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Koch, Boris: Der Drachenflüsterer (Buch)

Boris Koch
Der Drachenflüsterer
Heyne, 2008, Hardcover, 350 Seiten, 10,00 Euro, ISBN 978-3-453-52492-7

Von Gunther Barnewald

Der junge Ben wächst in Trollfurt auf. Sein Vater gilt als „verschollen”, seine Mutter spricht dem Alkohol heftig zu und stirbt, als er 13 Jahre alt ist. Von da an muss sich Ben alleine durchschlagen und ernährt sich vom Fischfang, dem Stehlen von Obst und anderen kleinen Diebereien.
Da er auch keine Schule besucht, gilt er in Trollfurt eher als Außenseiter, hat nur einen wirklich guten Freund und wohnt in einem verlassenen Arbeiterhäuschen, welches zu der stillgelegten Blausilbermine gehört.
Als Ben 15 Jahre alt ist, zieht der reiche Yirkhenbarg mit seinem arroganten Sohn Sidhy, der hübschen Tochter Nica, in die Ben sich verliebt, und dem Rest seiner Familie nach Trollfurt. Er hat die angeblich erschöpfte Mine aufgekauft und möchte sie scheinbar wieder eröffnen. Ben muss sein okkupiertes Haus verlassen, und da er sich vorher auch noch mit dem eingebildeten Sidhy angelegt und diesen verprügelt hat, sieht sich Ben immer mehr Repressalien ausgesetzt und muss schließlich in eine Höhle umziehen.
Vorher lernt er jedoch den Drachen der Yirkhenbargs kennen und überraschend redet dieser sogar mit Ben, der ihn daraufhin heimlich besucht. Drachen gelten als aggressive Feinde der Menschen. Wenn man ihnen jedoch die Flügel abschlägt, so werden sie lammfromm und passen sich den Menschen an. Auch Feuerschuppe, der Drache der Yirkhenbargs, hat keine Flügel mehr. Ben entdeckt an sich jedoch eine merkwürdige Fähigkeit: Wenn er die Flügelstümpfe des Drachen streichelt, beginnen diese nachzuwachsen, was auch bei Feuerschuppe passiert. Dieser wird daraufhin aggressiv und greift Yirkhenbarg an, woraufhin dieser eigenhändig die nachwachsenden Flügel Feuerschuppes erneut abschlägt.
Kurze Zeit später kommt ein Ritter mit einer ihn begleitenden Jungfrau nach Trollfurt. Diese Ritter locken die Drachen mit gefesselten Jungfrauen an, um den intelligenten Echsen dann die Flügel abzuschlagen. Der Ritter wird jedoch plötzlich ermordet, Bens Dolch findet sich in seiner Leiche und da der Junge vorher mit dem Ritter Streit hatte, scheint die Sache klar. Nur mit der Hilfe seines Freundes entkommt Ben den aufgebrachten Trollfurtern, die ihn lynchen wollen und Ben flieht aus dem Ort.
Unterwegs lernt er den wilden Drachen Aiphyron, der gerade mal wieder einen Ritter, der ihm die Flügel hat abschlagen wollen, getötet hat, kennen. Von ihm erfährt Ben, dass alles, was er bisher über tapfere und edle Ritter und böse Drachen zu wissen glaubte, eine große Lüge ist und nichts wirklich so ist, wie es in seinem Weltbild bisher schien.
Schließlich erkennt Ben, dass ganz Trollfurt, und damit auch die bezaubernde Nica und sein Freund Yanko, in großer Gefahr sind und nur er selbst mit Hilfe von Aiphyron die Menschen dort retten kann...


Boris Kochs erster „ernsthafter” Fantasyroman (nach der Parodie „Die Anderen“) ist ein wunderbares, überaus unterhaltsames Jugendbuch, welches vor Kreativität und herrlichen Ideen wimmelt und beim Lesen vorzüglich unterhält.
Liebevoll gezeichnete Figuren glänzen in einer ideenreichen Geschichte. Die abergläubische Atmosphäre einer primitiven Gesellschaft beschreibt der Autor lebendig und glaubhaft.
Vor allem die vielen Märchen, Mythen und Geschichten innerhalb der eigentlichen Handlung (im Anhang findet sich dann noch eine Sammlung weiterer „berühmter” Drachenlegenden und sogar ein Rezept für schmackhafte Drachenflügel) sind im puncto Phantasie und Buntheit das ganz große Plus von „Der Drachenflüsterer“, ohne den Lesefluss zu behindern.

Ein rundum gelungenes Buch, zwar kein Meilenstein des Genres, verglichen mit den sonstigen Trivialmachwerken im Bereich Fantasy aber recht klischeefrei, stilistisch tadellos, ideenreich, packend geschrieben und auf jeder Seite unterhaltsam.
Mehr kann man als Leser wohl kaum verlangen.

hinzugefügt: November 13th 2008
Tester: Gunther Barnewald
Punkte:
zugehöriger Link: Heyne
Hits: 2143
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