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Isau, Ralf: DAS NETZ DER SCHATTENSPIELE (Buch)

Ralf Isau: Das Netz der Schattenspiele, Originalausgabe als Hardcover im Thienemann Verlag, ISBN 3-522-17257-4,524 Seiten, Euro 18.00

Von Carsten Kuhr

Ralf Isau ist ein Autor, der dicke Bücher verfasst. Er braucht und nimmt sich seinen Platz, um seine Geschichte zu erzählen. In vorliegendem Roman verbindet er Fantasy Elemente mit dem Cyberspace - eine Synthese, die soweit mir bekannt nur, und in gänzlich anderer Form Tad Williamson in seiner Otherland Tetralogie gewagt hat.

Stella ist die 16-jährige Tochter eines Berliner Computerspezialisten und Professors. In seiner Freizeit bastelt dieser an einem interaktiven Computerspiel, das sich mittels Hackersoftware weltweit verbreiten soll. Als Stella eines Tages die Gunst der Stunde nutzt, und das noch unerprobte Spiel auf ihren PC lädt ahnt sie nicht, was für Auswirkungen dies zeitigen soll. Das scheinbar so harmlose Spiel entflieht ins Internet, und wird von Terroristen dazu genutzt als Computervirus Schaden anzurichten. Die NSA, ein US Geheimdienst schaltet sich ein, und nötigt Stella und ihren Vater sich an der Jagd nach dem Virus zu beteiligen. In einem abgeschotteten Areal des Geheimdienstes wird schnell klar, dass es um nichts weniger als der Bedrohung der Welt geht. Zwei Nuklearraketen werden vom Virus gestartet, Züge verunglücken, Satelliten stellen ihre Übertragungen ein. Stella begibt sich mittels einer geheimen Erfindung der NSA ins Cyberspace. Nur sie, die den Virus geprägt hat vermag ihn dort, in der virtuellen Welt Illúsion zu jagen. Doch nicht nur der Virus bedroht unsere Heldin, auch skrupellose Wissenschaftler und gierige Geheimdienstler stellen ihr nach. Es geht ihnen darum das neue Entschlüsselungssystem ihres Vater zu stehlen, und ihre eigenen Verbrechen zu vertuschen. Wer ist nun eigentlich der Böse, der Virus oder die Offiziellen, die diesen jagen?


Ralf Isau hat eine Eigenheit seine Werke lose miteinander zu verbinden. So tauchen Hauptpersonen aus Romanen auch immer mal wieder am Rande anderer Werke als Nebendarsteller auf. Auch in diesem Werk verschafft er uns so ein Wiedersehen mit Jessica, einer der Hauptpersonen aus „Das Museum der gestohlenen Erinnerungen“.

In der ersten Hälfte des Romans geht es eher geruhsam zu. Nicht etwa, dass nichts passieren würde, aber Isau nimmt sich die Zeit und den Platz dem Leser das Internet und dessen Möglichkeiten zu erläutern. Man darf nicht vergessen, dass das Buch 1999 geschrieben wurde, als das Netz noch nicht die Bedeutung und Verbreitung unserer Tage erreicht hatte. Es dauert also, Isau untypisch ein wenig, bis die Handlung so richtig in Fahrt kommt. Als Stella sich dann nach Illúsion, einer Welt, die ein wenig an das Mittelalter erinnert begibt, und sich der Vorhang der Geheimnisse zu heben beginnt, zieht das Tempo an.
Wie man von dem Autor gewohnt ist, bezieht er auch in diesem Buch wieder eindeutig Stellung. Er warnt vor den Gefahren des Internet´s und der Gentechnologie ebenso wie vor den Eigenmächtigkeiten der Geheimdienste, die den gläsernen Bürger fordern.

Als Fazit bleibt mir, dass der Leser für dieses Werk ein wenig Sitzfleisch benötigt, dafür aber letztlich kurzweilig sehr viel wissenswertes über Computernetze und die damit verbundenen Chancen und Gefahren erfährt.

hinzugefügt: July 29th 2004
Tester: Carsten Kuhr
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