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Briggs, Patricia: Spur der Nacht - Mercy Thompson 3 (Buch)

Patricia Briggs
Spur der Nacht
Mercy Thompson 3
(Iron Kissed)
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Regina Winter
Titelillustration von Animagic
Heyne, 2009, Taschenbuch, 414 Seiten, 8,95 EUR, ISBN 978-3-453-52478-1

Von Carsten Kuhr

Mercy Thompson, unsere wackere Automechanikerin, hat mal wieder Probleme. Dass sie sich in eine Kojotin wandeln kann, dass gleich zwei Alpha-Werwölfe um ihre Gunst buhlen und auch ein Vampir nicht ganz uninteressiert erscheint ist sie ja gewohnt, aber jetzt muss sie erst einmal für erhaltene Hilfe bezahlen.
Das Feenvolk hat sie im Kampf gegen den Vampirdämon unterstützt und fordert ihre Hilfe an. Im Feenreservat geschehen Morde. Ein Serienkiller geht um und Mercy soll mit ihrer feinen Nase herausfinden, wer es war. Dass sie dabei ein wenig zu viel der Geheimnisse der eigenbrötlerischen Feen ausschnüffelt, dafür kann sie nichts, dass sie den Killer enttarnt und diesem buchstäblich der Kopf heruntergerissen wird, dafür kann sie ebenso wenig.
Dass ihr Freund Zee aber am Tatort als Mörder verhaftet wird und, unschuldig wie er ist, als Bauernopfer der Grauen Lords vorgesehen ist, das geht ihr gegen den Strich. So macht sie sich, allen Widerständen zum Trotz, auf, den wahren Schuldigen zu entlarven – und gerät, wie kann es auch anders sein, mal wieder in Teufels Küche ....


Urban Fantasy ist aus den Buchhandlungen in letzter Zeit nicht mehr wegzudenken. Jeder Verlag müht sich nach Kräften, entsprechende Reihen zu lancieren, Regalfläche und damit Umsatz zu generieren.
Musste man vor ein paar Jahren noch Vampirromane mit der Lupe suchen, brachte Frank Festa in seinem Verlag dankenswerterweise als Pionier entsprechende Kost, so wird gegenwärtig alles eingekauft und übersetzt, was in den Staaten publiziert wird. Dabei ist die Qualität eher sekundär, die Masse wird's schon richten. Eine eher kurzfristige Denkweise der Verlage, die befürchten lässt, dass die Welle bald abebben wird, und danach wieder alle Vampir- und Werwolf-Fans Trübsal blasen werden.

Heyne hat sich relativ früh auf den fahrenden Zug geschwungen. Insoweit konnte der Verlag noch aus dem Vollen schöpfen, und mit Harrisons Rachel Morgan oder auch vorliegender „Mercy Thompson-„Serie punkten.
Als eine der ersten Autorinnen hat Briggs ihre Heldin als starke, emanzipierte Frau gezeichnet, die nicht das oberflächliche Flittchen darstellt, das uns sonst in entsprechenden Serien nur zu häufig erwartet.
Mercy ist eine Frau mit Ecken und Kanten, ein Charakter, der, gerade weil sie nicht stromlinienförmig daherkommt, weil sie mit einer persönlichen Historie hinterfüttert wurde, die sich erst langsam entfaltet, glaubwürdig fasziniert. Das ist keine oberflächliche Schlampe die nur auf Designerstilettos und Seidendessous von Victorias Secret Wert legt, das ist eine hart arbeitende Automechanikerin, der man abnimmt, dass sie abends mit Öl unter den kurzen Fingernägeln aus der Werkstatt nach Hause kommt. Dies unterscheidet sie wohltuend von den ach so in den Armen ihrer natürlich gut bestückten Vampirliebhaber dahinschmelzenden Dämlichkeiten, die uns sonst so oft erwarten.

Dazu kommt, dass es gut abgeht in den bislang drei Romanen der Serie. Voller Spannung verfolgen wir auch dieses Mal, wie sich Mercy, allen Widerständen aus welcher Richtung auch immer, durchsetzt, wie sie ihren Freund nicht hängen lässt, sondern sich aufopfernd darum bemüht, das Verbrechen aufzuklären. Das verbindet, gekonnt und rasant erzählt, Krimielemente mit phantastischen ja märchen- und folklorehaften Einflüssen; ein ganz klein wenig Romantik ist auch dabei, wobei sich diese unauffällig und stimmig in die Handlung einfügt.

Der Roman ist kurzweilig, abwechslungsreich, innerlich stimmig und spannend - gute Unterhaltung, die man auch in ein paar Jahren noch wird lesen können.

hinzugefügt: January 28th 2009
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
zugehöriger Link: Heyne
Hits: 1889
Sprache:

  

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