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Owen, James A.: Wo Drachen sind - Die Chroniken des Imaginarium Geographica (Buch)

James A. Owen
Wo Drachen sind - Die Chroniken des Imaginarium Geographica
(Here There Be Dragons)
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Michaela Link
cbj Verlag, 2007, Hardcover, 390 Seiten, 16,95, ISBN 978-3-570-13015-5

Von Carsten Kuhr

Drei junge Männer, allesamt Oxford-Abgänger, kommen während des Ersten Weltkriegs in London zusammen. Vor der kalten, verregneten Nacht suchen sie in einem der typisch britischen Clubs Schutz, nur um von einem etwas merkwürdigen Seebären aufgescheucht zu werden. Dieser erzählt ihnen eine Geschichte, die eigentlich nur Seemannsgarn sein kann. Von wilden Bestien, einer Kreuzung von Hund und Mensch ist die Rede, von Schattenkriegern und davon, dass die drei auserwählt seien, einen Schatz zu hüten. Der Atlas der Phantastischen Welten, in denen Karten aller imaginären Länder und Reiche verzeichnet sind, und wie man diese Welten erreicht, wurde ihnen anvertraut, und schon sammeln sich die finsteren Jäger, die ihnen diesen Schatz entreißen wollen. Auf dem Weg zum Indigo Drachen, dem Schiff des Boten, heften sich ihre angsteinflößenden Verfolger auf ihre Fersen. Kaum an Bord und in vermeintlicher Sicherheit beginnt das Abenteuer erst so richtig.
Mit dem Drachen kreuzen sie in die phantastischen Gewässer der imaginären Reiche, immer verfolgt vom Winterkönig, der seine Schatten ausschickt, die Herrschaft über die Reiche für ihn einzufordern. Eine spannende Jagd schließt sich an, es gilt Seegefechte zu überstehen, sie werden verraten, finden in Kapitän Nemo und anderen treue Verbündete nur um im Finale mit Elfen und Zwergen an ihrer Seite dem überwältigenden Heer des Winterkönigs gegenüberzustehen. Die Niederlage scheint unabwendbar, wenn es nicht gelingt, die verschollenen Drachen zur Hilfe herbeizurufen ..


James A. Owen ist uns als Comiczeichner von „Starchild“ und Autor der Reihe „Kai Meyers Mythenwelt“ (Festa Verlag, Piper Verlag) ein Begriff. Vorliegend erzählt er uns eine Geschichte aus der guten alten Zeit, die mich von der Grundanlage und Ausstrahlung her ein wenig an die missglückte Verfilmung der „Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ erinnert hat.

Owen nutzt als Ausgangspunkt die aus unzähligen Büchern und Filmen bekannte Adresse Baker Street 221 B. Im nebeligen London des Jahres 1911 beginnt eine wahrhaft außergewöhnliche Reise, in deren Verlauf der Autor so unterschiedliche Gestalten wie Shakespeares drei Hexen, Kapitän Nemo, Elfen, Zwerge, den grünen Ritter und Arthurs Erben auftreten lässt.

Bei aller Spannung die aufkommt wirkt das auf mich ein wenig wie eine Liste, die abgehakt wird. Dabei vermischt der Autor ungeniert griechische mit altägyptischen Mythen, lässt nordische Götter ebenso auftreten wie Phantasiegestalten aus der Weltliteratur. Das wirkt in seiner Massierung dann unglaubwürdig, ja unübersichtlich. Wer ist jetzt wer, ist das gestrandete Schiff Noahs Arche oder doch einem anderen Kulturkreis zuzurechnen, wie passt die Nautilus zu der Büchse der Pandora und dem Arthus-Mythos - Fragen über Fragen, die letztlich unbeantwortet bleiben.

Was sich zu Beginn als flottes Abenteuer in der Tradition Jules Vernes, Conan Doyles oder Gullivers Reisen anließ, das wirkt nach einem fulminanten, stimmungsvollen Auftakt nur zu bald überfrachtet, ja verwirrend. Die Mischung stimmt einfach nicht, der Autor versucht für meinen Geschmack zu viele Quellen einfließen zu lassen, und verliert dabei den roten Faden aus dem Blick. So gelungen sich die äußere Gestaltung mit den stimmigen Illustrationen des Autors präsentiert, das Gebotene enttäuscht gerade weil ich mit einer großen Erwartungshaltung an die Lektüre ging.

hinzugefügt: November 29th 2007
Tester: Carsten Kuhr
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