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Buffy The Vampire Slayer Staffel 8, Band 4: Jetzt kommt Fray! (Comic)

Buffy The Vampire Slayer Staffel 8, Band 4
Jetzt kommt Fray!
(Buffy The Vampire Slayer Season Eight Vol. 4: Time of Your Life)
Text: Joss Whedon & Jeph Loeb
Zeichnungen: Georges Jeanty & Karl Moline
Tusche: Andy Owens
Farben: Michelle Madsen & Lee Loughbridge
Übersetzung: Claudia Kern
Panini, 2009, Paperback, 128 Seiten, 14,95 EUR, ISBN 978-386607656-3

Von Frank Drehmel

Ein unheilvolle Prophezeiung führt Buffy und Willow nach New York. Kaum dass sie in der dortigen Jägerinnen-Dependance ihre Koffer abgestellt haben, verschwindet Buffy in einem Lichtblitz und an ihrer statt steht ein grünhäutiges Monster vor den verdutzten Nachwuchsjägerinnen. Immerhin hat Willow eine Ahnung, wohin es Buffy verschlagen hat: in die Zukunft!
Dass dort immer noch Vampire – Lurks genannt – ihr Unwesen treiben, ist nicht weiter verwunderlich. Problematisch ist jedoch, dass die zukünftige Jägerin, Melaka Fray, die gerade erst am Anfang ihrer Karriere steht, zwar über die Kräfte einer Jägerin verfügt, nicht jedoch über deren mystisch-mythischen Erinnerungen, da mit diesen ihr Zwillingsbruder, Harth, gesegnet wurde. Ärgerlich nur, dass Harth selbst ein Lurk ist, seiner Schwester nach dem Leben trachtet, die Versklavung der Menschheit plant und bei alledem eine äußerst mächtige Hexe auf seiner Seite weiß.
Dieser Verbündeten gelingt es, Fray, der die ganze Sache mit den Lurks über den Kopf zu wachsen droht, davon zu überzeugen, dass Buffy sterben muss oder wenigstens nicht in ihre Zeit zurückkehren darf, damit die Zukunft eine echte Chance hat.
In der Gegenwart versuchen die übrigen Scoobies derweil, erstens Buffy zurück zu teleportieren und müssen sich zweitens gegen eine dämonische Armee erwehren, die ihr hochschottisches Jägerdomizil zu überlaufen droht.
Dawn wiederum plagen ganz eigene Sorgen: sie ist zwar nicht länger hausgroß, doch ihre neue Gestalt als Zentaurin bietet ebenfalls kaum Anlass zur Freude, außer vielleicht, dass Xander auf ihr reiten kann.


Bisher waren Zeitreisen eines der wenigen Storyelemente, das uns Buffy-Fans glücklicherweise erspart blieb. Wozu in die Zukunft schweifen, wenn der Höllenschlund liegt so nah?
Der Höllenschlund (in Sunnydale) als Quell stetiger erzählerischer Widersprüche, aber auch des dämonischen Vergnügens, ist bis auf Weiteres geschlossen. Damit wird das Reisen durch Zeit und Raum zu einer Option beziehungsweise Versuchung, der die beiden Autoren nicht widerstehen können.
Dass der Zeitreise-Arc nicht an offensichtlicher Unlogik verreckt, liegt im Wesentlichen daran, dass er keine nennenswerte Bindung zu bisherigen Episoden hat und damit das Widerspruchspotenzial minimal ist, dass die Autoren in weiser Voraussicht auf Erklärungen weitgehend verzichten und die Episode schließlich endgültig beendet scheint. Das Ganze gleicht mehr einer Promotion-Tour der blonden Jägerin zugunsten ihrer zukünftigen Inkarnation namens Melaka Fray, deren erste Abenteuer man zufälligerweise in dem parallel veröffentlichten Tradepaperback „Fray – Future Slayer“ miterleben kann. Daraus ergibt sich das Problem, dass man Elemente des Fray-Handlungsstrangs – insbesondere die Beziehung der zukünftigen Jägerin zu ihren Geschwistern – nur einordnen kann, wenn man den Spin Off gelesen hat. Immerhin bedürfen die hier dominierenden SF-Stereotype wie fliegende Autos in Häuserschluchten keines weiteren Hintergrundwissens, zumal sie in fast jeder Story gleichermaßen langweilig sind.
Origineller und streckenweise sogar komisch ist die Handlung, die in der Gegenwart angesiedelt ist, denn Dawns neuerliche Verwandlung bietet - so vordergründig und aufgesetzt sie auch wirkt - Potenzial für freche Sprüche auf ihre Kosten, wobei Buffys Schwester ihr Schicksal nicht ohne Selbstironie erträgt. Dass es auch diesem Storyarc letztlich an Spannung und Biss fehlt, lässt sich so etwas eher verschmerzen.

Tja ... das liebe leidige Artwork: man hat sich ja mittlerweile schon daran gewöhnt und damit arrangiert, dass die Comic-Charaktere ihren TV-Vorlagen nur sehr vage ähneln. Wirklich ärgerlich wird es dann, wenn – wie hier – ein Mitstreiter der Dämmerung mit großem Tamtam die Bühne betritt, der wohl in der TV-Serie eine bedeutende Rolle spielte, man als Leser wegen der grafischen Unzulänglichkeiten aber nur raten kann, um wen es sich handelt. Es könnte der Haarfarbe nach Riley Finn sein oder Odo aus „Deep Space Nine“ oder ein kleiner brünetter Kaktus.
Abgesehen davon sind Molines Zeichnung handwerklich in Ordnung, auch wenn sie jeglichen innovativen, inspirierenden Geist vermissen lassen. Sie sind typische Gebrauchskunst, Comic-Handwerk, bei dem man nicht den Eindruck hat, der Künstler ringe um einen individuellen Weg und Platz innerhalb der Comic-Industrie.

Fazit: Die dünne, lahme Story und das mäßige Artwork machen diesen vierten Band lediglich für Scooby-Fans interessant.

hinzugefügt: April 13th 2009
Tester: Frank Drehmel
Punkte:
zugehöriger Link: Panini
Hits: 1904
Sprache: german

  

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