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Peinkofer, Michael: Der Schwur der Orks (Buch)

Michael Peinkofer
Der Schwur der Orks
Titelillustration: Keel
Piper Verlag, 2007, Paperback, 558 Seiten, 14,00 EUR, ISBN 978-3-492-75009-7

Von Carsten Kuhr

Balbok und Rammar, unsere ungleichen, nichtsdestotrotz schlagkräftigen Ork-Rüpel sind wieder da. Natürlich geht es auch in der direkten Fortsetzung des Bestsellers „Die Rückkehr der Orks“ wieder darum Schätze zu erobern, Feinden den Garaus zu machen, und literweise Blutbier in sich hineinzuschütten – na ja, und so nebenbei, wenn es sich so gar nicht vermeiden lässt eben dann auch noch darum die Welt zu retten, aber zuerst mal muss man ja wirklich sehen, wo man als entmachteter Ork-Häuptling bleibt.

Man sollte ja nun wirklich meinen, dass unsere Brüder ausgesorgt hätten. Einen ganzen Wagen voll Gold und Edelsteine haben sie am Schluss des ersten Bandes auf die Seite gebracht, lebten seitdem als gefeierte Helden in ihrem Dorf. Fressen, saufen, huren und ab und an ein paar allzu aufmüpfige Orks einen Kopf kürzer machen – was will man denn mehr. Doch dann erdreistet sich der Menschenkönig und Orkjäger Corwyn ausgerechnet unsere niederträchtigen Orks um Hilfe zu bitten. Sie sollen, zusammen mit einer Gruppe begnadigter Schwerverbrecher, die Küstenstadt Kal Anar, den Sitz des Bösen, auskundschaften. Dort hat ein äonenaltes Böses das Haupt erhoben. Basilisken kundschaften durch die Lüfte, wiedererweckte Totenheere stellen sich zum Kampf gegen die Völker der Welt. Zusammen mit ihrem Intimfeind, dem Zwerg Orthmar von Bruchstein, Hutzelbart genannt, machen sich unsere widerspenstigen Helden auf den Weg – nur um einmal mehr von einer Falle in die nächste und von einem Fettnäpfchen ins übernächste zu tapsen ...


Michael Peinkofer hat sich zunächst mit seinen historischen Romanen bei Bastei-Lübbe einen Namen gemacht. Letztes Frühjahr durfte auch er sich an einem Roman um eines der mehr oder minder lustigen Fantasy-Völker versuchen, und machte seine Sache – verkaufstechnisch gesehen - nicht schlecht.
„Fantasy mit hohem Wiedererkennungswert“, so könnte man die beiden Ork-Bücher überschreiben, wobei er sich bemüht, seinen Gestalten Leben einzuhauchen. Das macht sich auch und insbesondere dadurch bemerkbar, dass er versucht, den Orks eine eigene Sprache zu verpassen, und dem Leser ein kleines Wörterbuch „Ork – Deutsch“ mit an die Hand gibt, oder dass er immer wieder Rezepte für ork’sche Spezialitäten einstreut. Das liest sich dann alles nett und flüssig, lässt aber manchmal doch ein wenig die Originalität vermissen. Zu vorhersehbar blieb über die ganze Länge des Textes die Handlung, zu stereotyp die Figuren. Geboten wird letztlich eine Aneinanderreihung von Abenteuern und Kämpfen, die unsere bunt gemischte Gruppe quer durch unbekanntes, gefährliches Terrain führt, ständig verfolgt und bedroht durch die übermächtigen Schergen des Bösen. Den Leser erwarten somit jede Menge rasant geschilderte Kämpfe, in einer von der Beschreibung her insbesondere in Details zu unscharf bleibenden Umwelt. Das mag für Gelegenheitsleser, die ab und an in der Folge der „Herr der Ringe“- und „Eragon“-Filmeuphorie zu einem Fantasy-Buch greifen ganz unterhaltsam sein, auf den erfahrenen Bücherwurm warten letztlich zu wenig Überraschungsmomente.

Im August 2007 kann Peinkofer mit seinem High-Fantasy Roman „Unter dem Erlmond“ (Piper Verlag) beweisen, dass er eine wirklich eigenständige Stimme im Kanon der deutschsprachigen Fantasy-Autoren ist. Bis dahin legt er flüssig und kurzweilig zu lesende Fantasy-Massenware vor, die sicherlich ihre Käufer finden wird, ohne dass sie mich letztlich wirklich überzeugen konnte.

hinzugefügt: January 28th 2007
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
zugehöriger Link: Piper Verlag
Hits: 2173
Sprache: catala

  

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