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Finn, Thomas: Der Funke des Chronos (Buch)

Thomas Finn
Der Funke des Chronos
Piper, 2006, Hardcover, 416 Seiten, 19,90 EUR, ISBN 3-492-70128-0

Von Carsten Kuhr

Hamburg im Jahres des Herren 1842. Drei Tage lang brannte die Hansestadt. Weite Teile der historischen Altstadt wurden vernichtet, tausende Menschen obdachlos. Bis heute ist ungeklärt, warum der Brand damals ausbrach. Thomas Finn bietet, verpackt in einen phantastischen Thriller, eine ungewöhnliche, aber sehr spannende Lösung des Rätsels an.

Unser Erzähler Tobias wuchs als Waisenkind ohne Familie auf. Doch immer pünktlich zum Fest der Liebe erhielt er von einem Unbekannten ein Geschenk. Auch diesmal wartet ein Präsent auf den Medizinstudenten. Eine CD und ein merkwürdig geformter Kristallstab. Die Spur des mysteriösen Gönners führt ihn in einen Uhrmacherladen, und von dort aus direkt hinein ins Abenteuer einer Zeitreise.
Vor 165 Jahren suchte ein Serienmörder Hamburg heim. Den Leichen wurde der Kopf bei lebendigem Leibe aufgesägt und ein Sekret aus der Zwirbeldrüse entnommen. Tobias stolpert aus der Zukunft kommend förmlich in eines der Verbrechen hinein. Zusammen mit Heinrich Heine macht sich er sich auf die Jagd nach dem Täter. Ihre Nachforschungen führen sie ins benachbarte Altona, zur just fertiggestellten Dampfeisenbahnstrecke, an Bord eines lenkbaren Ballons und auf den Spuren der Freimaurer und Alchimisten direkt zum Stein der Weisen. Tobias wandelt auf den Spuren des Hauptmanns von Köpenick, als er sich verkleidet Zutritt zur Gendarmerie verschafft, bevor in einer gemeinsamen Anstrengung mit den Gesetzeshütern die Verbrecher endlich gestellt werden können - doch noch haben diese ein Eisen im Feuer.


Thomas Finn hat bislang im Wesentlichen im Bereich der Fantasy-Rollenspiele, aber auch im Rahmen des "Gezeitenwelt"-Projekts veröffentlicht. Mit dieser Hommage an seine Heimatstadt legt er erstmals eine ganz eigene Kreation vor.
Und diese kann sich sehen lassen.
Spannend, mit großer Erzählfreude, aber auch gespickt mit wissenswerten, fundiert recherchierten Details präsentiert er uns ein realitätsnahes Bild von Hamburg vor rund 150 Jahren. Durch die Augen unseres Protagonisten lernen wir eine andere, uns unbekannte aber dennoch nicht fremde Welt kennen. Scheinbar beschaulich, auch immer in Einzelheiten stimmig, berichtet uns der Autor en Passant vom Leben und Leiden der damaligen Bevölkerung der Hafenstadt. Ohne Scheuklappen schildert Finn Missstände, den täglichen Kampf ums Überleben der armen und den Luxus der reichen Leute.
Dabei gelingt es ihm bei aller detektivischen Recherche die im Mittelpunkt steht seinen Personen Leben einzuhauchen. Mit wenigen Sätzen umreißt er seine Protagonisten, schildert uns deren markante Eigenheiten und Skurrilitäten, so dass uns seine Gestalten im Gedächtnis haften bleiben. Sei es der gewichtige Polizist mit seiner weit verzweigten Verwandtschaft, der aufrechte Polizeiaktuar Kettenburg oder die an Tuberkulose erkrankte Tochter eines Unternehmers, sie alle rührten mich an. Für zusätzliche Authentizität sorgten sparsam aber überlegt eingesetzte Dialekte und zeitgeschichtliche Ausdrücke in der Sprache der auftretenden Personen. Dadurch wirkt die Darstellung der Vergangenheit überzeugender und trägt zum Lokalkolorit bei.

Thomas Finn hat einen in sich geordneten, stilistisch ansprechenden und thematisch spannenden Thriller vorgelegt, der insbesondere aufgrund der überzeugenden Vergangenheitsdarstellung zu überzeugen weiß.

hinzugefügt: January 26th 2006
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
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