Oscars: Zwei SF-Filme für besten Film nominiert!
Datum: Tuesday, 02.February. @ 16:30:00 CET
Thema: Kino


Das gab es in der Geschichte des SF-Films noch nie: Nicht einer, sondern gleich zwei SF-Filme wurden in diesem Jahr bei den heute bekanntgegebenen Oscar-Nominierungen für den besten Film des Jahres nominiert: „Avatar“ und „District 9“. Es half dabei, dass die Kategorie Bester Film dieses Jahr erstmals seit Jahrzehnten wieder von 5 auf 10 Filme erweitert worden war.
Während „Avatar“ (neun Nominierungen insgesamt) als Favorit erwartet worden war, ist „District 9“ (vier Nominierungen insgesamt) als bester Film eher eine Überraschung, zumal er auch in anderen wichtigen Kategorien wie Drehbuch und Montage Nominierungen erhielt. Immerhin in vier technischen Kategorien tritt auch J. J. Abrams „Star Trek“-Reboot beim Oscar-Rennen an.

„Avatar“ von James Cameron führt zusammen mit dem Bombenentschärfungs-Thriller „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ von Kathryn Bigelow die Oscar-Nominierungen mit jeweils neun an. Dies war auch so erwartet worden. Die besondere Ironie daran ist, dass Cameron und Bigelow für ein paar Jahre Eheleute waren und sich auch heute noch gegenseitig bei Projekten unterstützen – und nun beide für die beste Regie nominiert sind und gegeneinander antreten (wie schon bei den Golden Globes vor ein paar Wochen, da gewann James Cameron).
Beide Filme waren als klare Favoriten ins Oscar-Rennen gegangen, „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“ erhielt die meisten Kritiker-Jahresendpreise, während James Cameron mit „Avatar“ bei den Golden Globes bereits einmal das Duell der ehemaligen Eheleute gewann und den Golden Globe für den besten Film und den besten Regisseur erhielt, häufig ein Anzeichen für den Oscar – und seine Ex-Frau auch in der Dankesrede erwähnte. Während das Oscar-Parkett für Kathryn Bigelow noch relativ neu ist, hat James Cameron hier bereits 1998 einen kolossalen Triumph gefeiert, als „Titanic“ 11 Oscars gewann, immer noch die meisten Oscars in einem Jahr auf einmal (zusammen mit „Ben Hur“ (1959) und „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“ (2003), die ebenfalls 11 Oscars gewannen).

„Avatar“ ist nominiert für den besten Film, für die beste Regie (James Cameron), beste künstlerische Gestaltung, beste Kamera (Mauro Fiore), beste Tonmischung, bester Toneffekte, beste Musik (James Horner), beste Montage (Steven Rifikin, John Refoua und James Cameron) und beste visuelle Effekte.
Es dürfte spannend werden, ob die Oscar-Abstimmenden gegenüber James Cameron angesichts des „Titanic“-Triumphs und des astronomischen Boxoffice-Ergebnisses, sowie des Globe-Gewinns von „Avatar“ jetzt der Meinung sind, dass einmal jemand anders dran sein sollte (dann wäre Kathryn Bigelow klare Favoritin – als erste Frau in der Oscar-Geschichte), oder ob sie gerade diese Cameron-Triumphe noch einmal honorieren wollen.

Die vier Nominierungen für „District 9“, darunter bester Film, bestes Drehbuch (Neill Blomkamp & Terri Tatchell), beste Montage (Julian Clarke) und beste visuelle Effekte sind in den beiden erstgenannten wichtigen Kategorien eine große Überraschung.
„Star Trek“ konnte ebenfalls vier Nominierungen erlangen, allerdings mehr in technischen Kategorien, nämlich Tonmischung, Toneffekte, visuelle Effekte und Make Up. In jedem anderen Jahr hätte man es bei einem „Star Trek“-Film verstanden, dass dieser nicht in den großen Kategorien nominiert wird, dieses Jahr muss man als Fan aber fast enttäuscht sein, denn J. J. Abrams’ „Star Trek“-Reboot war einer der bestbesprochenen Filme des Jahres und hätte so als Kritikerliebling (das gab es bei einem „Trek“ -Film noch nie!) durchaus auch Chancen in Kategorien haben können, die mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Die Kategorie visuelle Effekte, in welcher lediglich drei Filme nominiert wurden, dürfte für die nominierten Macher von „Star Trek“ und „District 9“ verhältnismäßig langweilig sein, da es eher wahrscheinlich ist, dass es in der Hölle schneit, als dass „Avatar“ hier nicht gewinnt. Für die Tonkategorien gilt ähnliches.

Bereits gestern wurden die Nominierungen für die Goldenen Himbeeren für den schlechtesten Film des letzten Jahres bekannt gegeben. Da sich hier Zuschauer (auch wenn sie in Scharen strömten) und Kritiker in der Meinung ziemlich einig waren, dürfte der klare ‚Führungsanspruch’ von Michael Bays „Transformers 2“ mit beeindruckenden sieben Himbeer-Nominierungen wohl kaum jemanden verwundern.

Text: Oliver Naujoks





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