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Astraea Testament: Good Witch of the West Vol. 2 (DVD)

Astraea Testament: Good Witch of the West Vol. 2
Astraea Testament 7 - 13
J 2006

Von Christel Scheja

Die 13-teilige Serie „Astraea Testament: Good Witch of the West” bedient sich zwar einiger märchenhafter Elemente, erschafft aber eine eigenständige Fantasy-Welt voller Intrigen und Gefahren. Sie lief erst 2006 im japanischen Fernsehen, wird aber schon jetzt von Anime Virtual in zwei limitierten Boxen angeboten. Während das erste Set die Folgen 1 - 6 umfasste, in der die Figuren eingeführt und die Weichen für die nun folgenden Konflikte gestellt wurden, geht es in Vol. 2 und den restlichen Episoden 7 - 13 richtig zur Sache.


Firiel Dee hat ihre glückliche Kindheit im Örtchen Sellafield weit hinter sich gelassen, nachdem sie auf einem Hofball als weitere Anwärterin auf den Thron und Tochter einer königlichen Prinzessin erkannt wurde.
Sie muss nun lernen, ein Teil der adligen Welt zu werden, wenn sie nicht Opfer der zahlreichen Intrigen und Machtspiele werden will, die hinter den Kulissen toben. Das bekommt sie vor allem am königlichen Hof in der Hauptstadt Hyragurion zu spüren, an dem die Machtkämpfe unverhohlen ausgefochten werden und man auch um ihre Aufmerksamkeit zu buhlen beginnt. Es gibt aber auch Kräfte, die daran arbeiten, die alte Ordnung gänzlich umzustürzen, denn die Traditionen, die das Reich Gral beschützen und zusammenhalten, erlauben keinen technischen und wissenschaftlichen Fortschritt. Dabei spielen allerdings auch persönliche Interessen eine größere Rolle als das Wohl des Volkes.
Firiel merkt recht schnell, dass sie neben ihrer Jugendfreundin Marie nur wenigen wirklich vertrauen kann. Dazu gehören Adel Roland, die ebenfalls eine Anwärterin auf den Thron ist, ihr ritterlicher Bruder Eusis, der alle rechtschaffenen Tugenden zu verkörpern scheint, und die Fechtkünstlerin Igraine, die sie auf der Toras-Töchterschule kennen gelernt hat.
Nicht zuletzt ist da auch noch Roix, der Lehrling ihres Vaters. Je mehr sie von ihm getrennt ist, desto mehr spürt sie, dass den kauzigen Jungen eigentlich liebt. Aber er scheint sich seit den letzten Vorfällen immer mehr von ihr zu entfremden und von ihr zurückzuziehen. Nicht nur, dass er jetzt anderen Loyalitäten zu folgen scheint, er ist nach dem Mord an dem Adligen Liamon Riez, dem Sohn der derzeitigen Königin, auch noch auf der Flucht, weil man ihm die Tat anlastet.
Doch dann wird Firiels Aufmerksamkeit auf andere Dinge gelenkt. Die Gerüchte mehren sich, dass eines der Nachbarreiche zum Krieg gegen Gral rüstet. Und in einer entlegenen Provinz ist überraschend ein Drache eingefallen und verheert das Land.
Weil sie nicht alleine unter den adligen ‚Raubtieren’ zurückbleiben und lieber mehr über die Entwicklungen im Land erfahren will, folgt Firiel Eusis, der den Auftrag bekommen hat, das Monster zu erlegen. Dabei erlebt sie nicht nur am Hof des Grafen Gilbia sondern auch auf dem offenen Land einiges an angenehmen und unangenehmen Überraschen. Überdies wird sie in die mystischen und magischen Geheimnisse eingeführt, die bisher für das Gleichgewichte im Land Gral sorgten.
Und nun erwacht ihre Sorge um die Heimat, die durch die Machenschaften des Geheimbundes vom Schlangenstab näher am Abgrund steht, als bisher vermutet.


In der zweiten Hälfte von „Astraea Testament: Good Witch of the West” wird das Tempo der Geschichte etwas angezogen. Nicht länger bleibt es nur bei verstohlenem Geplänkel auf den Bällen und in den Schlössern, diesmal bekommen die Helden einiges zu tun. Das beginnt mit dem Zählen eines Einhorns, das ebenso wie die Drachen nicht unbedingt europäischen Vorstellungen entspricht, ist es doch eher eine Mischung aus Pferd und Strauß, und die blutgierige Bestie erinnert mehr an einen Dinosaurier als an eine mythische Kreatur.
Und es endet mit den mystischen Geheimnissen, die Gral umgeben. Denn der Tagesstern ist nicht nur ein leuchtendes Symbol am Himmel sondern vielmehr ein sehr materieller magischer Schutz, der eng mit dem Schicksal der Königin verknüpft ist. Firiel und ihre die anderen Anwärterinnen müssen sich zusammen raufen, um das wieder ins Lot zu bringen, was durch die Machenschaften der Aufrührer aus den Fugen geraten ist.
Die Serie kommt mit erstaunlich wenig Gewalt aus, auch wenn sie an einigen Stellen nicht gerade zimperlich ist - wenn zum Beispiel ein junges Mädchen ermordet oder Roix gefoltert wird. Es werden meistens andere Lösungen gefunden als Kampf und Grausamkeit, und erstaunlicherweise findet nicht einmal der düsterste Bösewicht den Tod. Hier bleibt die Serie erstaunlich konsequent. Im Königreich Gral läuft so manches etwas anders, und auch die Gegenspieler und Intriganten bekommen noch einmal eine Chance.
Trotzdem ist die Serie nicht nur eine idealistische Mär für junge Mädchen, die vor allem das verspielte Dekor und die romantischen Helden mögen dürften. Auch ältere Zuschauer können sich über einige unerwartete Wendungen und die vielen kleinen Anspielungen auf Märchen, andere Animes und Mangas, aber auch westliche Geschichten freuen.
Auch in den Episoden 7 - 13 herrscht eine gesunde Mischung aus Abenteuer, Humor und Hintergrund vor. Vor allem jetzt weiß die Serie durch abwechslungsreiche Ideen, sympathische Helden, die immer wieder einmal für eine Überraschung gut sind, und natürlich auch den ungewöhnlich ausgereiften Hintergrund zu gefallen.

Von der Animation her ist „Astraea Testament: Good Witch of the West” auf der Höhe der Zeit. Die Hintergründe sind detailreich, die Figuren bewegen sich fließend und alles passt zueinander. Die Farben sind leuchtend und harmonisch. Nur beim Ton verzichtete man auf den Raumklang. Die Synchronisation ist wie auch schon in den ersten Folgen sehr schön und ausgereift.
Die Serie erscheint in einer ansprechend gestalteten Edition. Die Pappbox wirkt wie ein alter Foliant und lässt sich auch so aufklappen. die beiden DVDs befinden sich dort auf zwei durchsichtigen Displays, die mit Bildern hinterlegt sind. Einzig die Einbindung des Booklets als Buchinneres will nicht so klappen, wie gedacht - die Pappe ist etwas zu dünn, um es lange zu halten, so dass es ausreißt und einem oft schon beim ersten Öffnen entgegen fällt. Aber das ist leicht zu verschmerzen, denn inhaltlich informiert es umfassend und ist mit sehr vielen schönen Bildern ausgestattet, während die Galerien auf den DVDs eher etwas mager wirken.
„Astraea Testament: Good Witch of the West” ist waschechte All Age-Fantasy, die nicht nur jüngeren Zuschauern durch ihr märchenhaftes Ambiente, sondern auch älteren durch den ausgereiften Hintergrund, die vielen kleinen Überraschungen und Anspielungen gefallen dürfte.

DVD-Facts:
1,78:1 (anamorph / 16:9)
Ton: deutsch Dolby Digital Stereo 2.0, japanisch Dolby Digital Stereo 2.0, französisch Dolby Digital
Stereo 2.0 Untertitel: deutsch, französisch, niederländisch, polnisch

DVD-Extras:
Booklet, Galerie

hinzugefügt: May 20th 2008
Tester: Christel Scheja
Punkte:
zugehöriger Link: Anime Video
Hits: 1434
Sprache:

  

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