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Benz, Derek & Lewis, J. S.: Die Rückkehr des Schattenkönigs (Buch)

Derek Benz & J. S. Lewis
Die Rückkehr des Schattenkönigs
(The Revenge of the Shadow King, 2006)
Aus dem Amerikanischen von Gerold Anrich und Martina Instinsky-Anrich
Titelillustration von Dieter Wiesmüller
cbj, 2007, Hardcover, 384 Seiten, 14,95 EUR, ISBN 978-3-570-13210-4

Von Irene Salzmann

Max leidet sehr darunter, dass sich seine Eltern getrennt haben. Zwar ist seine Familie vermögend, und es fehlt ihm an nichts, doch sein Vater wäre ihm lieber als der ganze Reichtum. Trost findet Max bei seinen Freunden Natalia, Harley und Ernie. Zusammen sind sie die Grauen Greife und treffen sich regelmäßig im Antiquitätenladen des alten Ivers, der mit ihnen zusammen ‚Tafelrunde’ spielt.
Schon bald wird den Kindern klar, dass hinter ihren Spielkarten sehr viel mehr steckt, als es den Anschein hat. Max wird in seinen Träumen vom Würger, einem gefährlichen Kobold, verfolgt – aber ist es wirklich nur ein Traum? -, und Harley besitzt plötzlich eine neue Karte, kann sich aber nicht erinnern, woher das unheimliche Bild von Oberon, dem Schattenkönig, stammt.
Bei seiner Großmutter auf dem Speicher findet Max ein altes Buch, den Codex Spiritus. Als er den Band öffnet, entweicht ihm eine Spriggan, die darin Jahrhunderte gefangen war. Die kleine Fee kann Max dazu bringen, erneut das Buch aufzuschlagen. Was er diesmal aus dem Gefängnis entlässt, ist ein Schatten, der nicht nur den Jungen mit Furcht erfüllt, sondern sich über das ganze verschlafene Städtchen Avalon legt.
Durch Iver und Logan, dem Fahrer der Familie, erfährt Max von einem großen Geheimnis und einer Aufgabe, die von seinem Großvater nun auf ihn übergegangen ist. Aber haben die Grauen Greife wirklich eine Chance gegen die uralten Mächte, mit denen sie es zu tun bekommen?


In „Die Rückkehr des Schattenkönigs“ greifen die Autoren auf das bewährte und beliebte Schema zurück. Dabei offerieren sie jungen Lesern ab 12 Jahren vertraute Motive und Handlungsmuster:
Die Zielgruppe schätzt Sammelkarten-Spiele, und so mancher Gamer träumt gewiss davon, selbst spannende Abenteuer zu erleben, wie er sie nur im Spiel inszenieren kann. Praktisch jeder kennt den Sagen-Zyklus um König Artus und Morgan LaFey, hat von Geheimbünden wie den Tempel-Rittern gehört, von Kobolden und Elfen gelesen. Nun werden drei Jungen und ein Mädchen zur Identifikation angeboten, um in eine mitreißende Geschichte, in der all das thematisiert wird, einzutauchen.
Die Protagonisten kennen alle Sorgen und Nöte, die auch die gleichaltrigen Leser bekümmern, sei es die zerrüttete Familie oder Ärger mit boshaften Lehrern und Raufbolden. Das alles tritt nach der Einführungsphase jedoch schnell in den Hintergrund und dient nur noch als Anker zur Realität und als Hemmschuh bei der Lösung des eigentlichen Problems. Die Grauen Greife agieren sehr überlegt und vernünftig, so dass humorige und leider auch etwas klischeehafte Einlagen wie Ernies Sucht nach Süßigkeiten und Natalias Liebe zu Einhörnern immer wieder daran erinnern müssen, dass es sich um Zwölfjährige handelt. Die Erwachsenen besetzen lediglich Nebenrollen.
Das Böse wird klar definiert. Es will zerstören und töten, und obwohl es übermächtig ist und viele Verbündete findet, muss es letztlich den Guten, die sich durch Mut, Kameradschaft und Selbstlosigkeit auszeichnen, unterliegen. Die einzige Figur, die in der Grauzone angesiedelt ist und von der man bis fast zum Schluss nicht weiß, auf wessen Seite sie steht, wird dabei zum Zünglein an der Waage.
Man nimmt nichts vorweg, wenn man verrät, dass es für die Grauen Greife ein Happy-End gibt. In Kinder- und Jugendbüchern ist es sehr wichtig, dass die Helden nach allen Gefahren heil nach Hause gelangen und die Welt wieder in Ordnung ist. Dennoch sollte man „Die Rückkehr des Schattenkönigs“ nicht unterschätzen, da es einzelne Szenen gibt, die ängstliche Kinder erschrecken können, und einige Protagonisten verlieren ihr Leben.

„Die Rückkehr des Schattenkönigs“ ist ein spannender Fantasy-Roman für lese-erfahrene Mädchen und Jungen ab 12 Jahren, die durch „Harry Potter“ auf den Geschmack gekommen sind und noch mehr magische Abenteuer erleben wollen. Bekannte Themen und Begriffe erleichtern den Einstieg in eine Handlung, die einen schnell in den Bann zieht. Der Stil der Autoren ist kindgerecht, aber nicht zu simpel, auch wartet die Handlung mit einigen Überraschungen auf, so dass ältere Leser ebenfalls gut unterhalten werden.

hinzugefügt: August 28th 2007
Tester: Irene Salzmann
Punkte:
zugehöriger Link: cbj Verlag
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