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K-A-E 29th Secret 1: Blank File (Comic)

Martina Peters
K-A-E 29th Secret 1
Blank File
Fireangels Verlag, 2005, Paperback, 306 Seiten, 13,00 EUR, ISBN 978-3-939309-03-1

Von Christel Scheja

In den letzten Jahren hat sich in Deutschland eine sehr rege Manga-Zeichner-Szene gebildet, die sich vor allem im Internet tummelt und dort die neuesten Seiten ihrer Comics präsentiert, denn die Möglichkeiten, sein Werk auf dem Papier zu präsentieren, sind in Deutschland nur sehr gering.
Und derjenige, der einen etwas ungewöhnlicheren Stoff oder ein ungewöhnlich langes Epos (Seitenzahl) anzubieten hat, bleibt dabei meist auf der Strecke.
Doch in der letzten Zeit hat sich auch da etwas geändert, denn inzwischen sind kleinere Spezialverlage in die Bresche gesprungen, die sich auf eine ganz bestimmte Zielgruppe konzentrieren, vornehmlich auf die jungen Frauen und Mädchen, die sich besonders für Boys Love-Comics interessieren. Zu diesen gehört auch der Fireangels-Verlag.


Zu den ersten Veröffentlichungen gehört „K-A-E 29th Secret:” von Martina Peters. Der über 300 Seiten starke Manga erzählt von einem jungen Mann, der ohne Erinnerung an sein früheres Leben in einem Labor erwacht.
Was er einmal getan hat, wie er heißt, all das ist ausgelöscht und durch eine einzige Zahl ersetzt. Er ist die Nr. 29 eines geheimnisvollen Experiments, über das man sich ihm gegenüber nicht äußert.
Doch irgendetwas in Kae rebelliert gegen sein Schicksal. Als Erstem überhaupt gelingt ihm die Flucht aus dem Hochsicherheitstrakt, und er verschwindet in den Straßen der Stadt. Obwohl ihn die fremden Eindrücke überwältigen und sogar lähmen, kehren keine Erinnerungen zurück.
So muss sich Nr. 29 neu orientieren und von vorne beginnen. Hilfe findet er dabei - obwohl er ihnen zunächst auch misstraut -, bei Noah und Pacey, die ihn bei sich aufnehmen und verstecken. Nach und nach bringen sie ihm die grundlegendsten Dinge bei, damit er sich unauffällig unter den anderen Menschen bewegen kann, und gewinnen so sein Vertrauen. Der junge Mann könnte glücklich sein, doch da tritt ein Junge mit Katzenaugen in sein Leben, der ebenfalls behauptet, aus dem Labor entkommen zu sein. Doch stimmt das wirklich...? Und ein geheimnisvoller Anrufer beginnt, ihn zu terrorisieren und zu bedrohen. Wenn Nr. 29 nicht bereit sei, sein Spiel mitzumachen und knifflige Aufgaben zu lösen, so würde er und der Junge mit den Katzenaugen schneller wieder im Labor landen, als sie denken können...


Spannende Mystery-Geschichten müssen nicht nur aus Fernost oder den Staaten stammen, auch deutschen Künstlern liegt es, Storys zu erzählen, die ihre Geheimnisse nicht sofort preisgeben. Martina Peters beweist es mit ihrer episch angelegten Geschichte, deren zweiter Band im Jahr 2008 erscheinen soll.
Sie nimmt sich sehr viel Zeit, ihren Hauptcharakter vorzustellen. So baut sich schon bald eine Bindung zu ihm auf, denn man fühlt mit ihm und möchte wie er erfahren, warum er in dem Labor gelandet ist und wie seine Vergangenheit ausgesehen hat. Doch bis dahin scheint es noch ein langer Weg zu sein, denn noch muss er erst lernen, sich in der Welt zurechtzufinden, und erste Ansätze entdecken.
Behindert wird er dabei aber nicht nur durch den Jungen mit den Katzenaugen, für den er bald schon etwas mehr empfindet, oder den geheimnisvollen und sehr zielstrebigen Anrufer – nein, auch die Menschen, die er für Freunde gehalten hat, erweisen sich nicht alle als Helfer in der Not.
Das macht die Geschichte umso spannender, deren Boys Love-Elemente in diesem ersten Band eher noch ein wenig verhaltener sind, aber das kann sich schnell ändern.

Auch künstlerisch ist der Manga sehr interessant, dokumentiert er doch die zeichnerische Entwicklung von Martina Peters über die drei Jahre seiner Entstehung. Die Figuren werden immer lebendiger und voneinander unterscheidbarer, die Hintergründe bleiben zwar schlicht, sind aber gut komponiert, Licht und Schatten geschickt verteilt.
Es gibt insgesamt nur sehr wenige zeichnerische Aussetzer, die sich zum Ende hin immer mehr verlieren und den Gesamteindruck nicht trüben können. Man merkt dem Manga vor allem an, dass er mit sehr viel Engagement und Spaß gezeichnet wurde.

„K-A-E 29th Secret” bietet spannende und geheimnisvolle Mystery-Unterhaltung vom Feinsten, die beweist, dass deutsche Mangaka sich nicht unbedingt hinter ihren Kollegen aus Übersee verstecken müssen. Es lohnt sich also durchaus, einen Blick zu riskieren.

hinzugefügt: July 9th 2007
Tester: Christel Scheja
Punkte:
zugehöriger Link: Fireangels Verlag
Hits: 3184
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