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Pratt, T. A.: Hexenzorn (Buch)

T. A. Pratt
Hexenzorn
(Blood Engines, 2007)
Übersetzt von Michael Pfingstl
Blanvalet, 2009, Taschenbuch, 406 Seiten, 8,95 EUR, ISBN 978-3-442-26664-7

Von Gunther Barnewald

Marla Mason ist die mächtigste Hexe der kleinen Stadt Felport nahe San Francisco. Doch leider wirkt eine ihrer Konkurrentinnen einen mächtigen und tödlichen Zauber gegen sie, der seine Wirkung in Kürze entfalten wird. Marla bleibt nur eine Möglichkeit: Sie muss den magischen Grenzstein, ein kraftvolles und energiegeladenes Artefakt vergangener Epochen, auftreiben, welcher sich in San Francisco befindet. Nur durch seine Macht könnte sie in der Lage sein, den Fluch abzuwehren.
So macht sich Marla mit ihrem Gehilfen Rondeau auf in die Großstadt, um dort zum ungünstigsten Zeitpunkt anzukommen, denn ein fremder Zauberer ermordet gerade alle bedeutenden Konkurrenten, um sich ebenfalls den Grenzstein unter den Nagel zu reißen, da er eine uralte Gottheit wiederbeleben möchte.
Zuerst nehmen weder Marla noch die einheimischen Magier den Fremden ernst, als jedoch einer nach dem anderen von ihm getötet wird, beginnt sich abzuzeichnen, dass nicht nur Marla ein gewaltiges Problem hat.
Und während die Zeit der Hexe zwischen den Fingern zerrinnt, scheint auch San Franciscos letztes Stündlein geschlagen zu haben...


„Hexenzorn“ ist ein sensationelles und nahezu unglaublich geniales Debüt.

Fern von der derzeit üblichen klischeelastigen Vampirromantik erzählt T. A. Pratt hier die fesselnde und knallharte Geschichte eines tödlichen magischen Konflikts. Kantige Figuren wie die nur teilweise liebenswerte Hexe Marla Mason oder ihr nichtmenschlicher Begleiter Rondeau, dessen scheinbar unsterbliche Seele einen menschlichen Körper bewohnt, sprechen hier ebenso für den wunderbaren Einfallsreichtum ihres Schöpfers, wie dies für die packende Atmosphäre gilt.
Dabei schreckt Pratt auch vor schockierenden Sujets nicht zurück, wie zum Beispiel einer ausgedehnten Sexorgie. Absolutes Highlight ist jedoch ein Computermagier, der, vermittels moderner Technik, seinen Zauberkräften zur vollständigen Ausformung verhilft, und dadurch gleich vielfach existiert. Seine Spiegel-Identitäten werden alle 30 Minuten upgedatet, so dass er nahezu unangreifbar erscheint und sich auch so aufführt. Doch leider kümmert sich der fremde Zauberer nicht um die Macht des Computernerd-Magiers und killt ihn ebenso schnell und effizient, wie die anderen vor ihm, so dass die arme Protagonistin bald einsehen muss, dass sie dem Fremden wohl nicht wirklich gewachsen ist (auch beim Endkampf nicht!).
Was Pratt sich dann zum finalen Showdown ausdenkt, ist eine originelle und überaus geniale Huldigung alter japanischer Monsterfilme, wie auch sonst „Hexenzorn“ durch viele intelligente Anspielungen besticht.
Die Reise der Hexe durch verschiedene Parallelwelten wird dann auch beinharte SF-Fans erfreuen und bei phantasiebegabten Lesern Begeisterung auslösen.

Der vorliegende Roman schlägt sogar Jim Butchers überaus goutable Serie um den unverwüstlichen Magier Harry Dresden noch um Längen und ist zweifellos eine der einfallsreichsten und lesenswertesten Veröffentlichungen der letzten Jahre. Diese Geschichte enthält auf 400 Seiten mehr Ideen, als die meisten gängigen Fantasyzyklen auf Zehntausenden von Seiten.

Ein bestechendes Leseerlebnis, welches man auf keinen Fall verpassen sollte. Zu hoffen bleibt, dass die angekündigten Fortsetzungen dem unglaublichen Niveau dieses Erstlings gerecht werden können.

hinzugefügt: December 27th 2009
Tester: Gunther Barnewald
Punkte:
zugehöriger Link: Blanvalet
Hits: 1876
Sprache: german

  

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