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Heitz, Markus: Ulldart - Zeit des Neuen 3: Fatales Vermächtnis (Buch)

Markus Heitz
Fatales Vermächtnis
Ulldart - Zeit des Neuen 3
Titelillustrationen von Iacopo Bruno (Landschaft) & Ciruelo (Emblem)
Karten von Erhard Ringer
Piper Verlag, 2007, Taschenbch, 462 Seiten, 9,95 EUR, ISBN 978-3-492-26612-3

Von Christel Scheja

Mit dem „Ulldart”-Zyklus feierte Markus Heitz bereits bei Heyne große Erfolge, da er mit seiner actionreichen Geschichte den Nerv einer Leserschaft traf, deren Fantasy-Verständnis von Rollenspielen am Computer und auf dem Papier beeinflusst ist. Und da sich die sechsbändige Sage auch in der Neuauflage noch einmal gut verkaufte, war es kein Wunder, das mit „Ulldart - Zeit des Neuen” eine direkt an die Handlung anschließende Trilogie heraus gegeben wurde. „Fatales Vermächtnis” schließt nun die Geschichte ab, die in „Trügerischer Friede” begonnen hatte und in „Brennende Kontinente” fortgesetzt wurde.


Der Kampf gegen den dunklen Gott Tzulan und seine Handlanger Mortva Nesreca und Govan hat den Kontinent Ulldart in Trümmern zurückgelassen. Doch die tiefen Wunden haben keine Zeit zu heilen, denn dem Land drohen neue Gefahren – nicht nur durch dunkelste Magie in Gestalt durch Lodriks wieder auferstandene Tochter Zvatochna, die als Nekromantin über Seelen und Untote gebietet, sondern auch durch eine riesige Flotte von Eroberern, die nur ein Interesse hat: die Abtrünnigen ihres Volkes, die Kensustrianer, zu vernichten und ganz nebenbei ein wenig Land zu erobern.
Ein dritter Widersacher macht sich bereit, seine Rolle in dem ganzen Spiel zu übernehmen. Im Verborgenen wächst rasend schnell Vaihidin Nesreca heran, der Sohn von Mortva Nesreca und Aljasha, der nur eines will, nämlich das vollenden, was sein Vater begann, und schließlich auch noch seine Mutter rächen.
Während es in „Brennende Kontinente” gar nicht gut für die Streiter des Guten aussah, scheint sich nun das Blatt zu wenden. Lodrik ergibt sich ganz dem Willen der Totengöttin Vintera und wird von dieser mit besonderen Kräften gesegnet. Zwar ist er nicht mehr länger selbst ein Nekromant, aber er gebietet fortan über eine andere Macht, die ihm hilft, gegen Vaihidin und Zvatochna zu bestehen.
Es gelingt, die Nekromantin zu töten, aber die Freude ist nur kurz, denn durch die Vernichtung ihres Körpers ist Zvatochna noch mächtiger geworden. Es bleibt Lodrik nichts anderes mehr übrig, als sich mit seinem zweitgrößten Feind zu verbünden.
Derweil beobachten König Perdor und der Rest der Getreuen mit Sorge, wie sich die Eroberer immer weiter über das Land ausbreiten, nachdem Kensustria gefallen ist. Denn nun haben diese ihr wahres Gesicht enthüllt. Anders als die Kensustrianer brauchen sie nicht nur Blut, um zu überleben, sondern auch Fleisch - Menschenfleisch...


Wie in seinen anderen „Ulldart“-Romanen bewegt sich Markus Heitz von einem Schauplatz zum anderen, um seine Action geladenen Szenen gewohnt routiniert abzuspulen. Diesmal aber führt er die meisten Handlungsstränge zusammen, um den Höhepunkt einzuleiten und episch breit aufzubereiten. Allerdings muss er dabei auch Abstriche machen, denn während die verschiedenen Konflikte auf Ulldart zu einem vernünftigen Ende geführt werden, gibt es bei der Nebenhandlung auf Kallisstron gewaltige Einbußen. Im Schnelldurchlauf werden dort die wichtigsten Probleme von Lorin und seinen Kameraden gelöst, damit mehr Platz für den Kampf auf Ulldart bleibt.
Neue Ideen und überraschende Wendungen haben aber auch dort keinen Raum mehr. Gewalt scheint das Allheilmittel zu sein, um die Feinde los zu werden. Zwar kennt der Autor immer noch gewisse Grenzen, was die Beschreibung bestimmter Details angeht, aber er verschwendet kostbaren Platz, und er kann auch nicht darüber hinweg täuschen, dass er inzwischen des „Ulldart“-Zyklus’ müde geworden ist und die Konflikte nun nur noch möglichst schnell und sauber zu einem Ende bringen will.
In Folge greift er mehr als früher auf sehr simple Lösungen zurück, und wenn er die Götter bemühen muss. Auch Charakterentwicklungen finden in diesem letzten Band nicht einmal mehr im geringsten Maße statt. Die Helden und Schurken bleiben so flach, wie sie von Anfang an waren, und sind auf wenige markante Wesenszüge reduziert. Nicht List und Verstand regieren ihre Handlung sondern recht eindimensionales Denken und die Waffen in ihren Händen, seien es nun Schwert oder Magie. Dementsprechend liest sich der Roman oft wie eine Zusammenstellung der bekanntesten Heroic Fantasy- und Rollenspiel-Klischees.

„Fatales Vermächtnis” ist wie auch die anderen Bände der Saga leichte Unterhaltung für die Leser, für die ein guter Fantasy-Roman vor allem aus actionreichen Kampfszenen, epischen Schlachtengemälden, plakativen Beschreibungen und unkomplizierten, flachen Figuren besteht. Verstehen wird man ihn allerdings nur, wenn man die anderen Bände des Zyklus’ kennt.

Markus Heitz hat insgesamt zwar saubere Arbeit beim Abschluss seiner Geschichte geleistet, aber eines merkt man dem Buch doch an: Aus der „Ulldart“-Saga ist er inzwischen vollständig heraus gewachsen und der alten Figuren ein wenig müde geworden, auch wenn er sich die Option offen lässt, eines Tages weiter zu schreiben.

hinzugefügt: October 15th 2007
Tester: Christel Scheja
Punkte:
zugehöriger Link: Piper Verlag
Hits: 1712
Sprache: german

  

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