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Niven, Larry & Lerner, Edward M.: Weltenwandler (Buch)

Larry Niven und Edward M. Lerner
Weltenwandler
(Juggler of Worlds, 2008)
Aus dem Amerikanischen von Ulf Ritgen
Bastei-Lübbe, 2008, Taschenbuch, 622 Seiten, 8,95 EUR, ISBN 978-3-404-24376-1

Von Gunther Barnewald

Sigmund Ausfaller ist ein Paranoiker, wie er im Buche steht, weshalb er als Agent für die ARM, die Alliierte Regionale Miliz, angeworben wird, nachdem er einen größeren Betrugsversuch unter Einsatz seines Lebens verhindert hat.
Von da an wird Ausfaller immer wieder in Abenteuer verwickelt, die ihn in die Nähe von Brennpunkten historischer Ereignisse im „Bekannten Kosmos“ (im Original „Known Space“) der Jahre 2637 bis 2660 rücken.
In Episodenform erzählen die Autoren von den Erlebnissen des Agenten, der den Lesern von Nivens Zukunftshistorie („Tales of the Known Space“) längst bekannt ist.
Man erfährt von der Entdeckung der gewaltigen Explosion im Zentrum der Milchstraße, welche dereinst unsere ganze Galaxis verwüsten wird (geschildert schon in Larry Nivens Episodenroman „Crashlander“), von den manipulativen Verschwörungstaktiken der sogenannten Pierson-Puppenspieler und vom Kontakt mit Menschen, die, über die Vergangenheit im Unklaren gelassen, bei den Puppenspielern aufwachsen, sich dann emanzipieren und mit dem Rest der Menschheit Kontakt aufnehmen wollen (geschildert in „Die Flotte der Puppenspieler“ vom gleichen Autorenteam des vorliegenden Buchs).

Genau dies ist aber auch das große Manko von „Weltenwandler“, denn der erfahrene Leser erfährt hier kaum wirklich Neues. Statt dessen werden bekannte „zukunftshistorische“ Ereignisse aus Nivens Schöpfung einfach nur nochmals aus einer anderen Perspektive wiedergekäut, wie dies etwa Orson Scott Card (allerdings um Längen geschickter und fesselnder) bereits mit seinem Roman „Enders Schatten“ machte, in dem er aus der Sicht eines anderen Protagonisten die Abenteuer seines bekannten Werks „Das große Spiel“ nacherzählen ließ.
Nur das erste Kapitel und die letzten knapp 200 Seiten besitzen für den erfahrenen Leser wirklich Neuigkeitswert. Dass man sich bis dahin aber durch fast 400 Seiten „olle Kamellen“ quälen muss, ist fast nur als Unverschämtheit zu bezeichnen, zumal die Protagonisten nicht wirklich gut herausgearbeitet und somit auch nicht übermäßig lebendig werden (hierin besteht der deutlichste Gegensatz zu Orson Scott Cards oben erwähntem Roman) und auch sonst der Geschichte keine neuen Nuancen abgewonnen werden.

Natürlich werden alle Fans von Nivens Zukunftshistorie trotzdem das Buch kaufen, wer die in den anderen Werken erzählten Ereignisse noch nicht kennt, wird möglicherweise von der komplexen Handlung fasziniert sein, für alle anderen ist es ein langer Weg, bis sich wirklich neue Entwicklungen ergeben. Dies ist sehr bedauerlich und verleidet den Lesegenuss.

„Weltenwandler“ ist somit kein ganz schlechtes Buch, aber doch zu Zweidritteln leider völlig redundant und somit größtenteils überflüssig.

hinzugefügt: October 28th 2008
Tester: Gunther Barnewald
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