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Hobb, Robin: Der Nachtmagier (Buch)

Robin Hobb
Der Nachtmagier
Fitz der Weitseher 3
(Assassin’s Quest)
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Eva Bauche-Eppers
Titelillustration von Paolo Barbieri
Heyne, 2010, Paperback, 1182 Seiten, 17,00 EUR, ISBN 978-3-453-52521-4

Von Carsten Kuhr

Vorhang auf zum dritten, die erste Trilogie um Fitz, den Weitseher und Attentäter; abschließenden Band.

Zum Ende des zweiten Teiles war unser Protagonist, Held mag ich ihn anhand der Fährnisse und des Leidens, dem er ausgesetzt ist nicht nennen, fast tot. Nur seine Verbundenheit mit dem Wolf Nachtauge über die Gabe hält ihn am Leben.
Seine Freunde Burrich und Chade kümmern sich um ihn, päppeln seinen von der Folter König Edels geschundenen Körper langsam wieder auf. Noch kann
er nicht abtreten, die so verlockende Ruhe suchen. Zwei Questen gilt es noch zu bestehen - zum einen, will er an dem Usurpator Edel Rache nehmen, zum anderen, fast wichtiger, muss er sich auf die Suche nach seinem Freund, dem verschollenen König Veritas begeben.
Sein Weg führt ihn ins Landesinnere. In Fierant hat Edel seinen Herrschaftssitz errichtet. Während das ganze Land unter den blutigen Angriffen der Roten Korsaren stöhnt, herrscht hier, für die Speichellecker des Usurpators, ein verschwenderischer Luxus. Damit nicht genug, hat Edel alle Gabekundigen an seinem Herrschaftssitz versammelt und in seinen Dienst gepresst.
Fitz’ Anschlag auf den neuen König misslingt, nur mühsam gelingt es ihm überhaupt, mit dem Leben davonzukommen. Er flieht nach Jhaampe, dem Sitz Königin Kettrickens. Lebensgefährlich verletzt findet er Aufnahme bei dem Narren von König Listenreichs Hof.
Nach seiner Genesung macht er sich auf, seine Suche nach Veritas voranzutreiben. Zusammen mit Königin Kettricken, dem Narren, der Bardin Merle und der Krähe macht er sich, natürlich begleitet von Nachtauge, auf, seinem Freund zu folgen. So ganz nebenbei gilt es auch noch das Reich zu retten - und hier hat Hobb sich ein aufsehenerregendes Finale ausgedacht...


Was für ein monumentales Werk hat Robin Lindholm, alias Robin Hobb da vorgelegt. Vor Jahren bereits mehrfach bei Bastei-Lübbe erschienen hat Heyne nun die erste Trilogie in einer überarbeiteten Version neu aufgelegt. Wer bislang die Abenteuer, das Leiden und Sterben von Fitz noch nicht miterlebt hat, der sollte sich schnellstmöglich die drei voluminösen Bände besorgen. Fantasy abseits ausgetretener Pfade erwarten ihn, Fantasy, die unheimlich faszinierend erzählt ist, und die an die Seiten bannt.
Wir begleiten unseren Ich-Erzähler durch seine traumatischen Erlebnisse, leiden mit ihm, fürchten uns mit ihm zusammen und raffen mit ihm den Mut auf zum Weitermachen.

Der Autorin gelingt etwas Seltenes - sie macht uns glauben. Durch ihre besondere Erzählweise schlüpfen wir in die Haut unseres Protagonisten, erleben mit ihm ungeheuer intensiv die Geschehnisse mit. Das lässt keinen Leser kalt, auch, vielleicht sogar weil es selten Triumphe zu feiern gibt.
Fitz ist ein ganz eigener Anti-Held, dem nichts geschenkt wird, der Pflicht über persönliches Glück stellt und dies auf eine Art und Weise, dass wir ihm dies abnehmen.

Das vorliegende dritte Band ist sicherlich der schwächste der Trilogie. In der ersten Hälfte des Romans kriecht die Handlung mehr dahin, als dass sie voranschreitet, räumt die Autorin inneren Monologen und Selbstmitleid ihres Protagonisten zu großen Raum ein. Gegen Ende dann überstürzen sich die Geschehnisse, rast der Plot förmlich voran. Hier hätte eine etwas andere Gewichtung dem Buch gut getan.

Sprachlich herausragend prägt die Autorin mit ihren faszinierend anderen Gestalten aber auch diesen Roman, lässt die Längen und das zu intensive Selbstmitleid vergessen. Auch darum zählt die Trilogie zurecht zu den modernen Klassikern des Genres, weitere offene Fragen werden in der zweiten Chronik von Fitz, dem Weitseher aufgeklärt. Eine Empfehlung.

hinzugefügt: February 4th 2010
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
zugehöriger Link: Heyne
Hits: 2009
Sprache:

  

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