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Heitz, Markus: Sanctum (Buch)

Markus Heitz
Sanktum
Titelillustration PinePic
Knaur Verlag, 2006, Paperback, 606 Seiten, 12,95 EUR, ISBN 3-426-63131-7

Von Carsten Kuhr

Markus Heitz ist bekannt dafür, dass er guten alten Whiskey mag und quasi nebenher einen Fantasy-Bestseller nach dem anderen produziert. Seine „Zwergen“-Romane sind Dauergäste auf den Bestsellerliste, seine „Ulldart“-Zyklen erfreuen sich bei den Fantasy-Freunden größter Beliebtheit, und auch im „Shadowrun“Universum konnte er mit seinen Romanen punkten. Damit nicht genug hat der sympathische Freizeitwirt zum Bücherfrühjahr 2006 seinen ersten Weird-Fiction-Thriller aufgelegt.
»Ritus«, so der Titel des großformatigen Paperbacks aus dem Knaur Verlag, zeichnet sich schon äußerlich durch eine sehr gediegene, sorgfältig auf den Inhalt abgestimmte und neugierig machenden Gestaltung aus.
Der Plot erzählte, in zwei unabhängig voreinander laufenden, zeitlich zueinander versetzten Handlungsfäden, die Geschichte der Jagd unterschiedlicher Gruppen auf Lycantropen. In vorliegendem Band der Autor die Handlung nahtlos fort.

Während uns ein Handlungsstrang die Jagd nach den Werwölfen im französischen Villeforts des 18. Jahrhunderts erzählt, hat Heitz den anderen Plot in der Jetztzeit angesiedelt.

Eric von Katsell, selbst ein Werwesen der aber seinen dunklen Trieb mittels Medikamenten versucht im Zaum zu halten, hat sein Leben ganz der Jagd nach den Werwölfen verschrieben. Doch immer wieder stößt er bei seinen Missionen auf andere Gruppen, die gleich ihm aus unterschiedlichsten Motiven auf der Spur der Wandelwesen sind. Alle Anzeichen weisen in die ewige Stadt. Hier, mitten im Zentrum des katholischen Glaubens, scheinen die Fäden zusammenzulaufen. Doch selbst innerhalb des Vatikans scheint es unterschiedliche, einander feindlich gegenüberstehende Parteien zu geben. Während sich ein streitbarer Nonnenorden der wundersamen Heilung der Werwesen verschrieben hat, schützen Söldner im Auftrag der Kurie seit Jahrhunderten die Lycantropen.
Es beginnt ein mit allen Mitteln geführter Wettlauf um den letzten verbliebenen Wer-Welpen, ein Wettlauf in dem auch das heilige Blut Christi, das Sanctum eine gewichtige Rolle spielt...


Man nehme eine Prise Dan Brown, dazu einen kräftigen Schuss Matt Reilly und viel, viel Markus Heitz, so einfach ist es, einen Bestseller zu schreiben.

Nun, ganz so einfach ist es sicherlich nicht, aber die geschickt gemixten Ingredienzien machen auch diesen Roman wieder zum Selbstläufer.
Zu Beginn nimmt der Autor das Tempo ein wenig heraus, berichtet uns viel von den historischen Hintergründen, der Ordensgründung der wehrhaften Nonnen, den Geschehnissen um den französischen Werwolf, ehe er im zweiten Teil das Tempo wieder zu einer rasanten Achterbahnfahrt voller Kämpfe, Gewalt, Spannung und einer gehörigen Portion Erotik anzieht.

Geschickt sorgt Heitz zunächst durch die mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückende Handlung der Vergangenheit für ein Grundgerüst, auf das sich die späteren Konflikte nachvollziehbar aufbauen.
Ein wenig unklar blieb die Rolle der Halbschwester unseres Werwolf-Stalkers. Während sie im ersten Band als mysteriöse, eigenwillige Persönlichkeit, fast schon als Widerpart zu Eric aufgebaut wurde, geht sie im zweiten Teil ein wenig unter. Stattdessen tritt eine andere Frau ins Rampenlicht. Zunächst nur unbeteiligten Zuschauerin entwickelt sie sich im Verlauf des Romans mehr und mehr zur Begleiterin Erics und wartet zum Finale mit einer überraschenden Offenbarung auf.
Während sich die in der Vergangenheit angesiedelten Kapitel trotz aller enthaltener Dramatik eher etwas ruhiger lesen, und auch Raum auch für die Darstellung einer Romanze bieten, ist Eric als Rächer und Jäger fast gänzlich seinem Kampf verpflichtet. So wird entsprechend viel geschossen, gemordet und gesprengt. Hier kommt der Action-Fan so richtig auf seine Kosten. Auf der Suche nach der Auflösung der Rätsel um die Geheimbünde wird Eric vom Jäger zum gejagten Wild, entwirrt nach und nach die Puzzleteile, um sich zum Finale in einem grandiosen Showdown im letzten Gefecht seinem Widersacher entgegenzustemmen.

Markus Heitz zeigt in diesen beiden Bänden, dass auch deutschsprachige Autoren im Reigen der großen Thriller-Päpste durchaus mitzuhalten vermögen. Die Mischung zwischen Geheimbünden, alten Mysterien und einer packenden Auseinandersetzung stimmt, die Charaktere sind, obzwar nicht unbedingt ganz realistisch so doch charismatisch und fesselnd beschrieben und die Handlung reißt einen förmlich mit.

hinzugefügt: August 10th 2006
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
zugehöriger Link: Knaur Verlag
Hits: 1951
Sprache:

  

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