Brüste von Darstellerin Erica Durance (in den Film-Credits noch mit ihrem Ehenamen Erica Parker genannt) bei einer Strandszene am Anfang auf der Kinowelt DVD teilweise kurzfristig im schwarzen Balken, während sie in der US-Fassung zu sehen sind, selbiges passiert auch dem Ausschnitt von Hauptdarstellerin Ona Grauer in einer späteren Szene, wenn sie sich über den verletzten Jürgen Prochnow beugt. Das kann, insbesondere, wenn man die Macher in den Audiokommentaren so hört, eigentlich nicht so geplant gewesen sein.
Um das klar zu stellen: Dies soll keinesfalls ein Plädoyer für weniger Balken sein, ein Film soll auf DVD immer so präsentiert werden, wie er von den Machern gedacht war und wie er auch im Kino vorgeführt wurde. Also ein klarer Punkt für die Kinowelt DVD im korrekten Scope-Format; wer allerdings u.a. mehr Schiffe und Brüste (die Unterschiede sind aber minimal!) sehen will, sollte sich die US-Fassung noch dazu besorgen.
Von der Bildqualität her gibt es an beiden Versionen nicht viel auszusetzen, das Kinowelt-Bild wirkt einen Tick dunkler und weniger scharf, was aber nicht stört.

Der Ton:
Hier geht der Punkt klar an die US-Fassung, die deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten bietet, u.a. eine DTS-Spur, wenn auch natürlich keinen deutschen Ton. Der Mix ist in jeder der 5.1-Spuren wuchtig und unterstützt den Film sehr gut, der Subwoofer hat einiges zu tun und auch einige erfreuliche direktionale Effekte erfreuen das Ohr..

Die DVD-Extras:
Jetzt kommen wir zum Sahnestückchen dieser Besprechung: Die Audiokommentare.

Regisseur Uwe Boll hat es sich nicht nehmen lassen, jeweils mit anderen Co-Sprechern sowohl einen englischen, als auch einen deutschen Audiokommentar aufzunehmen. Das ist zunächst mal sehr zu begrüßen, da können sich die Petersens, Emmerichs und Nispels eine Scheibe von abschneiden, die jeweils nur englische Kommentare besprechen.

Fangen wir mit dem englischen Kommentar an, der von Uwe Boll, einem der Produzenten, einem FX-Macher und dem Schauspieler Will Sanderson gesprochen wird.

Zunächst fällt deutlich auf, dass der promovierte Uwe Boll jegliche Englischstunde in seinem Leben entweder geschwänzt hat oder dort geistig abwesend war. Der in rekordverdächtiger Breitheit vorgetragene teutonische Akzent mit unzähligen „ze“ statt „the“ u.ä. ist dabei noch nicht mal das schlimmste, schlimmer sind die Defizite im Ausdruck und der Gramamtik, wodurch ihn seine Co-Sprecher teilweise nicht verstehen oder auch mal freundlich oder genervt verbessern. Nicht für nötig gehalten wurde es, dass Handy mal auszuschalten, so dass Boll mitten im Kommentar von niemand geringerem als seinem „Alone in the Dark“-Star Christian Slater mal angerufen wird („Really? I didn’t saw it!“). Argh.
Uwe Boll ist merklich sehr von sich überzeugt, hat aber immerhin eine gefestigte Meinung: Viele Ideen, die man selbst oder auch die Co-Kommentatoren im Film nicht so gut finden, findet er sehr gut. Das gilt für Witze, die nur er lustig findet oder auch für die bis zum Exzess eingesetzte Turntable-Kamera, wo er nur anmerkt, dass ein Großteil des gedrehten Materials gar nicht verwendet wurde (sic!).
Ein waschechtes Highlight gibt es aber in dem Audiokommentar: An diesem nimmt, wie gesagt, auch Darsteller Will Sanderson teil (und nicht Co-Star Jonathan Cherry, wie auf dem Cover angegeben), ein Darsteller, der, wie oben schon beschrieben, mit eher wenig bis gar keinem Schauspiel-Talent zu überzeugen weiß. In der oben beschriebenen Szene, nachdem gerade seine Freundin eine Kugel in den Kopf bekommen und er hinter einer Fackel hervor betroffen zu gucken hat, meint der Regisseur: „Hey, Will, ze toach pläis better thän you!“ („Die Fackel spielt besser als Du!“), womit er recht hat – und der Darsteller dann sogar selbst meint, dass er in der Szene nicht so gut war. Ein echter Brüller. Kurz zuvor meint der Darsteller auch, dass eine Szene, in welcher er besonders schlecht spielt, ihm peinlich sei, wobei Boll ihn aber beruhigt und die Szene für gut befindet. Nun ja.
Insgesamt gesehen aber ist der Audiokommentar nicht so gelungen, die Sprecher schweifen zu sehr ab (einmal wird ein Cappuccino-Monolog von Boll sogar von einem Co-Sprecher unterbrochen und das Gespräch zurück zum Film geleitet) und, vor allem, statt Interessantes zu erzählen, machen die Sprecher den weit verbreiteten Fehler in solchen Kommentar-Spuren und kommentieren lediglich die Bilder („Jetzt kommt die große Schießerei“), die man ja eigentlich selbst sehen kann, so dass ein Unterhaltungswert durchaus da ist, der Erkenntnisgewinn aber eher gering.
Weniger spektakulär, aber fast interessanter ist da schon der zweite Kommentar von Co-Autor und Executive Producer Mark A. Altman, der sich zwar weigert, Uwe Boll zu kritisieren, aber schon mehr oder weniger durchscheinen lässt, dass zumindest er sich der Schwächen des Films bewusst ist, und teilweise nennt er diese auch. Da er etwas bescheidener und nicht ganz so von sich selbst überzeugt auftritt, kommt das ganz sympathisch rüber und der Kommentar macht Spaß.

Der exklusiv für die deutsche DVD produzierte deutschsprachige Kommentar (die beiden o.g. US-Kommentare sind auf der Kinowelt-DVD nicht enthalten) ist einer der Hauptanlässe dafür, diesen Film hier in so epischer Breite zu besprechen. Dieser wird ebenfalls von Uwe Boll, sowie dem Kameramann Mathias Neumann und dem Produzenten und Tonmeister Wolfgang Herold besprochen.
Denn der ist wirklich was besonderes, dieser Audiokommentar. Und schlägt jedem Fass den Boden aus.
Das fängt damit an, dass die Aufnahmebedingungen wohl die dilettantischsten und amateurhaftesten sind, die jemals in einem Audiokommentar zu hören waren. An das Vertilgen von Kaffee und Kuchen hat man sich ja fast schon gewöhnt, das gibt es oft, das macht auch nichts. Was aber etwas macht ist, dass die Herren nicht mal für 87 Minuten ihre Handys ausschalten können, diese permanent klingeln, was dann dazu führt, dass man vorher schon im Mikrophon die typischen Geräusche hört, wenn ein Anruf ankommt und die Herren dann vor die Tür gehen um geschäftliche Dinge zu besprechen. Noch besser ist allerdings, dass der Film auch noch von zwei Hunden kommentiert wird, die fast die ganze Zeit winseln, hecheln, sich kabbeln und wenn sie dann doch mal rausgeschmissen werden, laut bellen. Unfassbar. Das erreichte Maß an Irritation durch die Handys und die Hunde ist so gewaltig, dass man sich kaum auf den Kommentar konzentrieren kann und die ganze Zeit nicht weiß, ob man lachen oder sich ärgern soll.
Kamermann Mathias Neumann hat dann auch irgendwann keine Zeit mehr und will gehen. Tolle Auffassung. Ob es wirklich zu viel verlangt gewesen wäre, mal 87 Minuten im Kalender frei zu machen, die Handys abzuschalten und die Hunde zu verpumpen?!
Aber das ist erst der Anfang.
Offensichtlich sich unter dem Schutzschild der Sprachbarriere wähnend (die deutsche Spur wird sich wohl in den USA kaum jemand anhören) wird hier so richtig vom Leder gezogen und ein noch größeres Maß an Selbstgefälligkeit als im englischen Kommentar zur Schau gestellt. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn der Film ein großer Erfolg gewesen wäre, aber so? So phantasiert Uwe Boll irgendwas von einem Umsatz des Films in den Staaten von 60 Millionen Dollar, obwohl der Film gerade mal weltweit lt. Boxofficemojo nur 14 Millionen Dollar eingespielt hat. Fernerhin wird erzählt, dass der Film in einigen Ländern Freddy vs. Jason „versenkt“ hätte, was man bei einem weltweiten Einspiel außerhalb der USA von 4(!) Millionen Dollar lt. Boxofficemojo kaum glauben kann.
Ferner gibt es einige Geschmacklosigkeiten, wie die Aussage, dass man statt Make Up sich auch billig Leichen aus Tschetschenien hätte kommen lassen können und eine Stelle ist besonders ärgerlich: Da wird über den gewaltigen Vorbau von Hauptdarstellerin Ona Grauer geredet, die während des Films ihr erstes Kind stillte und Uwe Boll meint dann, dass er sie ein paar Monate später wieder getroffen hätte und von dem Busen nach der Stillzeit „nichts übrig geblieben“ sei. Das ärgerliche daran ist nicht nur, dass solche Aussagen wenig Gentleman-like sind, sondern auch, dass man das Gefühl nicht los wird, dass sie in einem englischen Kommentar, den Ona Grauer oder ihr Umfeld sich ja möglicherweise mal anhören könnte, so wohl nicht gefallen wären. Das ist nicht nett.
Ferner versteht man nach Anhören dieses Kommentars, warum sich Filmemacher immer so extrem zurück halten, wenn sie die Werke ihrer Kollegen kommentieren – es kommt absolut mies rüber. Wenn Uwe Boll daher redet, dass „House of the Dead“ genauso gut aussähe wie „Resident Evil“ und „Underworld“ (was aufgrund des höheren Budgets der beiden letztgenannten schlicht nicht stimmt) und deutlich besser als deutsche Produktionen wie „Anatomie“ (was auch nicht stimmt, denn dieser sieht aus wie ein A-Film) aussähe, übernimmt er sich mit solchen Aussagen sichtlich. Neben solchen interessanten Entgleisungen erfährt man gleichzeitig auch viel über das Filmverständnis der Macher und das ist sehr lustig. Handlung und Story, die von Uwe Boll als „Scheißdreck“ bezeichnet werden, habe er gleich am Set aus dem Drehbuch gestrichen und sich auf die Action konzentriert. Es scheint in die Köpfe der Herren da nicht reinzugehen, dass ein ausgefeilter Plot und viel Action keine Gegensätze sind und, um nur ein Beispiel zu nennen, ein Genre-Meisterwerk wie „Aliens- Die Rückkehr“ gerade wegen dieses „Scheißdrecks“ so brillant funktionierte. Und so lustig geht es weiter, erwähnt werden soll hier nur noch, dass man wohl mächtig stolz ist, den Stuntman bekommen zu haben, der den Bösewicht Michael Meyers in den Halloween-Filmen verkörperte und man es den ganzen Kommentar über nicht ein einziges Mal auf die Reihe bekommt, den Namen richtig zu sagen und statt dessen immer von Austin Powers-Darsteller und Shrek-Sprecher Mike (statt Michael) Meyers redet.
Dieser Audiokommentar ist gleichermaßen höchst irritierend, ärgerlich, unterhaltsam und aufschlussreich und alleine den Kauf der DVD wert.
Sowas wird man so schnell nicht mehr zu hören bekommen und jeder, der ihn hört, wird weitere Boll-Kommentare in der Zukunft (z.B. zu „Alone in the Dark“ und „Bloodrayne“) jetzt schon auf den mentalen Einkaufszettel setzen.

Die weiteren Specials sind nicht der Rede wert, interessant ist nur, dass sie sich fast vollständig unterscheiden. So gibt es nur auf der US-Scheibe einige Deleted Scenes und nur auf der deutschen DVD einige (belanglose) Interviews, ferner gibt es zwei unterschiedliche (öde) Making Ofs und schließlich, nur auf der US-Scheibe ein bizarres Feature, welches für Fetischisten von leicht bekleideten Mädels mit Waffen ein Fest sein dürfte, auch wenn es nur sechs Minuten lang ist.
Selbst die Menüs unterscheiden sich, wobei das nordamerikanische, an einen Spielautomaten angelehnte Menü („Insert Coins“) liebevoller gestaltet ist.

Höchst verblüffend ist das Cover der deutschen DVD, auf dem etwas draufsteht, was im Filmgeschäft einmalig sein dürfte. Da steht: "Vom Regisseur von 'Alone in the Dark'", und damit wird folglich mit einen Film geworben, der zum Zeitpunkt der Herstellung der DVD noch nicht fertig gestellt war! Mit einem zukünftigen Film auf dem Cover zu werben, das ist neu.

Was bleibt als Fazit für die DVDs?
Egal, wie man zu dem Film steht, ist die deutsche Scheibe wegen des Audiokommentars absolute Pflicht, da führt kein Weg dran vorbei (zumindest mal ausleihen!), und die US-Scheibe ist wegen der o.g. Unterschiede als Ergänzung durchaus einen Blick wert.


DVD-Facts Code 1:
Hersteller: Artisan
Laufzeit: 90 Minuten (nicht länger als dt. Version, die durch das europäische PAL-Format nur 4% und damit 3 ½ Minuten schneller läuft, beide sind ungekürzt)
Bild: 1,85:1 anamorph (open matte des Breitwand-Bildes)
Ton: Englisch DTS 6.1 ex, Englisch DD 5.1 ex, Englisch DD 2.0, Französisch DD 5.1 ex
Untertitel: Englisch, Spanisch
Extras:
Zwei Audiokommentare (1. Kommentar: Regisseur Uwe Boll, Produzent Shawn Williamson, Post-Production Superviser Jonathan Shore und Darsteller Will Sanderson (auf dem Cover falsch als Jonathan Cherry angegeben) 2. Kommentar: Autor und Executive Producer Mark A. Altman),
3 Featurettes (darunter: “Stacked for Zom-bat: The Sexy Babes of House of the Dead prepare for Battle!”), Deleted Scenes, Trailer, Vorschau auf Sega-Game “Nightshade”

DVD-Facts Code 2:
Hersteller: Kinowelt Home
Bild: 2,35:1 anamorph
Ton: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch
Extras:
Deutschsprachiger Audiokommentar von Regisseur Uwe Boll, Kameramann Mathias Neumann und Produzent/Tonmeister Wolfang Herold,
Interviews mit Cast & Crew, Making Of, Trailer, Zwei Musikstücke.

Zensur-Info: Hoher Gore-Gehalt, der allerdings durch den stakkato-artigen Schnitt, die Übertreibungen und die Künstlichkeit des Settings wieder stark relativiert wird, weswegen z.B. die britische Version ungekürzt schon ab 15 freigegeben wurde. Die US-Fassung ist ungeschnitten (wird im Kommentar erwähnt) mit einem R-Rating versehen und der deutsche Verleih brachte den Film ungekürzt ohne FSK-Freigabe auf den Markt (Leih-Version + Kaufversion) und, um die möglichen Folgen einer Indizierung abzumildern, in einer stark geschnittenen Version (ca. 5 Minuten, was bei den extrem kurzen Gore-Szenen eine Menge an Schnitten sein dürfte), die die FSK-Freigabe KJ erhielt. In den deutschen Videotheken steht die ungekürzte Fassung, in den Verkauf kommen beide Versionen, da sollte man dann die Augen offen halten, dass man die ungekürzte Fassung erwischt. Inzwischen wurde sogar eine noch kürzere Fassung vorgelegt, die jetzt ein FSK 16 hat und 77 Minuten lang ist.
Wegen der Nackt-Szenen sei noch einmal auf die obigen Ausführungen zum Bildformat hingewiesen.

hinzugefügt: September 28th 2004
Tester: Oliver Naujoks
Punkte:
zugehöriger Link: Produktionsfirma des Regisseurs
Hits: 10725
Sprache: german

  

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