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Abedi, Isabel: Verbotene Welt (Buch)

Isabel Abedi
Verbotene Welt
Loewe Verlag, 2006, Hardcover, 462 Seiten, 14,90 EUR, ISBN 978-3-7855-5699-3

Von Gunther Barnewald

Der 12jährige Otis lebt mit seiner Mutter in New York. Diese arbeitet dort in einem Schönheitssalon, ganz hoch im Empire State Building, was für den Jungen gar nicht so einfach ist, leidet er doch an Höhenangst; und dies, obwohl er in einem Flugzeug geboren wurde. Otis leidet auch am Wandertrieb seiner Mutter, die es nie länger an einem Ort hält, weshalb Otis sich nie stabile Freundschaften mit Gleichaltrigen hat aufbauen können.
Währenddessen lebt die gleichaltrige Olivia in Berlin. Ihre Mutter ist Alkoholikerin, der Vater gestorben. Als ihre Mutter wegen eines erneuten Alkoholabsturzes mal wieder in die Klinik muss, schnappt sich das Mädchen seine Taube und flieht vor dem Jugendamt, da sie nicht wieder in ein Heim will.
Nach kurzer Unterkunft bei einem Freund versteckt sie sich eines nachts im riesigen Kaufhaus des Westens.
Nahezu gleichzeitig besucht Otis mit seiner Klasse die Freiheitsstatue in New York und wird dort von einem böswilligen Klassenkameraden in den dortigen Toilettenanlagen festgesetzt.
Beide haben zwar schon gehört, dass zwei weltberühmte Gebäude, nämlich die Sphinx in Ägypten und der Eiffelturm in Paris, von der Erdoberfläche verschwunden sind, von mysteriösen Kräften einfach entführt. Die Jugendlichen ahnen aber nicht, dass die Bauwerke, in denen sie sich gerade aufhalten, als nächste an der Reihe sind. Und so werden beide mit entführt und an einen geheimnisvollen Ort gebracht, wo sich Otis und Olivia kennen lernen und versuche aufzuklären, wer hinter der Entfernung der Bauwerke steckt.
Und währen Olivias Mutter bedröhnt in der Klinik liegt und Otis Mutter gerade in Schottland eine neue Stelle angetreten hat, müssen die beiden Kids zusehen, ob es ihnen gelingt, nicht nur das Geheimnis zu lösen, sondern auch, ohne die Hilfe der Erwachsenen, zu entkommen...


Abedis neustes Buch lebt ganz von der anfänglich wunderbaren Idee und den lebendigen, meisterhaft ausgestalteten Protagonisten, mit denen der Leser sich einfach identifizieren muss. Dazu kommt der leichte und lockere Schreibstil, mit dem die Autorin ihre Geschichten zu erzählen weiß.
Also scheint alles gerichtet für ein wunderbares Leseerlebnis, welches die Autorin auch auf den ersten 140 Seiten bietet. Doch dann unterläuft Abedi ein verhängnisvoller Fehler: Sie enthüllt das Mysterium der Entführungen viel zu früh. Nach insgesamt 170 Seiten ist definitiv bezüglich der Spannung die Luft raus, da alle Geheimnisse gelöst scheinen und es liegen noch 280 Seiten (viel zu viel) vor dem Leser.
So kann es passieren, dass das Interesse der Rezipienten trotz des meisterhaften Stils der Autorin und der sympathischen Charaktere erlahmt, da es der Autorin leider nicht gelingt, einen durchgängigen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, was sehr schade ist, verpuffen so doch alle guten Ansätze. Dabei bleibt es völlig rätselhaft, warum Abedi die gestellten Rätsel so früh und ohne Not preisgibt.

Deshalb ist „Verbotene Welt“, trotz vieler Vorzüge, schlussendlich missraten. Für Jugendliche, die sich im Genre phantastischer Literatur gar nicht auskennen, ist das vorliegende Buch sicherlich trotzdem interessant, da die hier entwickelte Idee faszinieren kann, die beiden Protagonisten dies sowieso tun. Wer sich in der Phantastik auskennt, erkennt aber schnell alten Wein in neuen Schläuchen.

Fazit: Für Jugendliche okay, aber vielleicht mit 450 Seiten zu umfangreich, für Erwachsene, die sich im Phantastik-Genre auskennen, enttäuschend.

hinzugefügt: March 1st 2007
Tester: Gunther Barnewald
Punkte:
zugehöriger Link: Loewe Verlag
Hits: 1657
Sprache: german

  

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