BOXOFFICE USA: Besucherstrom beschert auch „The Unborn“ fulminanten Start
Datum: Sunday, 11.January. @ 18:35:41 CET
Thema: Kino


Januar ist in Hollywood immer die Zeit für Horror-Filme, in den letzten Jahren allerdings mit nachlassendem Erfolg. An einem für die Jahreszeit außergewöhnlich besucherstarken Kinowochenende konnte der Horror-Film „The Unborn“, der neue Film von David S. Goyer (Co-Autor von „The Dark Knight“ und „Dark City“), mit 21 Millionen Dollar überraschend stark starten – landete wegen noch stärkerer Konkurrenz aber nur auf Platz 3.

In „The Unborn“ wird die letztes Jahr in „Cloverfield“ zu sehende Odette Yustman von einem Geisteswesen heimgesucht und besessen, das nicht in das Totenreich einkehren will. Auch wenn der Film von Michael Bays auf Horror-Remakes spezialisierte Firma Platinum Dunes produziert wurde, ist „The Unborn“ keine Neuverfilmung und hat auch nichts mit den gleichnamigen Horrorfilmen aus den USA (1991, nebst Fortsetzung) und Thailand (2003) zu tun. Vielmehr verarbeitet der Film die jüdische Dybbuk-Legende und bezieht sich auf den Genre-Klassiker „Der Exorzist“. Das Resultat ist dann, dass man Gary Oldman als Rabbi bei einem Exorzismus erleben kann.
Eine effektive Marketing-Kampagne, sowie verhältnismäßig wenig Horror-Filme in den letzten Wochen in den Kinos sorgten für einen überraschend starken Start. Das überschaubare Budget sollte sich deshalb in kurzer Zeit amortisieren und dem als Drehbuchautor angesehenen, als Regisseur aber noch nicht sonderlich erfolgreich reüssierenden David S. Goyer („Blade: Trinity") einen Hit bescheren. Dieser dürfte seine Position festigen, ist er doch als Regisseur für „X-Men Origins: Magneto“ im Gespräch, der realisiert wird, wenn der diesjährige Wolverine-Film ein Erfolg werden sollte.
Wie gesagt, der Kino-Jahresanfang hat sich in den letzten Jahren zu einer Domäne des Horror-Film entwickelt. Horror-Fans können sich in den nächsten Wochen noch auf ein Remake von „Blutiger Valentinstag“ in 3-D, sowie eine weitere „Underworld“-Fortsetzung freuen; und wenn ein Februar-Freitag auf den 13. fällt, auf Marcus Nispels Remake von „Freitag, der 13.“

Nach einem starken Weihnachtsgeschäft, in welchem gleich vier Filme gleichzeitig erfolgreich starten konnten (die beiden Komödien „Marley und ich“ (inzwischen bei 123, 7 Mio. Dollar) und „Bedtime Stories“ (97, 1 Mio.), sowie David Finchers 2 ¾-Stunden Opus „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ (94, 3 Mio.) und der Stauffenberg-Film „Operation Walküre“ mit Tom Cruise (71, 5 Mio.)), nimmt man in Hollywood dieses Wochenende erstaunt und erfreut zu Kenntnis, dass zu einer Jahreszeit am Anfang des Jahres, in welcher in der Regel selten Filme mehr als 15-25 Millionen Dollar zum Start holen, gleich drei Filme Einspielergebnisse über 20 Millionen Dollar verzeichnen konnten.
Noch besser als „The Unborn“ startete die romantische Komödie „Bride Wars“ mit 21,5 Millionen Dollar, und überraschender Wochenend-Spitzenreiter ist der neue Film von und mit dem inzwischen 78jährigen Clint Eastwood, der nach einem wahren Preisregen in den letzten Jahren für seine Filme auch mal wieder einen richtigen Blockbuster landen konnte: „Gran Torino“, in welchem er einen grummeligen Veteranen des Korea-Krieges spielt, der sich mit seinen Hmong-Nachbarn arrangieren muss; bis man sich näher kommt. Der Film startete bereits im Dezember in einigen ausgewählten Kinos in großen Städten der USA und sorgte dort häufig für ausverkaufte Häuser; die Expansion nunmehr auf über 2.800 Kinos brachte 29,0 Millionen Dollar und Platz 1 dieses Wochenende, bei bereits 40,1 Millionen Dollar insgesamt. Kaum ein Analyst hatte mit so einem guten Start gerechnet, Clint Eastwood konnte mal wieder alle überraschen mit diesem kleinen und für seine Verhältnisse bei 116 Minuten verhältnismäßig kurzen Film.



Text: Oliver Naujoks





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