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Preissl, Michael (Hrsg.): Rose Noire (Buch)

Michael Preissl (Hrsg.)
Rose Noire
Titelillustration von Mark Freier
Innenillustrationen von Thomas Hofmann
Voodoo Press, 2009, Paperback, nummerierte und limitierte Auflage von 100 Stück, 342 Seiten, 14,00 EUR, ISBN 978-3-9502701-0-5

Von Carsten Kuhr

Ein neuer Verlag stellt sich vor. In der Voodoo Press sollen, so die Absicht des Herausgebers, phantastische Titel deutschsprachiger Autoren erscheinen. Neben zwei projektierten Romanen von Michael Knoke und Markus Kastenholz will Michael Preissl auch seine Liebe zur Kurzgeschichte pflegen. Folgerichtig bildet eine Originalanthologie den Auftakt des Verlagsprogramms.
Und das Buch kann schon von der Aufmachung her punkten. Ein tolles Titelbild aus dem Atelier Mark Freiers, dazu gesellen sich zu jeder Geschichte eine Originalillustration von Thomas Hofmann, sauberer Druck, das lässt sich sehen.
Nachdem die Großverlage sich aus dem Bereich der Kurzgeschichte verabschiedet haben, und die Fortsetzung des Verlagsprogramms der Eloy Editions zur Zeit pausiert, stößt die Voodoo Press in die entstandene Lücke. Die Limitierung der Erstauflage auf 100 Exemplare weist darauf hin, dass der Verleger realistisch kalkuliert, und dennoch versucht, im Rahmen seiner Möglichkeiten dem Leser und Fan das bestmögliche Buch an die Hand zu geben.

Sechzehn Geschichten, manche kurz, andere schon in Novellenlänge, erwarten dabei den Leser. Nur ein Autor, Arthur Gordon Wolf, ist mit zwei Beiträgen vertreten, dazu gesellt sich mit dem Beitrag von Burke eine Übersetzung.
Das Gebotene reicht von einer Hommage an H.P. Lovecraft bis hin zu düsteren Zukunftsvisionen, von subtilen Alpträumen bis hin zu Splatterstories. Anders, als zum Beispiel Alisha Bionda, die ihre Anthologien unter ein gemeinsames, verbindendes Motto stellt, hat Preissl seinen Autoren inhaltlich freie Hand gelassen. Entsprechend vielfältig ist das Gebotene, das sich stilistisch auf einem erstaunlich hohem Niveau bewegt. So wird jeder Interessierte hier die eine oder andere dunkle Blüte für sich entdecken können, wird sich an den schwarzen Alpträumen ergötzen, vor den spitzen Stacheln der Rose in acht nehmen und die seltene Blume der kurzen dunklen Phantastik genießen können.

Im Einzelnen warten folgende Geschichten auf den Leser:

Arthur Gordon Wolf: “Schwarz-Weiß Tode” - In einer durchtechnisierten Zukunft gehen die Reichen auf Jagd nach extra für diesen Zweck konstruierten Replikanten - bis diese den Spieß umdrehen ...

Sören Prescher: “Der Käfig der Seelen” - Ein Medizinstudent trifft im Stadtpark auf eine Seelenräuberin ...

Andreas Gruber: “Die scharfe Kante des Geodreiecks” - Die Zahl 3 ist für einen psychisch labilen Mann nicht nur Fetisch sondern das Tor zum Wahnsinn ..

Mark Freier: “Das schwarze Haus” - Zwei Freunde geraten wegen eine betörenden Frau aneinander. Dass sich in deren kurvenreichem Körper allerdings weit mehr verbirgt, als zunächst ersichtlich, merken sie zu spät - der Ziegenbock labt sich an ihren Seelen ...

Lars Maria Maly: “Die Musik des Erich Z.” - Auf dem Jahrmarkt bezaubertein Pierot mit seinen Seifenblasen die Zuschauer. Neben der zauberhaften Musik bringt die große Seifenkugel schöne Erinnerungen wieder ins Gedächtnis. Doch auch der Seifenspender muss gefüllt werden - mit positiven Erinnerungen eines Opfers ...

Tobias Bachmann: “Die Briefe von Zion” - Ein einsiedlerisch in den Schweizer Bergen lebender Bestsellerautor stößt auf den Herren der Zombies...

Michael Knoke: “Das Fenster zur Nachtseite “- Ein deutscher Student reist zum Auslandssemester nach Arkham - und stößt in einer verlassenen Fabrik mit angrenzender Kirche auf ein unaussprechliches Grauen, das durch das Fenster von Leng unsere Welt betritt ...

David Seinsche: “Nacht” - berichtet über die Vorbereitung eines Selbsttods ...

David Grashoff: “Dämonenbrut” - erzählt über einen Exorzismus der dämonischen Art, denn auch die Katholische Kirche hat ab und an dämonischen Beistand nötig ...

Sven Kössler: “Das Spiel der Alten” - berichtet davon, wie ein Aussteiger in einem alten Haus ein Musikinstrument spielt, dessen Melodie gar seltsame Auswirkungen zeitigt ...

Günter Suda: “Der Mönchsrabe” - Der Sensenmann rekrutiert einen neuen Boten ...

Jörg Kleudgen: “Mahrenhaar” - In einer Höhle begegnet der Ich-Erzähler merkwürdigem Haar folgend dem Verursacher der Kröten-Träume ...

Rainer Imreiter: “Veränderungen” - Auf einem heruntergekommenen Spielplatz trifft eine junge Mutter auf eine gebrechliche Alte, die ihr von ihrem von Monstern entführten Sohn berichtet ...

Torsten Scheib: “Urban Heart” - In einer heruntergekommenen Neubausiedlung, in der sich die durch das soziale Netz gefallenen sammeln, weidet sich ES an Mord und Leid ...

Kealan Patrick Burke: “Schneemenschen” - Eine Familie wird von Wesen heimgesucht, die Kälte in ihr Leben und ihren Tod bringen ...

Arthur Gordon Wolf: “Im Labyrinth der Katzen” - Ein Fotograf wird in der Nacht von seiner Freundin vernascht - oder war es doch eher eine uralte Katzengöttin, die sich manifestiert?

hinzugefügt: December 9th 2009
Tester: Carsten Kuhr
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