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Die Legende der Drachenritter 6: Jenseits der Berge (Comic)

Ange & Laurent Sieurac
Die Legende der Drachenritter 6
Jenseits der Berge
(La geste des chevaliers dragons: Par-delà les montagnes, 2007)
Aus dem Französischen von Tanja Krämling
Titelgestaltung von Dirk Schulz
Nach den Ideen von Ange und Alberto Varanda
Splitter, 2008, Hardcover, 48 Seiten, 12,80 EUR, ISBN 978-3-93923-38-4

Von Irene Salzmann

„Jenseit der Berge“, Band 6 aus der Serie „Die Legende der Drachenritter“, wartet auch diesmal wieder mit einem in sich abgeschlossenen Abenteuer auf, das chronologisch vor den bisherigen Geschichten anzusiedeln ist - in einer Zeit, als der Orden der Drachenritter noch jung und wenig über die Drachen, das Übel und seine Folgen bekannt war. Um die Bevölkerung zu schützen, mehr aber aus Angst und Unwissenheit wurde das Land nach dem Sieg über einen Drachen ‚gesäubert’, das heißt, jegliches Leben wurde vernichtet. Erst später überließ man die betroffenen Regionen sich selber und der Kraft der Natur.

Während des Kampfes gegen einen Eisdrachen wird Ritterin N’aria verletzt und stürzt in die Tiefe. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich in der Obhut der Nauris, einem nomadisierenden Stamm, der eine eigentümliche Kultur pflegt und sich seit Generationen nicht mehr weiter entwickelte. N’aria erkennt sogleich, dass alle mit Ausnahme einiger Mädchen vom Übel befallen, aber nicht wahnsinnig geworden sind.
Um das Schicksal ihrer Gefährtinnen aufzuklären, begibt sich N’aria mit den Mädchen auf die Suche nach den Vermissten und beginnt, ihre Begleiterinnen im Umgang mit Waffen auszubilden. Heimlich folgt ihnen der Jäger Kiar, um auf die Frauen aufzupassen – und vielleicht N’aria zu einer seiner Geliebten machen zu können. Als sie von Taklans angegriffen werden, können sie sein Schwert gut gebrauchen.
Trotz aller Hindernisse auf der Reise gelingt es N’aria, einige ihrer Schwestern lebend wieder zu finden, darunter auch ihre Freundin N’elwen. Die Freude wird jedoch sogleich getrübt, denn die Drachenritter wollen das Land einer Säuberung unterziehen. Als N’aria um Schonung für die Nauris bittet, will ihr niemand Gehör schenken. Nur die Matriarchin eines anderen Ordens, die im selben Ort weilt, möchte nicht blindlings losschlagen.
Allerdings kann sie keine Entscheidung fällen und will das Problem dem Rat der Matriarchinnen vortragen. Die Ritterinnen werden angewiesen, solange in der Stadt zu warten. Die Ritterinnen, angestachelt von Na-kira, haben jedoch andere Pläne…


Die Geschichte ist großartig gezeichnet und koloriert. Besonders die realistischen Hintergründe gefallen und unterstreichen die Atmosphäre, die die Angst, die Erleichterung, die Hoffnung und den Zorn der Protagonisten trägt.
Es geht weniger um Kämpfe gegen monströse Wesen als um Gerechtigkeit. N’aria begreift als Erste, dass der Orden zu wenig über das Übel weiß und man aus Angst nicht zum Mörder an ganzen Völkern werden darf. Auch die Matriarchin erkennt den Konflikt zwischen den Zielen und den Vorgehensweisen der Ritterinnen, kann sich aber nicht über die alten Regeln hinwegsetzen.
Die persönliche Fehde zwischen N’aria und Na’kira lässt die Situation, die eigentlich fürs Erste entschärft wurde, erneut eskalieren. Na’kira und ihre Anhängerinnen missachten die Befehle der Matriachin, und N’aria muss sich zwischen ihren Schwestern und den Nauris entscheiden.
Der Band hat ein offenes Ende, das dem Leser erlaubt, seine eigene Phantasie spielen zu lassen. Dadurch wirkt die Story umso tragischer, weil realistischer – denn die Geschichte erinnert sich selten an Einzelschicksale oder an den Verbleib eines Volkes, das keine tragende Rolle innehatte, sondern nur an die Folgen, die richtungsweisend für die Zukunft waren beziehungsweise sind.
Die Charaktere sind sympathisch, und auch der Kontrast zwischen den Nauris und den ‚weiter entwickelten’ Völkern wird gelungen herausgearbeitet. Man darf einen Blick auf ihre Mysterien werfen, erfährt aber nichts Konkretes, so wie auch die Mayas, Ägypter, Skythen, Toba und Hsiung-Nu etc. noch viele Geheimnisse hüten, die vielleicht nie gelüftet werden.

„Die Legende der Drachenritter“ 6 ist einer der besten Bände der Reihe und diese wiederum eine der schönsten francobelgischen Comic-Serien, die derzeit auf dem Markt sind. Die Story hat Tiefe, die Protagonisten und ihre Motive können überzeugen, die Illustrationen sind sehr schön. Fantasy-Freunde und Comic-Sammler sollten diesen Titel ihrer Collection unbedingt hinzufügen!

hinzugefügt: May 11th 2009
Tester: Irene Salzmann
Punkte:
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Hits: 1000
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