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Canavan, Trudi: Die Meisterin - Die Gilde der Schwarzen Magier 3 (Buch)

Trudi Canavan
Die Meisterin - Die Gilde der Schwarzen Magier 3
(The High Lord)
Aus dem australischen Englisch übersetzt von Michaela Link
Titelillustration: Steve Stone
Blanvalet, 2006, Klappbroschur, 605 Seiten, 9,95 EUR, ISBN 3-442-24396-3

Von Carsten Kuhr

Die Australierin Trudi Canavan hat mit ihrer ersten Trilogie um die junge Magierin Sonea weltweit auf sich aufmerksam gemacht. Voller Intensität und Atmosphäre berichtete sie uns in den ersten beiden Teilen von der ehemaligen Diebin aus der Unterstadt, deren ungewöhnliches magisches Potential die Aufmerksamkeit der elitären Gilde der Magier erregte. Sonea wurde von dieser gejagt und zu ihrem eigenen Besten gefangen genommen. Der Magier Rothen macht ihr deutlich, dass ihre ungezügelten Kräfte zur Vernichtung von Allem führen würde, das sie liebt. Sie selbst würde von der ihr innewohnenden Magie auseinandergesprengt, wenn die Kräfte nicht kanalisiert würden. So hat sie sich schweren Herzens der Gilde angeschlossen, und ihre Ausbildung, allen Anfeindungen ihrer Mitstudenten zum Trotz, begonnen. Im zweiten Handlungsstrang begleiteten wir den Magier Dannyl, der zum zweiten Botschafter der Gilde ernannt wurde, auf seiner Mission mehr über die verbotene schwarze Magie herauszufinden. Zwischenzeitlich hat das Oberhaupts der Gilde, Akkarin die weitere Ausbildung Soneas übernommen. Während sie ihrem neuen Mentor zu Begin ablehnend und furchtsam gegenübersteht beginnt sie peu a peu hinter die Maske des geheimnisvollen Mannes zu blicken. Immer mehr rätselhafte Morde erschüttern die Vorstadt. Menschen sterben ohne dass ein tödliche Wunde sichtbar ist, Zeugen sehen Fremde mittels Magie den Tatort verlassen. Als Sonea ihren Mentor einmal mehr mit ihrem Esprit in die Ecke treibt erfährt sie, dass die alten Gegner der Gilde, die schwarzen Magier von Sachaka die Stärke ihrer Feinde testen. Nur wenn es gelingt, die ausgesandte Assassinnen zu töten, ist die Gilde, ist Kyralia sicher. Sonea schließt sich Akkarin in seinem Kampf an, lernt die verbotene schwarze Magie und tötet ihren ersten Assassinen. Doch dann entdeckt die Gilde, dass ihr Oberhaupt und dessen Schutzbefohlene die verpönte Magie nutzen, und verbannt die einzigen, die den Angriff der Sachakaner abwehren könnten. Das Ende der Gilde scheint unabwendbar, als die Sachakaner sich aufmachen Kyralia zu erobern...


Trudi Canavan hat das geschafft, wovon viele talentierte Autoren träumen. Sie hat gleich mit ihrer ersten Veröffentlichung eine Trilogie vorgelegt, die sowohl die beteiligten Verlage als auch die Leser begeisterte.
Die verwandten Ingredienzien entsprechen dabei dem Gewohnten. Man nehme eine jugendliche, entwicklungsfähige Person mit einem zunächst ungenutzten Potential möglichst aus einer sozialen Randgruppe, und beschreibe dann, wie dieser Protagonist, allen Anfeindungen zum Trotz triumphiert und seine Welt vor dem Bösen rettet.
Nun, wenn es so einfach wäre, dann würde der Markt von erfolgreichen Trilogie überschwemmt. Um einen Bestseller zu verfassen, braucht es schon ein wenig mehr. Der Autor muss es verstehen glaubwürdige Gestalten zu entwerfen, diese sympathisch zeichnen und sich entwickeln lassen. Genau dies hat Canavan in einer Art und Weise getan, die mich beeindruckt hat. Es ist dabei nicht unbedingt Sonea, die mich hier überrascht hat, sondern es sind die Gestalten um sie herum, die aus dem Rahmen fallen. So baut sie über zwei Romane hinweg ihren verdorbenen Widerpart Akkarin zur reinen Sonea auf, nur um im abschließenden Buch alles mit einem unerwarteten Schlenker umzuwerfen, die Positionen neu zu verteilen. Oder Botschafter Dannyl der zunächst aufgrund seiner Erfahrungen in der Lehrzeit seine homo-erotische Neigung negiert, nur um dann schlussendlich zu seinem Freund und damit zu sich selbst zu stehen. Die Darstellung dieser beispielhaften Entwicklungen sind für den Leser nachvollziehbar und interessant dargestellt.
Die magische Auseinandersetzung, der Angriff der Schwarzmagier auf Kyralia sorgt für die nötige Dramatik in der unsere Personen fesselnd und interessant agieren können. Einzig die Darstellung der Sachakaner blieb ein wenig arg Klischee behaftet. Zwar wird deren Motivation kurz angerissen, doch hier nahm sich die Autorin zu wenig Zeit ihre Gestalten dreidimensional aufzubauen. Ansonsten aber liegt einmal mehr ein Werk vor, das das Genre zwar nicht neu erfindet, aber innerhalb der gewohnten Parameter eine fesselnde Geschichte voller Dramatik und mitreißenden Gestalten für seine Leser bereit hält.

hinzugefügt: August 28th 2006
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
zugehöriger Link: Blanvalet Verlag
Hits: 2238
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