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Freund, Peter: DIE STADT DER VERGESSENEN TRÄUME - PHANTÁSIEN (Buch)

Peter Freund: Die Stadt der vergessenen Träume - Die Legenden aus Phantásien, Originalausgabe als Hardcover im Droemer Verlag 2004, ISBN 3-426-19644-1, Umschlagillustration The Movie Factory, 339 Seiten, Euro 18.90

Von Carsten Kuhr

Die Legenden von Phantasien boten bislang immer Geschichten, die nach einem sehr ähnlichen Strickmuster aufgebaut waren. Ein ums andere Mal bedrohte eine grosse Gefahr die Welt der unendlichen Geschichte, die Vernichtung schien kaum mehr abzuwenden, bevor dann dem Protagonisten die unerwartete Rettung in letzter Sekunde doch noch gelang.

Peter Freund geht hier ein wenig weg von den ausgetretenen Pfaden, und ich fand dies erfrischend und spannend zugleich. Der Autor, der insbesondere durch seine phantastische Jugendbuch-Reihe um Laura Leander dem Leser ein Begriff ist, erzählt uns die Geschichte von zwei jungen Phantásiern.
Der Eine, Kayún genannt, lebt in den Weiten der Steppe. Als seine Eltern dem Vergessen anheimfallen, und aus Phantásien verblassen schwört er, seine kleine Schwester in die einzige Stadt zu bringen, in der die Insomnier vor dem Vergessen sicher sind. Seperanza, so der Name der befestigten Stadt, in der die vom Vergessen bedrohten ein sicheres Refugium finden ist das Ziel ihrer beschwerlichen Reise. In dieser Stadt wächst Saranya als Tochter des Magistratsvorsitzenden heran. Eines Tages aber erfährt sie, dass sie ein Findelkind ist. Wer waren ihre richtigen Eltern, warum stösst sie bei ihren Nachforschungen allenthalben auf Mauern des Schweigens?
Im Verlauf der Lektüre werden die beiden Handlungsebenen miteinander verwoben. Was steckt hinter dem Verschwinden der Insomnier, kann man sich dagegen schützen, können verschwundene Verwandte vielleicht gar wieder zurückgeholt werden? Immer deutlicher wird, dass Saranya's aus der Stadt verbannter Vater die Lösung auf diese Fragen gefunden hat. Doch, wie es meist so der Fall ist, die Erklärung des Rätsels mundet den Betroffenen so gar nicht.

Peter Freund erzählt uns eine kleine, recht stille Geschichte, und ich meine dies wahrlich nicht negativ. Es geht zur Abwechslung einmal nicht um eine weltbedrohende Gefahr, sondern um das langsame Verblassen Einzelner. Persönliche Schicksale, die uns rühren, die uns für die Betroffenen einnehmen. Wir leiden förmlich mit Kayún mit, der seine Eltern verloren hat, und der seine kleine Schwester kaum zu schützen vermag. Gleichzeitig spüren wir die Neugier, den Drang zu wissen woher man kommt, wo die Wurzeln des eigenen Selbst liegen in der anderen Protagonistin. Der Autor bindet uns fest ein, in sein feines Geflecht der Erzählung. Dass eine solche Geschichte, in der es um das Schicksal einzelner Personen geht nicht weniger spannend als die grossen Vernichtungsszenarien sein muss beweist Freund hier par excellence.
Wie wir dies von seinen Laura Titeln gewohnt sind, konzentriert der Autor sich dabei auf seine wenigen, dafür sehr sorgfältig gezeichnete Personen. Die jeweilige Motivation wird uns sehr überzeugend nahe gebracht, die Charaktere nehmen ein eigenes, vielschichtiges Leben an. Dabei geht der Autor immer wieder in kleinen Nebenbemerkungen auf Gestalten oder Begebenheiten ein, die uns aus der unendlichen Geschichte selbst bekannt vorkommen. Wie keiner der anderen bislang am Projekt beteiligten Verfasser trifft Freund den etwas märchenhaften Ton des grossen Vorbilds, ohne dass er aber diesem zu sehr verhaftet bliebe. Er erzählt seine eigene Geschichte in einer auch stilistisch sehr ansprechenden Weise und fügt Phantásien seine eigene Hommage und gleichzeitig etwas Neues, Eigenständiges hinzu.

Peter Freund lebt und arbeitet in Berlin. Seit Anfang der 80er Jahre ist er als Autor und Produzent in der TV und Filmbranche tätig. Ursprünglich für seine zwei Söhne verfasst, erregte seine Fantasy Reihe um das Mädchen Laura Leander die Aufmerksamkeit des Publikums und der Fachwelt. Die beiden bislang vorliegenden Romane erreichten jeweils ein breites Publikum. Drei weitere Laura Leander Romane sollen in den nächsten Jahren noch publiziert werden.

hinzugefügt: August 9th 2004
Tester: Carsten Kuhr
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