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Bosch, Pseudonymous: Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis (Buch)

Pseudonymous Bosch
Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis
(The Name of This Book is a Secret)
Aus dem Englischen übersetzt von Petra Koob-Pawis
Titelbild von Frauke Schneider
Arena, 2009, Hardcover, 318 Seiten, 14,95 EUR, ISBN 978-3-401-06256-3

Von Carsten Kuhr

Vorsicht, eine Warnung vorneweg - lesen Sie dieses Buch nicht! Wenn sie es schon aufgeschlagen haben, schlagen Sie es ganz schnell wieder zu, ihr Seelenheil hängt davon ab. Zwar hat der Autor, der natürlich unbekannt bleiben will, sein Möglichstes gegeben, damit Sie ihm und seinen Helden nicht auf die Schliche kommen, doch man weiß ja nie. Immer wieder hat er Textseiten und Hinweise ausge-x-st, hat Namen weggelassen, und doch ist die Bedrohung immer noch spürbar. Darum, Hände weg, Buch zu - jawoll.

Das ist keine einfache Abenteuergeschichte, oh nein, da geht es um zwei Kinder, den Jungen Max-Ernest, der zu viel labert und sich als Komiker versucht, und um ein Mädchen, Kassandra das sich viel zu viele Sorgen macht. Dass diese Beiden einer Verschwörung auf die Spur kommen, als sie einem Hilferuf eines verschollenen Zauberers folgend dessen Haus durchsuchen, sollte eigentlich wirklich keinen weiter interessieren. Darum, ab ins Bett, schön zudecken und Licht aus ist angesagt, für Sie, liebe Leser, aber auch für unsere beiden Naseweise. Denn die suchen nicht nur einen verschwundenen Zauberer, sondern auch noch einen entführten Mitschüler.
Und man weiß ja, dass so etwas richtig böse ausgehen kann. Die Spur führt zu einer betörend schönen, scheinbar alterslosen Frau, die selbst bei der größten Hitze immer Handschuhe trägt. Sie und der sie begleitende Galan - natürlich auch behandschuht - betreiben in einem abgelegenen Tal ein Sanatorium mit SPA, in dem natürlich ausschließlich die Schönsten und Reichsten der Welt verwöhnt werden. Es sollte einem schon zu denken geben, wenn es unseren wagemutigen, ach was sage ich da, tollkühnen Ermittlern gelingt, sich dort einzuschleichen. Richtig, sie laufen in eine Falle und kommen dabei einer dunklen Verschwörung von im wahrsten Sinne des Wortes uralten Alchemisten auf die Spur...


Was kann man über dieses Buch und den Autor sagen? Zunächst einmal ganz klar: letzterer ist ein wirklich miserabler Geheimniskrämer. Statt dass er das ganze Buch mit X-en unlesbar macht, gibt er uns immer wieder gerade genug Hinweise, um unser Interesse wachzuhalten und uns mitfiebern zu lassen. Geschickt weckt er zu Beginn das Interesse, hangelt sich von Cliffhanger zu Cliffhanger und überrascht uns im Finale mit einem solch nicht vorhersehbaren Schluss.
Das ist geschickt gemacht, wartet mit zwei, der Lesegruppe angepassten, Erzählern auf, die endlich einmal nicht einfach Helden sind, sondern von ihren Mitschülern ausgegrenzt und als nervig bis merkwürdig eingeschätzt, ja gemobbt werden.
Dass sich diese beiden Underdogs selbst zu Beginn nicht eben ganz grün sind ist nachvollziehbar, trotzdem bringt die Suche nach der Auflösung der Geheimnisse die beiden so Unterschiedlichen einander näher. Die Entwicklung ihrer Freundschaft ist nachvollziehbar aufbereitet, das Tempo des stilistisch eher einfach gehaltenen Plots hoch und die Spannung teilweise atemberaubend. Mit jedem Rätsel, dem wir auf die Spur kommen, weitet sich das Bild, das uns Bosch anbietet, aus, müssen wir und unsere Protagonisten unsere bisherigen Erkenntnisse und Vermutungen überdenken und teilweise neu bewerten. So ist der Leser gezwungen förmlich an den Blättern zu kleben, um zu erfahren, wie alles zusammenpasst.

hinzugefügt: February 3rd 2010
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
zugehöriger Link: Arena
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