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Jeschke, Wolfgang: Das Cusanus-Spiel (Buch)

Wolfgang Jeschke
Das Cusanus Spiel
Titelbild: FinePic
Droemer Knaur, 2005, Hardcover, 701 Seiten, 24,00 EUR, ISBN: 978-3-426-19700-4

Von Erik Schreiber

Bevor ich mich dem Buch widme, denke ich, wäre es angebracht, ein paar Eckdaten zu liefern.
Nikolaus Cusanus lebte wirklich. 1401 in Cues als Sohn des Kaufmanns Johann Cryfftz geboren, studierte er in Heidelberg, Padua und Köln und stieg in der Doppelfunktion als Priester und Wissenschaftler in die höchsten Ränge des öffentlichen Lebens auf. Zu Ehren seiner Geburtsstadt Cues nannte er sich dann Nikolaus Cusanus. Seiner Heimatstadt blieb er zeitlebens verbunden, was sich auch in verschiedenen Stiftungen niederschlug. Mitglied des Konzils in Basel und päpstlicher Legat in Deutschland, Kardinal und später Bischof von Brixen und schließlich Generalvikar bis zu seinem Tod am 11.08.1464 in Rom.

Wir schreiben das Jahr 2052. Europa steht am Abgrund und zerbricht an einer Vielzahl von Problemen, die für mehrere Bücher gereicht hätten. Europa wird durch klimatische wie auch gesellschaftliche Veränderungen voran getrieben, die der christlichen Apokalypse gerecht werden könnten.
Ein kleiner Bereich ist die Erwähnung der erfolglosen, bemannten Mars-Mission. Heloise Abret, die einzige überlebende Person dieser Mission lebt gerade noch. Der Roboterstuhl Abe versorgt die alte Dame, die sich wegen Muskelschwunds nicht mehr selbst fortbewegen kann. Ihr schlechter körperlicher Zustand ist eine Art Vergleich zu Europa, denn beide sind nicht mehr die Besten.
Durch eine atomare Katastrophe wurde Deutschland zu einem Seuchen- und Armutsfall. Urlauber aus Deutschland, hinter den Alpen im Süden davon überrascht, gehören nun zu einer Flüchtlingsschar, zu denen die Kinder Domenica und Bernd ebenso gehören. Zuerst machte sich ihr Vater, später ihre Mutter auf, in Deutschland nach dem Rechten zu sehen, kamen aber nie zurück.

Die wirkliche Hauptperson ist jedoch Domenica Ligrina. Sie ist Studentin der Biologie in Rom und wuchs mit ihrem Bruder Bernd bei einem Fremden auf, der sie adoptierte. Eines Tages, Domenica war etwa 12 Jahre alt, floh sie vor diesem und nahm ihren Bruder mit. Seither schlagen sich die beiden mehr schlecht als recht durchs Leben. Mit dem Leben Domenicas werden wir gleichzeitig der Tatsache gegenübergestellt, das Europa nur noch ein Elendslager ist. Aus Afrika kommen immer mehr Menschen in das einstmals gelobte Land, Bandenkriege, religiöse Eiferer und faschistische Banden, Mutationen und hier und da noch ein kleines bisschen heile Welt. Die Behörden versuchen zu retten, was lebenswert ist oder besondere Denkmäler. So wird versucht Venedig mittels Nanotechnologie vor dem Versinken in der Lagune zu retten. Die Nanotechnologie ist jedoch nicht ganz ausgereift und daher entstehen weitere Naturkatastrophen, wenn zum Beispiel Fische der Lagune plötzlich mutieren.
Mit einigen weiteren Naturwissenschaftlichen Studenten, die nach ihrem Abschluss keine echte Chance haben, ihren Beruf auszuüben, lässt sie sich von dem mysteriösen vatikanischen Institut, ‚Istituto pontificale della Rinascita della Creazione di Dio’ ‚ anwerben. Nach der ersten Bewerbung verschwindet das Institut für ein paar Jahre von der Bildfläche, nur um sich erneut bei Domenica zu melden. Wie auch andere Institute arbeitet das vatikanische Institut daran, eine Lösung für das marode Europa und den Rest der Welt zu finden. Als Domenica schließlich ihre Arbeit an dem Institut aufnimmt, erfährt sie den wahren Hintergrund. Die Rettung liegt in der Vergangenheit Europas. Und das Projekt, für das Domenica angeworben wurde befasst sich mit der Zeitreise.


Wolfgang Jeschke ist bekannt für das Thema Zeitreise. Wie schon zuvor in "Der letzte Tag der Schöpfung" und in "Midas" greift er das Thema auf, kombiniert es mit den Auswirkungen von neuester Technologie auf die Entwicklung des Menschen und würzt es mit seinen eigenen Ideen. Heraus kommt ein seit Jahren erwartetes Buch, von dem ich nicht annehme, es sei der Abschluss seines Schaffens, zumindest aber ein, wenn nicht der Höhepunkt.

Domenicas Auftrag wird es sein, in das 15te Jahrhundert zu reisen und dort Pflanzen und Samen zu sammeln, die noch vollkommen gesund sind. Die Wissenschaftler sind jedoch nicht die Entwickler, sondern nur die parasitären Nutzniesser einer Technologie, die wiederum aus der Zukunft stammt. Es verwundert daher nicht, dass die Nutzer der Technologie Fehler machen und dadurch sich und andere in Gefahr bringen.
Die Pflanzen sollen auf der Erde ihrer Zeit in verstrahlte Gebiete ihres Geburtslandes Deutschland gebracht und angebaut werden, damit diese sich wieder erholen können. Domenica ist von der damaligen Lebensweise gefesselt. Auf der einen Seite ist sie als Biologin von der Vielfalt der Pflanzen begeistert, andererseits erschließt sich ihr die gesellschaftliche Form nur schwer. Aus diesem einfachen Grund fällt sie natürlich auf. Unbedachte Äußerungen, ein anderes Pflanzenbestimmsystem und weitere ungewöhnliche Verhaltensmuster lassen die junge Studentin auffallen. Da sie zudem anders spricht als in der damaligen Zeit üblich und über Wissen verfügt, dass es noch nicht gibt, folgt in Köln eine Anklage wegen Hexerei. Ihre einzige Hoffnung ist Nikolaus Cusanus, der zu jener Zeit Kardinal war. Er als einflussreicher Kirchenreformer, Naturforscher und weltoffener Mensch, könnte sie vor dem sicheren Tod bewahren. Daher versucht sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Beeindruckend sind die Passagen um Nikolaus Cusanus. Oder soll man sagen die mehrfach verwendete Passage. Als ich den Text das erste mal las, war er soweit in Ordnung. Als ich ihn das zweite mal las, konnte ich erst durch direkten Vergleich feststellen, dass sich die Erzählzeit von Vergangenheit in Gegenwart änderte und der Schluss sich abänderte und beim dritten Mal ebenfalls änderte. Doch waren diese Änderungen nie so stark, dass diese sofort anhand des Textes erkannt werden konnten.
Nikolaus Cusanus wird von Wolfgang Jeschke als einen weltoffenen Menschen geschildert. Damit wird aus einem tristen Mittelalter der Schulbücher ein Zeitalter der Aufklärung, wenn auch nicht so wie zu Zeiten Kants und Hegel. Doch dies ist eine ganz andere Geschichte. Cusanus erhält also Briefe, die die angebliche Hexe Domenica an ihn geschrieben hat, mit Wissen angibt, dass so niemand von ihm haben kann. Ihre Aufzeichnungen gelangen so in seine Hände, was allein schon eine Veränderung der Geschichte bewirkt, ausgegeben im immer gleichen Kapitel, mit den verschiedensten Veränderungen. Die Auswirkungen auf die Welt hingegen sind die, dass sich das Mittelalter viel schneller der Neuzeit nähert.
Domenica erkennt aber auch, dass unser Universum einer Veränderung unterliegt. Es entstehen immer neue Paralleluniversen, von denen aber auch wieder nur die Besten bestehen. Damit kämen wir zu einer Möglichkeit der Erklärung der Cusanus-Kapitel. Jedes dieser Kapitel steht für ein eigenes Universum und die nachfolgenden Texte beziehen sich ab sofort auf das neue Universum.


Wer meint, er kenne die Erzählung bereits, der bezieht sich sicherlich auf einen kurzen Ausschnitt des Romanes, den Herausgeber Erik Simon 1999 in der Kurzgeschichtensammlung "Alexanders langes Leben, Stalins früher Tod" als "Die Cusanische Acceleratio" veröffentlichte.
Auch wenn das Ende des Buches ziemlich offen ist, denke ich, wird es keine Fortsetzung geben. Wolfgang Jeschke, der viele Jahre lang die Science Fiction Reihe des Wilhelm Heyne Verlages betreute, ist nicht dafür bekannt, offensichtliche Fortsetzungen zu schreiben. Als ich ihn vor ein paar Jahren auf dem Kongress "Science meets Fiction" in Neustadt an der Weinstraße, veranstaltet von Usch Kiausch, traf, erzählte er mir bereits von diesem Projekt.
Bedenkt man also die Zeit, die er für dieses Buch aufwandte, wird er sicherlich keine Fortsetzung anstreben.

Insgesamt gesehen wird das Buch sicher wieder auf der Vorschlagsliste zum Kurd-Laßwitz-Preis’landen.

Mit seinem "Cusanus Spiel" tritt Wolfgang Jeschke für mehr Menschlichkeit und Respekt vor der Schöpfung Gottes ein. Zudem hofft er sicherlich, der Mensch möge endlich seinen Platz innerhalb der Schöpfung einnehmen. Dabei muss es sicher nicht die Spitze sein.

hinzugefügt: November 16th 2005
Tester: Erik Schreiber
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zugehöriger Link: Droemer Knaur Verlag
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