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Kickback (Comic)

David Lloyd
Kickback
(Kickback, 2006)
Aus dem Amerikanischen von Etsche Hoffmann-Mahler
Egmont Ehapa, 2007, Album, 96 Seiten, 10,00 EUR, ISBN 978-3-7704-3080-2

Von Christel Scheja

Neben den Superhelden-Comics hat sich seit den 1980er Jahren eine starke und eigenwillige Szene von Künstlern entwickelt, die fernab von den Vorgaben der Konzerne ihre eigenen Geschichten erzählen. Und diese sind nicht immer so glatt und moralisch unbedenklich, wie die Mainstream-Comics. Sie sprechen auch Dinge an, die gegenüber der breiten Öffentlichkeit wohlweislich nicht an die große Glocke gehängt werden und auch sonst nicht unbedingt publik gemacht werden, wenn man das nicht unbedingt will.
Zwar ist auch die Korruption amerikanischer Beamter schon lange ein Thema, das immer wieder von Filmen und Romanen aufgegriffen wird, aber „Kickback” fügt den Inhalten neue Facetten hinzu.


Detective Jo Canelli weiß sehr wohl, dass seine Arbeit als Polizeibeamter nur an der Oberfläche kratzt und das organisierte Verbrechen weiterhin freie Hand hat. Er ist selber einer von denen, die sich mit den Gangstern arrangiert haben, weil es ihm ein sicheres und halbwegs angenehmes Leben bietet. Glücklich darüber ist er allerdings nicht, denn er fühlt sich in seiner Haut nicht wohl, weil es all dem widerspricht, was er von seinen Eltern gelernt hat - Vater und Mutter, die vor langer Zeit bei einem Autounfall ums Leben kamen, mit dem er auch etwas zu tun hatte.
Gequält von Alpträumen, die die Vergangenheit wieder ans Licht zu holen versuchen, bekommt er es nun auch noch mit einer Serie von Überfällen auf Kollegen und der Ermordung einer Drogendealerbande zu tun - Ereignisse, die einen offenen Krieg in der Stadt herauf beschwören könnten.
Damit nicht noch mehr Unschuldige in die Sache verwickelt werden, beschließt er, sein Leben völlig umzukrempeln und etwas zu tun, auch wenn es ihm selbst den Kopf kosten könnte. Zusammen mit dem einzigen Kollegen, dem er noch vertraut und der Journalistin Dinah McLean, die eigentlich eher auf Sensationen aus ist, macht er sich daran, die wahren Schuldigen zu finden und der Unruhe ein Ende zu bereiten. Dabei bringt er sich natürlich mitten ins Schussfeld und seine Gefährten in Lebensgefahr...


„Kickback” erinnert im Zeichenstil und Inhalt bewusst an die Filme der „Schwarzen Serie” und alle späteren Thriller, die eine ungeschminkte Wirklichkeit - wenn auch ein wenig überspitzt - darstellen wollen und so umso deutlicher zu machen, was eigentlich hinter den Kulissen vor sich geht.
So ist auch Joe Canelli kein Held mit einer blütenweißen Weste, sondern ein Cop, der sich mit seinem Leben arrangiert hat, so lange, bis ihn nicht nur die brutale Realität einholt sondern auch die Vergangenheit in Form von Erinnerungsfetzen. Beides beginnt, ineinander zu spielen und in ihm eine Veränderung zu bewirken. Weil er auch noch glaubt, am Tod seiner Eltern schuld zu sein, will er Sühne leisten und wagt so einen Schritt, der ihn den Idealen seiner Kindheit wieder näher bringt.
Die Geschichte konzentriert sich vor allem auf ihn und seine Entwicklung; die andere Figuren sind meist nur Beiwerk, die ihn auf seinem steinigen Weg begleiten.
Doch auch die Action kommt nicht zu kurz. Wie in einem richtigen Krimi geraten Joe und seine Freunde mehrfach in Todesgefahr und müssen auch schon einmal zurück schießen oder ihre Fäuste ausfahren, um zu überleben und am Ende ‚das Richtige’ zu tun.

Wie in „V wie Vendetta” zeichnet David Lloyd einen Helden, der sich gegen den Rest der Welt stellt, um seinen Prinzipien treu zu bleiben und etwas zu verändern, auch wenn er selbst dabei alles verliert.

Das macht „Kickback” zu einem besonders spannenden und Thriller, der es mit so manchem Roman aufnehmen kann und von der ersten bis zur letzten Seite zu unterhalten weiß.

hinzugefügt: May 4th 2007
Tester: Christel Scheja
Punkte:
zugehöriger Link: Ehapa Comic Collection
Hits: 2471
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