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Blue Evolution Vol. 3, 1 + 2 (Comic)

Blue Evolution Vol. 3, 1 2
1: Übergang
2: Erwachen
Sebastian Schwarzbold & Sven Loose & Stephan Haack & Martin Fink & Marian Kretschmer
TheNextArt, 2004 bzw. 2005, Heft, je 36 Seiten, je 4,00 EUR

Von Irene Salzmann

Drei Jahre sind seit dem Tod von Sarah vergangen. Noch immer ist Malik nicht über diesen Verlust hinweg, und es soll auch nicht der letzte sein, der sein Leben aus der Bahn wirft und ihn anfällig macht für das Dunkle, das ihn auf seine Seite ziehen will.
Durch ein Tor betritt Malik die Gegenwelt und begegnet Yulis, die ihm ihre Version vom Kampf des Guten gegen das Böse schildert und ihn um Hilfe bittet. In einer Kneipe trifft er auf die letzte Wächterin eines dieser Tore, die kurz darauf bei einem Angriff von Mükros’ Kreaturen getötet wird.
Malik steht noch unter den Eindrücken dieses scheinbaren Traumes, als ihn der nächste Schicksalsschlag trifft. Er weiß nicht wie es weitergehen soll und flüchtet sich in den Drogenrausch. Das Böse triumphiert!


Die Bände 4 und 5 knüpfen an die Ereignisse, die in den vorherigen Heften geschildert werden, an und sind nicht minder dramatisch als diese. Nun ist Malik ganz allein, wie so viele Helden in Comic-Serien. Niemand steht ihm mit Rat und Trost zur Seite, er droht, an seinem Schicksal zu zerbrechen und beginnt, Drogen zu nehmen. In einer Disco lernt er Ruby kennen – kann sie ihm neuen Halt geben?

Die Guten und die Bösen versuchen gleichermaßen, Malik zu manipulieren. Trotz seiner intensiven Träume hat er die Schlüsselrolle, die er im ewigen Kampf einnimmt, noch immer nicht erkannt: Seine Taten werden darüber entscheiden, ob die Erde von Mükros, der die Gegenwelt bereits in seiner Hand hat, ebenfalls eingenommen wird. Die wenigen überlebenden Hexakrieger und die Elementarwesen führen einen Partisanenkrieg und suchen nach weiteren Mitstreitern für den Fall, dass Malik der Dunkelheit erliegen sollte. Die Handlung nähert sich ihrem Höhepunkt, das Finale ist nicht mehr fern. Die Fronten sind klar, doch wundert man sich, warum die vermeintlichen Guten Malik und seine Angehörigen nicht besser beschützen und den Teenager endlich über seinen Platz in diesem Geschehen aufklären. Verfolgen sie vielleicht Pläne, die noch nicht enthüllt wurden? Die Charaktere bleiben dadurch geheimnisvoll, und es lässt sich nicht vorhersehen, was Malik weiter zustoßen oder passieren wird, wenn er sich einer der beiden Parteien anschließt.
Seit er den Halt verloren hat, verstrickt sich Malik mehr und mehr in surreale, bizarre Phantasien. Die Grenzen zwischen Traum und Realität, zwischen Erde und Gegenwelt verwischen immer mehr. Dieses Chaos wird durch den experimentellen Stil des Zeichners visuell wiedergegeben. Man fühlt sich an die US-Serie „Kabuki“ erinnert; hier spielt David Mack mit dem Verstand der Protagonistin und kombiniert verschiedene Arbeitsmittel und Stile zu einem beeindruckenden Gesamtwerk. Dieses kompromisslose Durchziehen des Themas fehlt jedoch in „Blue Evolution“, das sich durch mehrere Schauplätze und viele Charaktere zu sehr verzettelt – aber man sollte nicht vergessen, dass hier junge Künstler in der Freizeit an ihrer ersten Serie arbeiten und keine Profis.
Die Action-Szenen und erotischen Pin-ups lassen erahnen, dass zu den Vorbildern Titel wie McFarlanes „Spider-Man“ oder „Spawn“ zählen. Die Handlung ist düster, deprimierend und kryptisch. Doch damit enden auch schon die Gemeinsamkeiten, da das Team von TheNextArt ein anderes Konzept verfolgt.

Dem Studio-Verband Image ähnlich ist das Comicwerk, auf dessen Homepage man die Links zu verschiedenen Zeichner-Teams finden kann, darunter auch zu TheNextArt. Sicher werden viele dieser Künstler-Gruppen und ihre Serien noch für eine Weile ein Geheimtipp unter Insidern bleiben, denn Deutschland ist klein, die großen Verlage überfluten die Käufer mit Mainstream-Reihen, für Newcomer ist es schwer, durch gezielte Werbung das potentielle Publikum zu erreichen und mit ihren Büchern und Heften in den Buchhandel und die Kiosken zu gelangen.
„Blue Evolution“ beweist allerdings, dass es sich für Sammler lohnt, ein waches Auge auf die aufstrebende einheimische Szene zu haben. Aufwändig gestaltete Comic-Hefte, in denen traditionelle Motive mit neuen Ideen kombiniert werden, sprechen ein Publikum an, das sich nicht für Mangas begeistern kann und sich von den Superhelden übersättigt fühlt.

hinzugefügt: January 14th 2007
Tester: Irene Salzmann
Punkte:
zugehöriger Link: Homepage zur Serie
Hits: 2225
Sprache: german

  

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