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Blue Evolution Vol. 1, 1 + 2 (Comic)

Blue Evolution Vol. 1, 1 2
1: Beginn, 3/2005
2: Balance, 3/2006
Sebastian Schwarzbold & Sven Loose & Stephan Haack & Martin Fink & Marian Kretschmer
TheNextArt, 2005 bzw. 2006, Heft, je 36 Seiten, je 4,00 EUR

Von Irene Salzmann

Gut und Böse kämpfen seit Anbeginn der Zeiten miteinander. Damit eine Art Gleichgewicht gewahrt bleibt, existiert zu jedem positiven auch ein negativer Aspekt, so auch zur Erde.
Die Gegenwelt nennt sich Do-Nahrlogimoppig-Fyl, und ihr Herrscher ist der finstere Mükros. Auf dieser Parallel-Erde befindet sich gerade eine Gruppe Hexa-Krieger im Kampf mit den monströsen Kreaturen, die Mükros ausgesandt hat, um die Tore, die beide Welten verbinden, in seine Gewalt zu bringen.
Auf der Erde wird der Junge Malik plötzlich von merkwürdigen Albträumen heimgesucht. Er verfügt als einziger Mensch über die Macht, Tore zu beiden Welten zu öffnen. In Folge sind sowohl die Guten wie auch die Bösen daran interessiert, ihn auf ihre Seite zu ziehen – sein Wille kann den Ausgang des Kampfes beeinflussen. Malik jedoch ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um etwas von den Vorgängen um sich herum zu bemerken. Seine Eltern trennen sich, er verliebt sich, aber das gemeinsame Glück ist bloß von kurzer Dauer…


Die fünfköpfige Künstlergruppe TheNextArt debütierte 2004 mit der Comic-Serie „Blue Evolution“. Seither ist etwa jedes halbe Jahr ein neuer Band erschienen. Mittlerweile hat es die Reihe auf fünf Hefte (zuzüglich Sonderausgaben mit Variant-Cover) gebracht; sechs, eventuell sieben sind geplant.

Wie in so vielen phantastischen Comics und Büchern geht es auch in „Blue Evolution“ um den ewigen Kampf von Gut gegen Böse, Licht gegen Dunkel, Menschen und Elementarwesen gegen fehlgeleitete Abtrünnige und Dämonen.

Die Idee, einen Nobody, in diesem Fall den Schüler Malik, zum Zünglein an der Waage bei dieser Auseinandersetzung werden zu lassen, ist nicht neu. Allerdings ist man darum bemüht, aus dem Charakter keinen Superhelden zu machen, der sich seiner Verantwortung sogleich pflichtbewusst stellt. Stattdessen präsentiert man den typischen Teenager, der Probleme in der Schule, mit seinen Eltern und der ersten großen Liebe hat. Alle Anzeichen, dass sich große Dinge um ihn herum abspielen, tut er als wirre Träume und Zufälle ab.
Parallel dazu finden auf der Gegenerde verlustreiche Schlachten statt. Grausige Monster fallen über die Verteidiger der Tore her. Die Chancen der mutigen Soldaten stehen schlecht, denn die Übermacht ist zu gewaltig. Der Einzige, der Rettung bringen kann, ist Malik. Aber wird er seine Aufgabe begreifen und sich für die richtige Seite entscheiden, wenn ihn ein Schicksalsschlag nach dem anderen trifft und anfällig für das Dunkle macht?

Der Leser hat eingangs etwas Mühe, sich in dieser ihm fremden Welt zurechtfinden, denn die Informationen fallen eher spärlich aus, und die Handlung wirkt etwas zerfahren. Man erfährt erst nach und nach mehr über die Protagonisten und ihre Motive. Als Gegengewicht zu den blutigen Kämpfen dienen zwei Elementarwesen, die mit humorigen Einlagen auflockern sollen, jedoch ein wenig untergehen. Ihr Dialekt ist ebenso gewöhnungsbedürftig wie der lange Name der Gegenerde (glaubt sein Erfinder, dass sich der Leser diese Bezeichnung wirklich merken kann?). Die Texte lesen sich stellenweise etwas schwülstig; ein bisschen weniger Pathos hätte hier gut getan.


Alle Comic-Bände sind aufwändig gestaltet und ziehen das Auge auf sich: hochwertiges Papier, komplett in Farbe, die Cover locken mit hübschen Mädchen in aufreizenden Posen. Einziges Manko ist, dass die Texte stellenweise etwas klein ausfallen, was das Lesen erschwert.
Das Innere hält, was das Cover verspricht. Die Zeichnungen sind zwar nicht von einheitlicher Qualität, vermögen jedoch zu beeindrucken. Man merkt beiden Heften an, dass der Zeichner viel experimentiert und sich noch nicht auf einen bestimmten Stil festgelegt hat. Man findet Computer-Graphiken neben getuschten und ungetuschten Zeichnungen. Als Vorbilder dienten eindeutig die US-Superhelden. Man fühlt sich beim Betrachten ein wenig an „Spider-Man“, „Spawn“, „Sam & Twitch“ erinnert, wenngleich bei diesen Serien nur Inspiration gesucht wurde, man jedoch nicht abgezeichnet und Ideen daraus für sich weiter entwickelt hat. In einer Zeit, in der alle nur noch im Stil der Kiddie-Mangas zeichnen, ist es eine angenehme Abwechslung wieder einmal etwas anderes als kuhäugige Teenies mit Zackenfrisuren anschauen zu dürfen.

Alles in allem wird der Leser, der „Blue Evolution“ eine Chance gibt, nicht enttäuscht. Die Story ist entwicklungsfähig, die Charaktere haben Potential, und die Zeichnungen können überzeugen. Durch die freizügigen Abbildungen und die Kampfszenen werden vor allem männliche Leser angesprochen, die Dark Fantasy und Horror mit einer gute Portion Erotik zu schätzen wissen.

hinzugefügt: January 11th 2007
Tester: Irene Salzmann
Punkte:
zugehöriger Link: Homepage zur Serie
Hits: 2362
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