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Bujold, Lois McMaster: Barrayar - Gefährliche Missionen (Buch)

Lois McMaster Bujold
Barrayar - Gefährliche Missionen
(Miles, Mystery & Mayhem)
Übersetzung: Michael Morgenthal
Titelbild: Jim Burns
Heyne, Taschenbuch, 756 Seiten, 9,95 EUR

Von Erik Schreiber

Der vorliegende Roman umfasst die Bände "Catanga", "Ethan von Athos" und "Labyrinth".

Miles Vorkosigan und sein Vetter Ivan Vorpatril werden als politische Abgesandte auf den Heimatplaneten des cetagandischen Reiches entsandt. Sie sollen dort an den Trauerfeierlichkeiten der Herschergattin, der Kaiserinwitwe, teilnehmen. Die Bevölkerung des Reiches unterliegt sehr starren Gesellschaftsformen, die an die Kultur des japanischen Reiches auf der Erde erinnert. Den beiden jungen Männern wird ein Codeschlüssel zugespielt, dessen Besitz zu einem interstellaren Krieg führen könnte. Obwohl er die genaue Anweisung erhalten hat, sich nirgends einzumischen, wird Miles bereits bei seiner Ankunft in ein Mordkomplott verwickelt. Zuerst wird die Landefähre, die sie zum Planeten bringen soll, auf ein abgelegenes, unbenutztes Terminal umgeleitet. In der Luftschleuse tauch plötzlich ein bewaffneter Fremder auf, der einen Nervendisruptor bei sich trägt. Ivan stürzt sich sofort auf den Fremden, der nebenbei noch einen Gegenstand verliert, bevor er flieht. Miles nimmt diesen Gegenstand an sich. Auf der Suche nach Aufklärung, finden sich aber auch keine Videoaufzeichnungen, weil jemand die Monitore ausschaltete. Schließlich werden die beiden Männer zur richtigen Andockstation umgeleitet und man hat keine Ahnung, was an der anderen Station geschah. Während Ivan Blut und Wasser schwitzt, erzählt Miles kein Wort von dem überstandenen Angriff, aus Angst, derjenige, der den Mordversuch in Auftrag gab, habe gute Verbindung zu den höchsten Stellen des cetagandischen Geheimdienstes.

Am Abend des gleichen Tages nimmt Miles die Einladung eines gewissen Lords Yenaro an. Auch hier findet ein Angriff auf Miles statt, dem er nur mit Mühe und Not entkommen kann. Am nächsten Tag soll der verstorbenen Kaiserinwitwe die letzte Ehre erwiesen werden. Miles entdeckt dabei die Leiche des Attentäters vom Terminal.

Der Sherlock Holmes der Zukunft und sein Dr. Watson in Form von Vetter Ivan, sind alsbald tiefer in diesen Vorfall verwickelt, als es beiden gut tut. Miles hat das Problem, sich mit den Wortklaubereien auseinander zu setzen, die in der Gesellschaftsstruktur der Cetagandaer so tief verwurzelt sind. Er wird gezwungen, eine Gratwanderung auf diplomatischem Parkett hinzulegen, die zu waghalsigen Improvisationen zwingen. Seine kriminalistischen Nachforschungen ergeben bald ein klareres Bild der Lage. Der Tote war Ba-Lura. Die Ba sind die Neutren des herrschenden Volkes der Haud. Die Haudfrauen sind stets hinter Energieschilden verborgen und demnach ist keinem Barrayarer bekannt, wie die Haudfrauen aussehen.

Miles kümmert sich weiterhin um den geheimnisvollen Gegenstand, den Ba-Lura verlor. Das Siegel auf dem Gegenstand stellt sich als sehr alt heraus. Das Siegel ist das der Sternenkrippe der Haud, dem geheimen Genprojekt, das die genetischen Daten des Herrscherhauses beherbergt. Die Hüterin war bis zu ihrem Tod die Kaiserinwitwe, Ba-Lura ihr langjähriger Mitarbeiter. An einem Abend wird er zu einem geheimen Treffen geladen und er sieht zum ersten Mal in seinem Leben eine Haud-Frau. Die Frau ist wunderschön, dass einem die Worte fehlen. Sie bittet Miles um den Gegenstand, doch er weigert sich, will zuerst Informationen sammeln.

"Ethan von Athos" handelt nicht von Miles Ivan, spielt jedoch im gleichen Universum. Held der Erzählung ist Dr. Ethan Urquhart. er lebt auf dem Planeten Athos. Dieser ist, wie die berühmte griechische Insel, eine reine Männerwelt. Die Männer von Athos pflanzen sich lediglich durch ein Labor fort, dem Dr. Ethan Urquhart vorsteht. Frauen sind auf diesem Planeten nicht nur unbekannt, durch die Weltanschauung per se gibt es sie gar nicht. Die Athosianer glauben sogar, dass die Frauen den Rest des Universums versklavt haben und nur auf Athos die letzten freien und wahren Männer leben. Die Eierstöcke in den Labors sind langsam am Ende. Einer nach dem anderen fällt aus und man ist nicht mehr in der Lage, weitere Männer zu zeugen. Aus diesem Grund müssen die Athosianer auf dem freien Weltmarkt nach Ersatz suchen. Doch statt einwandfreier Ware erhalten die Labors nur Abfall. Daher muss Ethan von Athos (E V A = welch nette Wortspielerei) sich persönlich um dieses Problem kümmern. Seine Reise führt ihn auf eine Raumstation, auf der er zum ersten mal in seinem Leben auf Frauen trifft. dort lernt er Elli Quinn kennen, die für Miles Vorkosigans alias Miles Naismiths Dendarii-Soldaten arbeitet. Kaum angekommen wird der Doktor entführt, gefoltert und fast zu Tode gebracht, was Elli rechtzeitig verhindern kann. Der Doktor gerät in Ereignisse, die er Anfangs nicht versteht und auch in keinen logischen Zusammenhang bringen kann.


Lois McMaster Bujold ist eine der wenigen Autorinnen, die bei der Mehrheit der Science Fiction Lesern eine ungeteilt positive Meinung hervorrufen. Ihr Barrayar-Zyklus erhielt so ziemlich jeden Science Fiction Preis der innerhalb der SF vergeben werden kann. Ein Geheimnis ihres Erfolges dürfte sein, dass sie sich als Hauptdarsteller einen Mann auswählte, der eindeutig eine Minderheit in ihrem Universum darstellt. Verkrüppelt und mit Glasknochen ist er nicht das, was die Gesellschaft, in der er aufwächst, als ‚Lebenswert’ betrachtet. Diese ‚arische’ Reinheit die der Militärgesellschaft zu Grunde liegt, hat sicherlich ein paar Anleihen, die im Dritten Reich zu suchen sind. Der Krüppel Miles Vorkosigan bekommt in seinem Leben, trotz adeliger Herkunft, nichts geschenkt. Er muss sich jede Art von Achtung und Anerkennung schwer erarbeiten. Diese gesellschaftliche Schwerarbeit mit einer spannenden Handlung zusammengefügt, gefällt den Leserinnen und Lesern. Ich bin mir sicher, dass gerade diese Art, der wissenschaftlichen Zukunftserzählung, auch viele Leserinnen anspricht. Es ist die Menschlichkeit gepaart mit Mitgefühl, die Hervorhebung von Minderheiten, die mit Preisen wie ‚Nebula’ und ‚Hugo’ ausgezeichnet wird. Miles Vorkosigan ist trotz seines körperlichen Mangels derjenige, der sich mit Mut und Intelligenz gegenüber seinen Widersachern durchsetzt und nicht immer mit militärischer Stärke.

Vor allem gelingt es Lois McMaster Bujold, die Kulturen und politischen und gesellschaftlichen Systeme logisch vor den Augen der Leser darzustellen. In "Cetaganda" lernen wir eine japanische Kultur kennen, in der es vordergründig um eine spannende Detektivgeschichte geht. Aber eigentlich dient die Erzählung dazu, das von Lois McMaster Bujold geschaffene Universum noch weiter auszubauen, dem Leser Informationen an die Hand zu geben, damit er sich noch besser auskennt.

In "Ethan von Athos" geht es wiederum um eine fremde Kultur. Eine reine Männergesellschaft, die mit ihrer einsamen Lebensweise niemanden Schaden zufügt. Andererseits haben wir auch hier wieder eine Erzählung um Spionage und Gegenspionage. Und nicht zuletzt, das verbindende Thema. Genmanipulationen in all ihren Spielarten.

Die Autorin geht in ihren Erzählungen nie so weit, dem Leser irgendwie zu bevormunden. Sie befasst sich mit einem Thema, dass ihr am Herzen liegt und verpackt es in einer spannenden Handlung. Bei beidem, Gentechnik und Gesellschaftsformen, bleibt sie eine leidenschaftslose Berichterstatterin, die dem Leser keine vorgefertigte Meinung vorgibt. Im Gegenteil. Durch ihre leidenschaftslose Art wird der Leser gezwungen, wenn er sich tiefer mit dem Problem beschäftigen will, sich dessen anzunehmen und eine eigene Meinung zu äußern.

hinzugefügt: July 21st 2005
Tester: Erik Schreiber
Punkte:
zugehöriger Link: Heyne
Hits: 3042
Sprache: german

  

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