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Reinhardt, Dirk: Anastasia Cruz: Die Höhlen von Aztlán (Buch)

Dirk Reinhardt
Anastasia Cruz: Die Höhlen von Aztlán
Titelillustration von Thila Krapp
Bloomsbury, 2009, Hardcover, 480 Seiten, 16,90 EUR, ISBN 978-3-8270-5351-0

Von Carsten Kuhr

Anastasia hat das, was viele Kinder sich von ihrem Vater Wünschen. Während andere Zöglinge in Internate gesteckt werden, wenn ihr Paps geschäftlich in der Weltgeschichte herumreisen, darf Anastasia den Oxford-Professor für Archäologie auf seinen Expeditionen begleiten. So hat sie mit ihren zwölf Jahren die Welt auf den Spuren untergegangener Kulturen bereist. Seitdem ihre Mutter bei einer Grabung in Mexiko ums Leben kam aber hat sie das Heimatland ihrer Mutter nicht mehr besucht. Jetzt wird ihr Vater von einem alten Kollegen nach Mexiko-Stadt gerufen. Die Öffnung einer der Kavernen unterhalb des einstigen Haupttempels des Aztekenstadt steht an, da darf der führende Experte für die vergangene Hochkultur nicht fehlen. Dass die neue Lebensgefährtin ihres Vaters sie begleitet mindert die Freude natürlich, doch immerhin hat sie mit dem sibirischen Schlitterhund Schliemann einen zuverlässigen Freund an ihrer Seite.

Schon im Flugzeug widerfährt ihr Unerklärliches. Ein Indianer spielt ihr eine Karte zu, die in der fast vergessenen aztekischen Schrift verfasst ist, und verschwindet dann spurlos aus der fliegenden Boing.
Kaum in Mexiko-Stadt angekommen werden sie gewarnt. Eine Bestie geht um, die Bevölkerung und die Autoritäten sind besorgt. Ein riesiger Jaguar fällt nachts Weiße an und entführt diese aus ihren Häusern. Doch warum nur macht sich das an sich scheue Tier auf die Jagd, und warum werden nur reiche Gringos entführt?

Zusammen mit einem Mestizen, einem aufgeweckten Schuhputzer, macht sie sich auf das Rätsel zu lösen. Dass ihr dabei die Zorak-Brüder, die Söhne des verbissensten Widersachers ihres Vaters, das Leben zusätzlich schwer machen, verkompliziert die Suche um die Auflösung der Karte weiter. Sie wird mit Unerklärlichem konfrontiert, verfolgt und findet schließlich Hinweise auf den sagenhaften, verschollenen Goldschatz der Azteken - gerät dabei aber in das Visier einer skrupellosen Bande ...


Dirk Reinhardts Debütroman liest sich faszinierend. Als studierter Germanist und Geschichtswissenschaftler weiß er, von was er berichtet. Durch die Augen seiner Protagonistin nimmt die Vergangenheit, wenn auch zunächst nur in Erzählungen, Gestalt an. Dabei erfährt der Leser sehr viel interessante Fakten über die blutige Eroberung Mittelamerikas durch die marodierenden Conquistadores, aber auch über das Leben im heutigen Mexiko. Weder die Slums noch die hohe Kriminalität, die Hinwendung der Menschen zu Wunderheilern und Naturreligionen, die hohe Luftverschmutzung oder die Korruption werden ausgespart, dies alles aber auf die Zielgruppe, Leser ab 12 Jahren, ausgerichtet und in einer allzeit spannend ablaufende Handlung eingebettet.

Stilistisch liest sich das Buch unauffällig flüssig durch, wobei fast 500 Seiten viel Sitzfleisch von den jungen Lesern und Leserinnen verlangen.

Natürlich hat sich der Autor bemüht, der Zielgruppe Identifikationsfiguren und bekannte Situationen an die Hand zu geben. Das Mädchen, das mit der neuen Frau an Papas Seite nicht warm wird, die diese Konkurrentin um die Zuneigung ihres Vaters innerlich ablehnt, die von Rabauken in der Schule gemobbt wird, das sind Situationen, die viele junge Leser nachvollziehen können.

Insgesamt ein Jugendbuch, das seine Leser nicht nur spannend unterhält, sondern auch viel Wissenswertes vermittelt und dabei immer auch die speziellen Probleme der Jugendlichen im Auge behält.

hinzugefügt: August 16th 2009
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
zugehöriger Link: Bloomsbury
Hits: 1445
Sprache:

  

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