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Milani, Marco: Träume und Ähnliches (Buch)

Marco Milani
Träume und Ähnliches
(Sognando e Dintorni)
Aus dem Italienischen übersetzt von Petra Ohl
Titelbild: Malgorzata Maj
Eloy Edictions, 2007, Paperback, 138 Seiten, 11.00 EUR

Von Carsten Kuhr

Marco Milani liebt Tolkien, Asimov, Brooks, King, Barker und Lovecraft. Außer Belletristik mag er Ufologie, Mysterien, Weltraumarchäologie, Parapsychologie und alternative Geschichte. Er schreibt seit 1991.
So kurz und knapp stellt uns der Verlag seinen Autor vor. Und das muss schon eine Stimme sein, die Walter Diociaiuti und seine Kollegen überzeugt hat, nimmt seine Veröffentlichung doch unter all den anglo-amerikanischen und deutschsprachigen Autoren eine gewisse Sonderstellung ein.
Bislang ist bei uns kaum etwas über die Phantastik jenseits der Alpen bekannt. Umso interessanter ist dieser Blick über den Tellerrand.

Zehn Erzählungen erwarten den Leser in diesem recht dünnen Bändchen, das man bequem in die S-Bahn mitnehmen, im Wartezimmer des Arztes seines Vertrauens in die Hand nehmen oder schlicht im häuslichen Umfeld genießen kann.


Zehn sehr unterschiedliche Geschichten erwarten den Leser. Stories, die eher ruhig daherkommen, dann wieder Erzählungen, die mit bekannten Versatzstücken und nicht zuletzt der Erwartungshaltung des Lesers spielen. Darunter befinden sich Texte, die mich berührt haben, die intelligent unterhalten aber auch Geschichten, die mir wenig zu sagen vermochten.

In „Das Fest der Engel“ berichtet uns der Autor von einem jährlichen Treffen der geflügelten Boten Gottes. Ein Journalist, der einem entsprechenden, mehr als unglaubwürdigen Hinweis nachgehen soll; erlebt sein Wunder - im wahrsten Sinne des Wortes.
Sehr anheimelnd, überraschend und atmosphärisch dicht.
„Die Stimme des Krebses“ berichtet von der Entführung eines jungen Mannes durch Aliens. Sein Hilferuf aus den Weiten des Alls aber wird von den offiziellen Stellen der Politik und des Militärs ignoriert.
Voller überraschenden, aber sehr treffenden Seitenhiebe auf die gängige Übung der Mächtigen in Vogel-Strauß Politik.
In „Meine Straße“ bemerkt ein Träumer, dass er sich in Morphus´ Reich befindet.
Eine für mich sinnlose Aneinanderreihung von Sätzen folgt, die schlussendlich damit aufgelöst wird, dass der Träumer gar nicht träumt. Das war mir bei weitem zu surreal.
„Die wahre Geschichte von A. D.“ führt uns zusammen mit Dante in Luzifers Herrschaftsbereich.
Nett, augenzwinkernd und mit viel Humor geschrieben.
„Krieger des Lichts“ ist eine weitere der surreal-abstrakten Geschichten, mit denen ich Ignorant leider nichts anzufangen wusste.
„Überlegungen zu den Charakteristika der Iteration“ weist eine überraschende Wendung zum Schluss auf und berichtet über die Schwierigkeiten von Wesen aus der Zukunft, eine Zeitung von anno dazumal zu begreifen.
In „Tomaso“ lernen wir einen jungen Mann kennen, den die Geister damit beauftragen, ihre Dinge auf Erden für sie zu regeln.
Zwar nicht unbedingt ganz innovativ, aber sehr nett und stimmungsvoll erzählt.
In „Drake City“ geht es, wie der Name sagt um Drachen, die sich als wahrer Alptraum erweisen.
„Die Mechatroniker“ ist eine bitterböse, genial-abartige Satire auf das Ende der Menschheit in gigantischen, weltraumgekühlten Gefriertruhen.
„Ein alter Freund“ berichtet von der Entstehung des Olymp angesichts des Verlustes, den ein Gottessohn zu verkraften hat.


Insgesamt lässt sich das Gebotene kaum in eine Schublade einreihen - und das ist gut so!

Wie der Titel andeutet, nehmen Träume, Alpträume, Visionen und Phantasien einen breiten Raum ein. Entsprechend surreal geht es zu. Hier arbeitet der Autor teilweise recht geschickt mit der Assoziation, die entsprechende archetypische Träume bei jedem Leser auslösen. Während ich manchen Beiträgen hilflos gegenüberstand, berührten mich andere Texte innerlich, weckten Gefühle und Erinnerungen. Wenn ich auch eine länger Novelle vermisst habe, um mir ein abschließendes Bild von dem machen zu machen können, bietet der Band einen vielfältigen Strauß an Geschichten, die ihre Herkunft nicht verleugnen und uns einen ersten Einblick in eine uns noch unbekannte Szene geben.

hinzugefügt: May 1st 2008
Tester: Carsten Kuhr
Punkte:
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