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King of Hell 1 (Comic)

King of Hell 1
In-Soo Ra & Jae Hwan Kim
(King of Hell 1, 2002)
Aus dem Koreanischen von Renate Clasen
Tokyopop, 2007, Taschenbuch, 186 Seiten, 7,50 EUR, ISBN 978-3-86719-051-0

Von Irene Salzmann

Majeh sieht aus wie ein Kind, aber in Wirklichkeit ist er ein großer Krieger, dessen wahre Kraft versiegelt wurde, nachdem er im Jenseits eine Vielzahl anderer mächtiger Kämpfer auf brutale Weise abgeschlachtet hat. Seither wird er als Todesbote eingesetzt und geht dieser Aufgabe mit wenig Enthusiasmus nach. Als er einen Auftrag vermasselt, wird er damit bestraft, dass er alle Dämonen vernichten muss, die dem Jenseits entkommen konnten und in der Menschenwelt ihr Unwesen treiben.
Im Rahmen dieser Säuberungs-Aktion wird er immer wieder mit den Problemen der Lebenden und der Sterbenden konfrontiert. Obwohl er stets so tut, als kümmere ihn das Schicksal der Menschen nicht, bewirkt sein Eingreifen häufig, dass Notleidende neuen Mut fassen und über sich hinauswachsen. In Folge rettet eine Betrügerin, die sich als Magierin ausgibt, schließlich doch die vermissten Kinder und kommt mit sich und ihren Schuldgefühlen ins Reine.
Doch nicht immer verlaufen Majehs Abenteuer so glimpflich. Nachdem er im Kampf gegen einen gigantischen Höllendämon den Kürzeren zog, tappt er kurz darauf in eine tödliche Falle…


Nachdem für längere Zeit so gut wie keine neuen Fantasy-Mangas und –Manhwas angeboten wurden, boomt das Genre jetzt ganz unerwartet. Carlsen, Panini, EMA, Heyne und Tokyopop präsentieren eine Vielzahl Titel, die ihrerseits in verschiedene Bereiche eingeteilt werden können, deren Grenzen fließend sind. Serien für Erwachsene oder Kinder, für weibliche oder männliche Leser können folgenden Sub-Genres zugeordnet werden: Endzeit-Science Fantasy („Shin Ongyo Onshi“, „Chronik eines Kriegers“), abenteuerlich-magische Fantasy („Dan Gu“, „Warcraft“), historische Fantasy („Das Zeitalter des Todes“, „Yagyu Ninpo Cho“), erotische/Boys Love-Fantasy („Innocent Bird“, „Ja-Dou“), abenteuerliche, romantisch-humorige Schüler-Fantasy („Fushigi Yuugi Genbu Kaiden“, „In A Distant Time“), meist humorige zeitgenössische Erzählungen mit Fantasy-Elementen („Faeries’ Landing“, „Midori Days“), Fantasy-Comedy („Reborn“, „Gata Pichi“).
Praktisch für jeden Geschmack ist ein Thema dabei. Die Fantasy-Elemente beleben alltägliche Ereignisse und erlauben überraschende Wendungen. Die Möglichkeiten, wie sich eine Handlung und die Charaktere entwickeln können, sind vielfältiger als in nicht-phantastischen Geschichten.

„King of Hell“ zählt zu den Fantasy-Manhwas, die sich in erster Linie an Jungen ab 14 Jahren wenden. Typisch für Serien dieser Art ist der Mix aus geballter Action und Klamauk-Einlagen. Erotik kann, muss aber kein ergänzendes Element sein. So beschränkt sich der Zeichner hier auf eine Protagonistin mit zerrissener Kleidung, und zwischenmenschliche Gefühle werden nicht thematisiert. Die Leser abenteuerlicher Fantasy-Comedys geben einer schnellen, Kampf betonten Handlung mit einer großzügigen Portion Humor den Vorzug gegenüber soften, romantischen Szenen.
Nur wer aufmerksam liest, bemerkt, dass auch ernste Töne mitschwingen. Majeh, der kindliche Held, der sich mit seiner lässig-schnodderigen Art der Zielgruppe als Identifikationsfigur anbietet, verbirgt unter seiner vorgetäuschten Gleichgültigkeit und Grausamkeit ein weiches Herz. Er kennt die Sorgen der Menschen und hilft ihnen nicht allein dadurch, dass er gefährliche Monster erledigt, sondern er erlaubt es ihnen, sich ihren Ängsten zu stellen und sich aus eigener Kraft zu retten.
Die Zeichnungen sind aufwändig und durchaus ansprechend, sofern auf superdeformierte Abbildungen verzichtet wird. Die Gewänder, die sich an historischen Vorbildern anlehnen, stellen eine angenehme Abwechslung zu den gängigen Fantasy-Outfits dar und dürften vor allem Leserinnen gefallen, wenngleich ihnen die Story und die Hauptfigur etwas zu abgedreht sein dürften.
Ob „King of Hell“ genügend Leser finden wird, um sich auf dem Markt behaupten zu können, bleibt angesichts der großen Konkurrenz abzuwarten.

hinzugefügt: June 6th 2007
Tester: Irene Salzmann
Punkte:
zugehöriger Link: Tokyopop
Hits: 2369
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