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Bird, Isobel: Liebeszauber für Kate - Magic Circle 1 (Buch)

Isobel Bird
Liebeszauber für Kate
Magic Circle 1
(So Mote It Be, 2001)
Aus dem Amerikanischen von Dorothee Haentjes
Schneider, 2001, Paperback mit Klappbroschur, 252 Seiten, 8,80 EUR, ISBN 978-3-505-11606-3

Von Irene Salzmann

Kate Morgan möchte ein ganz normaler Teenager sein: beliebt bei anderen, akzeptable Noten in der Schule - und befreundet mit Scott Coogan, dem Star des Highschool-Football-Teams. Allerdings hat dieser nur Augen für die etwas ältere Terri Fletcher, was Sherrie, Tara und Jessica, sehr zu Kates Verdruss, unermüdlich betonen. In Folge hat Kate auch wenig Spaß daran, mit ihren Freundinnen die geplante Valentins-Party zu organisieren, denn während die anderen Mädchen bereits feste Partner für den Event haben, träumt sie immer noch hoffnungslos von Scott.
Schließlich soll die Klasse in Geschichte Referate zu ausgewählten Themen schreiben. Kate muss sich in ‚die Hexenverfolgung’ einarbeiten. Zufällig fällt ihr in der Bibliothek ein Band mit dem Titel ‚Moderne Hexerei – Zaubersprüche und Beschwörungen’ in die Hände. Obwohl sie nicht an Magie glaubt, kann sie nicht widerstehen und probiert den Liebeszauber aus.
Am nächsten Tag sonnt sich Kate in der Aufmerksamkeit von nahezu allen Jungen der Schule, und Scott, der sie zuvor nicht einmal zur Kenntnis genommen hatte, fragt sie, ob sie seine Partnerin auf dem Ball sein möchte. Kate ist glücklich und denkt nicht weiter an Terri, die ihretwegen einen Korb bekam. Auch dass sie plötzlich von den anderen Mädchen einschließlich ihrer Freundinnen links liegen gelassen wird, stört Kate nicht sofort.
Die Situation eskaliert, als sich Kate ein weiteres Mal der Magie bedient, um eine schlechte Note in Chemie abzuwenden. Ihre Leistung hebt den Klassenschnitt so sehr an, dass etliche Mitschüler durchfallen und ihren Ärger an Kate auslassen, darunter auch Tara. Das hatte Kate nun wirklich nicht gewollt.
Ihr wird klar, dass die Zauberei nicht so wirkt, wie sie sollte, doch um alles rückgängig zu machen, benötigt Kate Hilfe. Sie findet heraus, wer das unheilvolle Buch vor ihr benutzt hatte und nimmt Kontakt zu der stillen Annie Crandall auf. Zunächst lehnt Annie die Bitte ab, denn auch ihr sind die Experimente missglückt, aber dann beteiligt sie sich an einer Beschwörung, die jedoch alles noch viel schlimmer macht: Terri stößt etwas zu und beschuldigt Annie
. In ihrer Not ziehen die Kate und Annie Cooper Rivers, eine Außenseiterin, die ebenfalls das Buch ausgeliehen hatte, hinzu. Noch während sie beratschlagen, beginnen die Verhältnisse, sich für Kate langsam zu normalisieren. Sie will aussteigen und ihre neuen Freundinnen im Stich lassen…


Man ahnt, dass für diesen Titel die erfolgreiche Mystery-Serie „Charmed“ Pate stand, denn die Figurenkonstellation und die privaten Probleme sind ähnlich. Allein die gefährlichen Monster fehlen in dem Buch, das sich an Leserinnen ab 13 Jahren wendet. In diesem geht es um Freundschaft und Vorurteile, Selbstlosigkeit und Egoismus, richtige Entscheidungen und falsche Werte, Selbstüberwindung und Angst. Diese Themen sind geschickt eingepackt in den amerikanischen Schulalltag, die Kümmernisse von 15-jährigen Teenagern, die erste große Liebe und Rivalitäten unter Mädchen. Das phantastische Element verleiht dem an sich gängigen Stoff eine zusätzliche Würze.
Kate ist die Hauptfigur – ein normales Mädchen, das seinen Platz in der Clique hat, eine gute Sportlerin ist und den üblichen Träumen nachhängt. Es fällt leicht, sich mit ihr zu identifizieren, denn sie ist in keiner Weise ‚super’, hat sogar einige Schwächen. Die Autorin treibt diese sogar so weit, dass Kate stellenweise schon fast unsympathisch erscheint, was sehr ungewöhnlich ist:
Sie ist egoistisch, denn sie spannt andere für ihre Belange ein, ist aber im Gegenzug nicht bereit, ihre Wünsche zu Gunsten anderer zu opfern (Annie und Cooper sollen Kate helfen, umgekehrt erwartet sie, dass die beiden selber mit den Problemen fertig werden, die sie eigentlich Kate zu verdanken haben). Vor die Wahl gestellt, ob sie sich zu den Außenseitern oder zu den angesagten Leuten gesellen möchte, entscheidet sie sich für das ‚Dazugehören’ statt für wahre Freundschaft (Annie und Cooper werden fallen gelassen, kaum dass Kate von Sherrie, Tara und Jessica wieder als eine der ihren akzeptiert wird). Auch Scott erfährt nicht, dass das plötzliches Interesse an Kate auf einer magischen Manipulation beruht, denn sie möchte ihn nicht verlieren (die Mittel, um ihn aufmerksam zu machen, werden als harmlos eingestuft, und wenn er nach Verblassen des Zaubers weiterhin an Kate festhält, dann war die Anwendung doch legitim, denn manche muss man mit der Nase auf ihr Glück stoßen).
Natürlich wird sich Kate letztlich bewusst, dass sie falsch gehandelt hat. Der Anstoß dazu ist verhältnismäßig klein im Vergleich zu ihrer ausgeprägten Selbstsucht und den vielen Ausreden. Einige Dinge werden in Ordnung gebracht, und es gibt ein Happy End für alle, so dass man auch mit Kate wieder versöhnt ist. Freilich kann man ihr Handeln verstehen und auch warum sie sich der Magie bedient, denn ihre bis dahin besten Freundinnen sind recht oberflächliche Mädchen, deren Spott zum Auslöser wird.
Dass vor allem Sherrie im Mittelpunkt stehen möchte und Kate den Erfolg neidet, wird zum kleinen Cliffhanger, der neugierig macht auf „Geheimnisvolle Offenbarung“, den nächsten in sich abgeschlossenen Band von „Magic Circle“.

Der Roman ist routiniert geschrieben und unterhält die Leserinnen, die sich für romantische Mystery interessieren, bestens. Man kann sich die Protagonistinnen bildlich vorstellen; allein Scott bleibt recht blass, da er bloß eine Nebenrolle einnimmt – schließlich dreht sich alles um die Freundschaften zwischen den Mädchen. Die heimliche Heldin ist trotz allem Annie, die eine Menge auf sich nimmt, eine engelsgleiche Geduld aufbringt, immer wieder Verständnis zeigt und vermittelt. Ohne sie hätte Kate weder Cooper kennen gelernt, noch die Angelegenheit bereinigen können.
Was über Magie verraten wird, sind die gängigen Basics, die man in den meisten Büchern nachlesen kann, die zu den jeweiligen Themen im Handel sind. Alles ist nachvollziehbar aufbereitet und kann durchaus das Interesse an der Esoterik wecken.
Hat man nun Feuer gefangen, freut man sich gewiss auf die weiteren Bände der Serie, in denen vielleicht Annie und Cooper mehr Handlungsanteile haben, denn über die beiden wurde noch nicht so viel verraten.

hinzugefügt: August 7th 2008
Tester: Irene Salzmann
Punkte:
zugehöriger Link: Schneider
Hits: 1830
Sprache: french

  

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