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Baier, Michael R.: Coruum (Volume 3) (Buch)

Michael R. Baier
Coruum
Volume 3
Titelillustration: Alexander Ihle
2009, Paperback, 602 Seiten, 17,90 EUR, ISBN 978-3-00-019724-6

Von Carsten Kuhr

Gut drei Jahre ist es her, da machte die Fortsetzung eines gut ein Jahr vorher im Selbstverlag erschienenen umfangreicher SF-Romans eines unbekannten Autors von sich reden.
Michael R. Baier gelang mit »Coruum« ein veritabler Überraschungserfolg. Teils phantastischer Abenteuer-Thriller, teils Space-Opera mit Military-SF-Einschlag kassierten die Roman von Kritikern wie Fans begeisterten Zuspruch.
Jetzt, kurz vor Weihnachten, nach drei Jahren harter Arbeit, hat der Autor seine Trilogie mit einem sehr umfangreichen Abschlussband in kleinem Satzspiegel beendet..

Erinnern wir uns kurz zurück, um was ging es bislang?
In Mittelamerika stößt eine archäologische Expedition auf Reste einer verschollene Hochkultur. Auf einer Stele findet man unbekannte Hieroglyphen.
Donavon MacAllon, einer der Protagonisten der Romane, eilt zur Entschlüsselung an die Ausgrabungsstätte. Mit seiner Hilfe entdecken die Archäologen zunächst eine verschollene Maya-Stadt, später ein unterirdisches Archiv, das in holographischen dreidimensionalen Aufnahmen den Besuch der Stadt durch raumfahrende Aliens dokumentiert. Doch wer hat die hochtechnischen Einrichtungen hier zurückgelassen, und welche Energiequelle treibt selbst nach über tausend Jahren die technischen Wunderwerke an?
Die Amerikaner sichern durch entsandte Elitetruppen die Entdeckung für sich. Doch auch sie können nicht verhindern, dass die Stele ein Signal in den Weltraum sendet - einen Ruf, der Gehör findet. Binnen kurzer Zeit tauchen zwei einander feindlich gesinnter Parteien auf, ein mit weit überlegener Nanowaffentechnik geführter Kampf um die Fundstätte entbrennt.

Im Verlauf des zweiten Bandes entpuppt sich die Erde als der verschollene Ursprungsplanet der die Galaxis besiedelnden Menschen. Vor mehr als 2000 Jahren ist einer der bedeutendsten Herrscher des Sternenkönigreiches scheinbar spurlos verschwunden. Die in der Station gefundenen Aufzeichnungen belegen, dass Harkcrow Treerose damals auf der Erde eine Extraktion vornahm - er siedelte einen ganzen Menschenstamm um, fiel dabei aber einem Anschlag zum Opfer. Wer sabotierte seine Pläne, wer steckte hinter dem Attentat und warum?

Selbst nach 2000 Jahren ist dies ein Geheimnis, dessen Wahrung die Schuldigen dazu veranlasst, Leben auszulöschen, ja ganze Planeten der Vernichtung anheimzustellen. Mittlerweile haben sich die bewohnten Welten zu drei einander misstrauisch gegenüberstehenden Machtblöcken gesammelt. Im Hintergrund zieht die Kirche ihre Fäden. Doch allen droht die periodisch wiederkehrende Zerstörung all ihrer Welten. Nur die Sole-Sourcer, eine weit ältere, verschollene Rasse, die ursprünglich ebenfalls von unserem blauen Planeten stammt und deren Technik die der Königreiche weit überlegen sein soll, könnte Rettung versprechen. Doch die Suche nach Rettung erweist sich als janusköpfig. Zwar könnten die Sole-Sourcer mit ihrer technischen Errungenschaft die nächste Potentialkatastrophe verhindern, doch der Preis ist die Unterdrückung aller Kulturen im bekannten Reich ...


Anders als die ersten beiden Romane, in denen die drei Handlungsebenen gleichberechtigt nebeneinander her liefen, stehen die Geschehnisse auf der Erde diesmal eher im Hintergrund. Mit einer ganzen Handvoll unterschiedlicher Protagonisten setzt Baier seine Handlung um die drei Reiche des Roten Nebels fort und führt sie zu einem letztlich etwas offenen, in sich aber befriedigenden Abschluss.
Angemerkt sei, dass jeder, der die ersten beiden Teile nicht gelesen hat, nur zu bald die Waffen strecken wird.
Selbst mir, der ich die anderen Romane gelesen habe, fiel es schwer, mich wieder in die doch recht komplexe Handlung einzufinden. Eine, wie auch immer, geartete Zusammenfassung fehlt dem Buch, so dass das komplizierte Spiel der Intrigen uns zu Beginn fast ein wenig überfordert.
Folgerichtig legt der Autor einen rasanten Anfang hin, besticht mit ebenso temporeicher, wie im Detail überzeugender Action. Immer wieder wechseln dabei die Handlungsschauplätze, so dass ein in sich überzeugend vielschichtiges Bild entsteht.

Gerade dies, die vielen Details, die auf den Leser einstürzen, sind aber auch das große Manko dieses Teils. Zu viel ist zu memorieren, zu verschachtelt und komplex die Handlung, als dass der Lesefluss, der die ersten Teile ausgezeichnet hat sich dauerhaft einstellen würde.
Nach dem rasanten Beginn, ebbt die Handlung ab, schlägt der Autor dann nachdenkliche Töne an bevor er zum Ende hin das Tempo noch einmal anzieht.

Insgesamt gesehen muss man vor der Leistung Baiers den Hut ziehen. Nicht nur, dass er seine Trilogie im Eigenverlag veröffentlicht hat, auch der Inhalt und die handwerkliche Umsetzung sind beeindruckend, und können sich mit den Großverlagen in jeglicher Hinsicht messen.

Dass der dritte Teil sich als nicht ganz so stringent erweist, liegt in der Komplexität des geschilderten Geschehens begründet. Es ist Baier zu wünschen, dass einer der großen Publikumsverlage ihm eine Chance gibt.
Er hat bewiesen, dass er nicht nur zu unterhalten weiß, sondern auch eine Handlung zu einem befriedigenden Abschluss bringen kann - und das ist nur allzu oft ein Manko unserer heimischen Autoren.

hinzugefügt: November 14th 2009
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
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Hits: 1456
Sprache: german

  

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