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  Interview: IM GESPRÄCH MIT: FRIEDRICH TENKRAT!
Geschrieben am Saturday, 12.November. @ 12:00:00 CET von Guido
 
 
  Interview
Friedrich Tenkrat wurde am 18.12.1939 in Wien geboren. Nach einer Schriftsetzerlehre arbeitete er zunächst vier Jahre in der Schweiz, bevor er als Korrektor bei der Süddeutschen Zeitung in München und später als Korrektor bei Verlagen in Wien erste Buchluft schnupperte. 1969 erschien dann sein erster Roman, seitdem hat er unter 24 Pseudonymen mehr als 1300 Heft- und Taschenbuchromane veröffentlicht.
Carsten Kuhr sprach mit dem Autor.

Hallo, Herr Tenkrat. Zu Beginn die übliche Frage - was macht Friedrich Tenkrat wenn er nicht an einem neuen Roman arbeitet?

Er reist, liest, joggt täglich, arbeitet in seinem großen Garten, widmet sich seiner Familie – vor allem seinen drei Enkelkindern, die gleich um die Ecke wohnen. Und im Winter läuft er Schi.

Wie kamen Sie zum Schreiben? Gelang es Ihnen schnell einen Verleger für Ihre Werke zu finden?

Ich habe schon in der Schule immer die längsten Aufsätze geschrieben. Später verfasste ich dann hin und wieder einen Zeitungsartikel, und schließlich ging ich daran, Krimis zu Papier zu bringen. Mir machte das großen Spaß. An eine Veröffentlichung meiner Erstlingswerke dachte ich zunächst nicht. Als ich sie irgendwann doch an Verlage schickte, bescheinigte man mir zwar schriftstellerisches Talent, aber meine Romane passten in keine der existierenden Reihen. Also stopfte ich die Manuskripte in den Papierkorb und schrieb von da an etwas gezielter. Damit hatte ich dann auch Erfolg.

Sie haben über die Jahrzehnte fast alles an Unterhaltungsliteratur verfasst, was sich in den Regalen tummelt. Vom Liebesroman über Arztserien, Gruselbände ebenso wie Western oder Erotik-Romane. Was lag Ihnen am meisten, woran hing Ihr Herz?

Mein Herz hing immer gerade an dem Roman, an dem ich gerade schrieb.

Gibt oder gab es beim Schreiben für Sie Unterschiede, an was für einem Roman Sie gerade sitzen? Müssen Sie an einen Krimi anders herangehen als an einen Heimatroman etc.?

In erster Linie ist es meines Erachtens wichtig, eine interessante Geschichte so spannend wie möglich zu erzählen. Und dann muss man natürlich auf die Diktion des jeweiligen Genres achten. Es wäre ein großer Fehler, einen Heimatroman mit derselben Ausdrucksweise zu verfassen wie einen Krimi oder einen Liebesroman. Mal darf die Sprache etwas "härter", mal muss sie sehr viel "weicher" sein.

Arbeiten Sie mit einem detaillierten Exposé, oder genügen Ihnen eventuelle Vorgaben des Verlages oder kurze Notizen, wo die Handlung hingehen soll?

Alles ist möglich. Als ich noch "Chefarzt Dr. Holl"- und "Dr. Stefan Frank"-Romane schrieb, bekam ich von der damaligen Ressortleiterin Elfie Ligensa Titel und Unterzeile – und ich lieferte den Roman dazu. Die Bravo Herzklopfen-Redaktion schickte mir Exposés, die ich ausarbeitete. Viele meiner Gruselromane entstanden nach vorhandenen Bildern.

Können Sie da innerlich einfach zwischen den Genres umschalten - hilft da vielleicht auch ihre enorme Routine?

Ich kann ganz leicht umschalten. Viele Autoren können das nicht. Mir ist es gegeben.

Sie haben an vielen Reihen mitgearbeitet, an denen unterschiedliche Autoren tätig waren. Mit „Tony Ballard“ haben Sie aber auch eine Serie alleine kreiert und verfasst. Das war für Sie bestimmt eine andere, eine neue Erfahrung? Haben Sie hier einen komplexen Handlungsbogen entworfen, wie kam es überhaupt zur Bastei-Serie, und war der Erfolg - immerhin erschienen ja über 200 Bände - so vorherzusehen?

Als ich mich entschied, nicht für jeden Gruselroman einen neuen Helden zu erfinden, war dies die Geburtsstunde von Tony Ballard. Wie viele Abenteuer ich ihn bestreiten lassen würde, wusste ich damals noch nicht. Es gab auch noch keinen komplexen Handlungsbogen. Der Seriencharakter entwickelte sich nach und nach eigentlich von selbst.

Mittlerweile erscheinen im Zaubermond-Verlag neue Abenteuer des Dämonenhassers. Wie kam es hier dazu, dass die Reihe auferstand? Fiel es Ihnen leicht sich wieder in Ihre Schöpfung einzufinden?

Ich war im Garten, rückte den Thujen mit der Heckenschere zu Leibe, da klingelte mein Handy, und Herr Dennis Erhardt vom Zaubermond-Verlag war am andern Ende. Er fragte mich, ob ich mir eine Fortsetzung von Tony Ballard vorstellen könne, und ich sagte ja. Leicht fiel es mir nicht, nahtlos an die Serie anzuknüpfen, die ich vor mehr als zehn Jahren beendet hatte. Inzwischen haben mir viele Leser bestätigt, dass es mir ganz gut gelungen ist.

Auf drei Romane war die ZM-Edition zunächst beschränkt. Aufgrund des Erfolges erscheinen nun weitere Titel. Wie weit haben Sie ihre Handlung vorausgeplant?

Ich plane immer 3 Bücher voraus, habe aber natürlich Ideen in meiner Schreibtischlade, die sehr viel weiter reichen.

Der Handlungsaufbau von „Tony Ballard“ und der des Konkurrenten Dorian Hunters ähneln sich. War das beabsichtigt, gibt es im Grusel einfach nur eine feste Anzahl möglicher Plots, die einem Autor zur Verfügung stehen, oder wollte man ganz bewusst Leser der anderen Serie durch die Parallelitäten einen Wechsel leicht machen - Sie haben ja auch beim Dämonenkiller mitgearbeitet?

Ich habe nicht beim Dämonenkiller mitgearbeitet. "Die schwarze Kapelle", ein Dämonenkiller-Taschenbuch, hat nichts mit Dorian Hunter zu tun. Wenn der Handlungsaufbau von "Tony Ballard" dem der Konkurrenz ähnelt, dann war das nicht von mir beabsichtigt.

Bei all Ihrem Veröffentlichungen fällt mir auf, dass Sie nie an Science Fiction-Reihen mitgearbeitet haben. warum nicht?

Science Fiction liegt mir nicht.

Ist es für Sie als Autor nicht unbefriedigend, dass auf den Heften der Verfasser zumindest außen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ungenannt bleibt? Sind Heftautoren in den Augen der Verlage und/oder auch der Leser, überspitzt ausgedrückt, Autoren zweiter Klasse? Wie empfinden Sie das?

Ich sehe mich nicht als Autor zweiter Klasse. Außerdem erschienen viele meiner Romane mit Pseudonymen auf dem Cover – A.F.Morland, Anne Karen, Brian Ford, Edgar oder Eve Tarbot, um nur einige zu nennen.

Nun sind Autoren, von rühmlichen Ausnahmen einmal abgesehen, gemeinhin finanziell nicht eben auf Rosen gebettet - können Sie vom Schreiben leben?

Wenn man sich nicht auf die faule Haut legt und wartet, bis einen die Muse küsst, kann man vom Schreiben sehr wohl leben.

Viele Heftautoren träumen davon einmal ihren großen, eigenständigen Roman zu schreiben. Ist hier etwas spruchreif, um was würde es in dem Werk gehen, liegt das entsprechende Exposé in Ihrer Schublade oder gar schon bei den Verlagen?

In meiner Schublade liegt tatsächlich ein Buch mit dem Titel "Mordschwester Agnes". Es ist ein Krimi. Es geht um Euthanasie und um das Thema "In Würde sterben". Die Story lehnt sich an eine tatsächliche Begebenheit an und wird vermutlich 2006 erscheinen.

Haben Sie vielen Dank, dass Sie sich für unsere Leser Zeit genommen haben. Wir wünschen Ihnen alles Gute!
 
 
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