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Bujold, Lois McMaster: Barrayer - Der Botschafter (Buch)

Lois McMaster Bujold
Barrayar - Der Botschafter
(A Civil Campaign / Winterfair Gifts / Diplomatic Immunity)
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Michael Morgenthal
Titelillustration: Jim Burns
Heyne Verlag, 2006, Taschenbuch, 956 Seiten, 10,95 EUR, ISBN 3-453-52127-7

Von Carsten Kuhr

Zwei komplette Romane sowie eine verbindende Novelle rund um Miles Vorkosigan erwarten den Leser. Mit diesem Band wird die Neu- und Erstausgabe der gesammelten Erzählungen um den kleingewachsenen Mutanten, der allen Anfeindungen zum Trotz letztlich mit Fortüne und Geschick alle seiner Gegner das Fürchten lehrt, abgeschlossen.
Bereits im letzten Band hat Miles mit seine Karriere als Spion im Dienste des Barrayarischen Geheimdienstes abgeschlossen, seine Tarnidentität des Admiral der Drendarii Flotte aufgegeben. Als königlicher Auditor hat er geholfen ein Komplott zu zerschlagen und sich unsterblich in eine verheiratete Frau verliebt. Als deren despotischer Ehegatte stirbt, sollte dies eigentlich seinen Weg ins Glück ebnen. So plant er seinen Eroberungsfeldzug um das Herz der Vor-Dame minutiös wie ehedem seine Schlachten, nur um erkennen zu müssen, dass der Kampf um das Herz einer Frau andere Qualitäten erfordert, als ihn sein Leben als charismatischer Anführer einer Söldnertruppe bislang gelehrt hat.

In der zeitlich zwischen den beiden Romanen liegenden Novelle erleben wird die Hochzeit Miles mit, die von einem Giftanschlag auf seine zukünftige Frau überschattet wird. Doch glücklicherweise hat Miles seine alten Freunde zur Feier eingeladen.

Im bislang letzten Roman kehrt Miles von seiner verspäteten Hochzeitsreise zur Erde zurück. Noch im Weltraum wird er zu einem Habitat der gentechnisch veränderten Quaddies umdirigiert. Ein ganzer Flottenteil der königlichen Handelsflotte liegt auf der Raumstation Graf fest. Ein Mann ist verschwunden, ein anderer hat politisches Asyl beantragt und dann stößt Miles auf hunderte von gentechnisch optimierten Föten der Cetagander, die unbewacht und im Geheimen auf einem Barrayarischen Schiff transportiert werden ...


Lois McMaster Bujold hat mit ihren Romanen um Miles Geschichte geschrieben. Kaum eine Serie wurde so oft mit Preisen bedacht, kaum eine andere moderne SF-Reihe erfreut sich solch regen Zuspruchs von Seiten der Fans. Und das, obwohl Bujold einen Krüppel zum Helden gemacht hat. Miles, der von Geburt an durch einen Giftanschlag gesundheitlich geschwächt ist, muss sich alles in seinem Leben erkämpfen. Gegen alle Widerstände seiner Umwelt gelingt es ihm mit seinem Esprit und seinem unbändigen Willen alle Prüfungen zu meistern, Freunde, Verbündete um sich zu scharen, auf die Verlass ist.
Doch seine wilden Zeiten sind vorbei. So präsentiert sich der erste Roman denn auch als ein Werk, das geprägt ist von der Beschreibung, wie der verliebte Miles von einem Fettnäpfchen ins andere tappt, wie er ins politische Ränke- und Intrigenspiel seiner Heimat eingreift. Dabei bleibt viel der sonst so mitreißenden Action auf der Strecke. Über weite Strecken wirkt das eher wie ein Liebesroman, und wäre Bujold nicht die begnadete Erzählerin, die sie ist, ich hätte das Werk sicherlich aus der Hand gelegt. Zwar gibt es auch diesmal Auseinandersetzungen zu überstehen, begegnen wir alten Bekannten, doch die ganz große Faszination, der Lesefluss kommt nicht auf. Dies ändert sich erst im letzten Roman, als Miles in einer Detektiv-Rolle wieder mehr in ein gefährlicheres, und damit für den Leser packenderes Umfeld gesteckt wird. Hier war dann der erfinderische Geist von Miles gefragt, hier durfte er wieder überzeugend agieren.

Insgesamt bietet der voluminöse Band aber leider einen eher lauen Abschluss eines der herausragendsten Zyklen der letzten Jahrzehnte.

hinzugefügt: May 24th 2006
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
zugehöriger Link: Heyne Verlag
Hits: 2252
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